Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Grazer Schlossberg & das zweihundertsechsundachtzigste Gedicht

    Grazer Schlossberg

    Die Grazer Schlossbergstiegen an Dolomit-Gestein.

    Der Steiger kommt

    Werd‘ mit Schwung beim Treppensteigen
    Es den jungen Deppen zeigen
    Mustanggleich die lahmen Fohlen
    Schon zur Halbzeit überholen
    „Kuxtumann, wie krass der flitzt!“
    Dann entschwind‘ ich, nass geschwitzt


  • Dresden Neustadt & das zweihundertvierundachtzigste Gedicht

    Bahnhof Dresden-Neustadt

    Stippvisite zum Geburtstagsslam in Dresden. Leder ging die Sightseeing-Zeit diesmal für Leipzig drauf, deshalb muss der Neustädter Bahnhof als einziges Motiv herhalten

    Odysseus

    Bindet mich an den Mast der Stadt!
    Ich mag den Sirenen lauschen …
    Will seh’n, welche Farbe mein Sargboden hat
    Mich an südlichen Rogen und Drogen berauschen!

    Sichert mich sorgsam vorm Sog der Gefahr!
    Und sei’s mit der Schlinge vom Strang …
    Denn, wer in das Auge der Inbrunst nie sah
    Der lebt seit Geburt schon zu lang!


  • Leipzig Mitte & das zweihundertdreiundachtzigste Gedicht

    Bahnhof Leipzig Mitte

    Bahnhof Leipzig Mitte. Tief gesunken, groß geraten.

    Genug

    Heikle Schnitte durch die Kehle
    Vorlaufdritte, Ukulele
    Angepisste Islamisten
    Schleimhautzyste, Popos fisten
    Kopftuchnot der Rechtsmuslima
    Pokemon und Konfi-Beamer
    Infernal und Staatsgewalten
    Alle mal die Fresse halten!


  • Krypta & das zweihundertachtzigste Gedicht

    Totenwächter im Völkerschlachtdenkmal

    Totenwächter im Völkerschlachtdenkmal.

    Anteil

    Wenn schon Blues, sag, wessen Tränen
    Woll’n wir in den News erwähnen?


  • Stuttgarter Kickers & das zweihundertsiebenundsiebzigste Gedicht

    Stuttgarter Kickers GAZI-Stadion

    Nach dem Wald ins Stadion. Ich reiche dazu ein dem Rahmen gemäßes Herrengedicht.

    Verständnis, Miss!

    Du forderst „Gleichberechtigung!“
    Und scheinst dabei etwas gehetzt
    Dreht sich doch die Welt mit geordertem Schwung
    Du sagtest ja Gleich und nicht Jetzt


  • Grillrost & das zweihundertvierundsiebzigste Gedicht

    Isarauen

    Grillzonen und Räucherkammern in den Isarauen.

    Was bleibt

    Begrabt mich zwischen zwei Semmelhälften auf den Grillplatzbereichen der Isarauen!
    Dort mag ich die Marinaden ausbaden und wampenfetttriefend ein T-Shirt einsauen
    „Ach, Scheiß! Das gibt ’nen Megafleck …!“
    Ich weiß. Der geht auch nicht mehr weg.


  • Badewasser & das zweihunderteinundsiebzigste Gedicht

    Isarwehr

    Spielverderber an der Isar.

    Dogmendog

    In Sommerfrischen denke nicht / an Kirchen im November!
    Weil deren Todesnähe ist / durch Phantasie nicht dämmbar
    Lass dir kein X für’s U andreh’n
    Setzt auch die Welt aufs Schnellversteh’n
    Und schreibt auf Fassaden „Hier: Vier dünne Risse!“
    So steht es im Sketch-Bxch, ist gleichsam Kulisse
    Bleib das, was du denkst – wenn auch alles vergisst
    Dass längst noch nicht November ist


  • Publikum & das zweihundertsiebzigste Gedicht

    Fesselballon über dem Englischen Garten

    Oben: Idylle. Unten: Abgründe.

