Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Telemilla & das eintausendsechshundertvierundzwanzigste Gedicht

    Mein wartendes Mikro im Milla Club München

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    Marilyn’s Army

    Wir wurden in die Arsenale bestellt
    Für den Sturm auf die Charts einer anderen Welt,
    Wir haben gewetzt und geschliffen.

    Wir stimmten uns ein,
    Immer lautstark zu sein,
    Haben früh auf Besoldung gepfiffen.

    Wir sind vielleicht längst schon die Letzten an Bord
    Doch erfüllen verlässlich im Trance den Akkord,
    Seit man uns für Verschworenheit bucht.

    Gescheiterte zwar,
    Gleichwohl immer noch da –
    Vom Punkrock beschenkt und verflucht.


  • Benno Outside & das eintausendsechshundertdreiundzwanzigste Gedicht

    Portal und Säule von St. Benno

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    E-Mobilität

    Dass nun die E-Mobilität
    All jene Igel niedermäht,
    Die stoisch darauf eingestellt,
    Dass ihn’n Gefahr entgegenschnellt
    Bei gellendem Motorenlärm,
    Und nun umrahmt sind von Gedärm,
    Gemahnt uns, letztlich im eignen Int’resse,
    Ans Mindestmaß für Lernprozesse:

    So lahm du auch lernen magst, unterbiet nie
    Das Tempo der Automobilindustrie!


  • Steilabfahrt & das eintausendsechshunderteinundzwanzigste Gedicht

    Skiabfahrtspiste vom Luitpoldhügel

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    Netflix (ein Gedicht über das Maxvorstädter Isabella-Studio)

    Ging Netflix in die Insolvenz,
    So würden nicht mal treue Fans
    Dies tiefstgrämig bedauern
    Und viele, die drauf lauern
    (zum Beispiel ich),
    Gäb’n lediglich
    In Kürze zu verstehen,
    Dass Fürze halt verwehen.

    Doch müsste ab morgen mein Eckkino schließen,
    Würd‘ das wohl wahrscheinlich ganz München verdrießen
    Als Zeichen, dass unsre Gesellschaft sich windet
    Und im desaströsesten Zustand befindet.
    Man würde die fehlenden Arthouse-Filmstreifen
    Als Stadtviertelödnisverschlimm’rung begreifen –
    Fand auch selten mal was vor mehr Zuschauern statt
    Als Netflix in Mio an Stammsehern hat.

    Aber Netflix als fat Nix ist völlig entbehrlich
    Und das Isabella so kuschelig ehrlich.

    Wahrer Wert und Warenwert
    Sehen hier einander an –
    Und es ist recht fix erklärt,
    Worauf man verzichten kann.


  • Fun