    Poetry Slam

    Diese Masse an Menschen! Und alle verdauen!
    Wie sollt‘ als Ästhet ich mich nun noch getrauen
    In diesen Morastpulk mein Lied zu versenken
    Da alle an Glied- oder Scheidenstrom denken
    Um schon in der Pause ein Meer voller Pisse
    In Kübel zu strullern? Wo ich doch gewisse
    Ideale von Schönheit zu gern propagiere …
    Vor Körpern, den’n Kotknetung und Uriniere
    Das einzige Gebot der Zeit
    Führt solcher Anspruch bloß zu Leid

    Drum geh nicht den Weg über weit’re Verkopfung
    Sondern quäle die andern und sorg für Verstopfung!


  • Worms & das zweihundertneunundsechzigste Gedicht

    Worms

    Zu Gast bei den Nibelungenfestspielen. Mit dem dritten Teil des Buches:

    Die Hagen-Klage

    Hagen, oh Hagen – welch hässlich Betragen!?
    Dir bleibt zwar das „Sehr Gut“ in Leute-Erschlagen –
    Doch kannst Du mir sagen, was das hier jetzt soll,
    Du notorisch grimmer und grollender Proll
    Aus der B-Prominenz der burgundischen Garde?
    Ey, ich mag das kaum glauben – hast Du wirklich jetzt grade
    Dem Bübchen von Etzel den Kopf abgeschlagen?!
    Was? … Dich nerven halt manchmal die Hunnensohnblagen!?
    Klar, und schnell noch den Erzieher entsprechend verkürzt,
    Nen Spielmann per Handschlag ins Unglück gestürzt …
    Wenn Du einen Schlaganfall kriegst, werter Hagen,
    Endet manch Körper bald knapp überm Kragen!
    Und dann tönst Du vortrefflich: „Jetzt leg ich erst los!“ –
    Legst Tonnen Innereien bloß.
    Das fanden die Nazis zwar knorke wie Bolle –
    Doch mir scheint, Du hast Dich nicht unter Kontrolle!?
    Woher stammt Deine Lust an der anderen Autsch?
    Magst Du drüber reden? Hm? Da steht die Couch.
    Zuallererst sag mal: Wo liegt eig’ntlich Tronje?
    Ach, das ist eine Grafschaft von Testosteronje –
    Ein Landstrich, wo sich stets verbarg
    Ein menschenschlag’nder Menschenschlag …?!
    Sag, hat auch Vater Aldrian Dich öfter geschlagen –
    War ihm Bruder Dankwart der töftere Hagen?
    Hat Mama Dich nicht richtig aufs Töpfchen gesetzt?
    Und da damals schon Hass ward gesät, hasse jetzt
    Ständig Beef? Junge, ich frag mich: Sind Deine Hiebe
    Bloß schief eingesungene Schreie nach Liebe?
    Schon alleine, wie Du unsern Gunther umgurrst
    Als treueste Vasallenwurst –
    So pflichtergeben, ritterlich!
    Ey, Hagen, komm – ich bitte Dich:
    Für den musst Du Deinen Input aufs Schwert reduzieren
    Und Innere Werte aufs Torso-Tranchieren!
    Fühlst Du Dich dort im Wormser Land
    So als Person auch anerkannt?
    Ja, kaum sprech‘ ich es an, stehst Du voll unter Dampf!

    Übersprungshandlung: Reiterkampf!
    Schnell zu den Buhurten spurten,
    Lanze greifen, Helm umgurten –
    Heidenspaß, wenn Schilde krachen –
    Garstig schauen, schallend lachen … Hargh! Hargh! Hargh!

    Nun zurück zum Ernst des Lebens –
    Kerl, sonst war unsre Sitzung heut völlig vergebens!
    Was gar nicht zu bekritteln is‘,
    Dass Du ein 1A-Ritter bis‘ –
    Nur diese ewige Mordlust, Dein Geifer, die Wucht
    Schein’n mir wie Symptome von Eifersucht.
    Ich weiß, du verneinst es gern wild und entschlossen:
    Doch bist Du ein wenig in Kriemhild verschossen?
    Es fehlt nur an Wortschatz, dies auszudrücken –
    Und so schaffst Du bei and’ren halt Platz überm Rücken.
    „Hä, was ey?! – das kannst Du jetzt gar nicht versteh’n?
    Na, ich fass mal zusammen, was bislang gescheh’n:
    Zunächst missbrauchtest Du schändlichst Kriemhilds Vertrauen,
    Um in ihren Gemahl einen Speer zu verstauen:
    Auf die einzig verwundbare, tödliche Stelle
    Von Siegfrieds durch Drachenblut steinharter Pelle
    Hat sie Dir ein Fadenkreuz gesetzt,
    Durch das Du ihr’n Mann und dann sie hast verletzt.
    Nach dem Mord hast Du flugs ihren Hort noch verschenkt
    Und in den Rhein hinein versenkt.
    Siegfrieds Schwert steckt seither schick bei Dir in der Scheide,
    Auf dass die Kriemhild rischtisch leide…!
    Du gönnst ihr nicht den zweiten Gatten,
    Magst den’n keen Besuch abstatten …
    All dies „Etzel, nee!“ und „Kriemhild, bäh!“ zeigt mir, sofern’s nicht Feigheit ist,
    Dass Du ihr zugeneigter bist
    Als Du … Was ist mit Dir, Hagen, Du zitterst?! ‚N Krampf?

    Übersprungshandlung: Reiterkampf!
    Schnell zu den Buhurten spurten,
    Lanze greifen, Helm umgurten –
    Heidenspaß, wenn Schilde krachen –
    Garstig schauen, schallend lachen … Hargh! Hargh! Hargh!

    Noch mal zurück zum Thema Liebe.
    Nun, lassen wir Kriemhild mal weg – gut, da bliebe
    Noch Volker. Der Fiedler! Dein Lieblingsgefährte –
    Der doch etwas unkritisch von Dir Verehrte.
    Von Anfang an prägt das gemeinsame Reisen
    Ein krankhafter Drang, sich als Held zu beweisen:
    Den Fährmann enthaupten, den Paster ertränken,
    Das einzige Schiff für die Rückfahrt versenken.
    Dann mit Volker so voll cool vor Hof provozieren
    Und neckisch des Etzels Dezenz kommentieren
    „Feigling!“ – denn, hey, Ihr wollt noch eskalieren,
    Hier und da wen massakrieren,
    Euch brüderlich im Kampf beistehen,
    Hurtig Hunnen niedermähen …
    Du lobtest nun schon – ungelogen –
    Wohl zwölf mal Volkers Fiedelbogen.
    Und mit dessen Kampfwut fühlst Du Dich so symbiotisch –
    Vielleicht auch ein Fitzelchen homoerotisch?
    Treibt Euch die Angst vorm Coming-Out,
    Dass Ihr so eifrig rammt und haut?
    Zerstückelt Ihr im Schwerterfight
    Nur unterdrückte Zärtlichkeit?
    Und statt als liebende Musen müsst Ihr Euch gebärden
    Wie die derbsten Prolls auf Erden?!

    Wo ist Deine verwundbare Stelle, Hagen?
    Wart, als Dein Psychiater kann ich das wohl sagen
    Und näh Dir ein Kreuzchen – Du kennst solch Methoden –
    Auf die taube Verbindung von Resthirn und Hoden.
    Du sonnst Dich im Selbstgefall’n „Weil ich es kann!“ –
    Hältst Dich für den rühmlichsten, kraftvollsten Mann
    Du huldigst dem „Ehre und Blut“-Ideal –
    Doch Tschuldigung, Hagen – das ist nicht normal!
    Wer wehrlose Kinder noch munter zerdrittelt,
    Der scheint mir doch minder- bis unterbemittelt,
    Brutal verspult und widerwärtig –
    Ja, einmal kurz durchatmen, ich bin noch nicht fertig!
    Die Kampftreue, die Du Dir zu Tugend erhebs‘ –
    Das ist der Nibelungenkrebs!
    Dies schmierige im Pathos Suhlen,
    und als ein Held herumzuhoolen … –
    Denk nicht, dass die Nachwelt Dich dafür begnadigt!
    Zwar ham Dich die Nazis mal stalinbegradigt –
    Doch wer in Kampflust versteift, der verlässt diese Welt
    Als ein elender Abschaum – nur niemals als Held!
    Und es führt auch kein Fluchtweg aus diesem Gedicht.
    Und ’ne Übersprungshandlung – die rettet Dich nicht!


  • Verrätergasse & das zweihundertzweiundsechzigste Gedicht

    Verrätergasse Görlitz

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Verrätergasse, Abzweig Brüderstraße. Du hast die Wahl!

    Auf- vs. Abstand

    Hier die Gasse der Verräter
    Falsche Überzeugungstäter
    Die, sobald mal sie was melden
    Wird zur Straße unsrer Helden


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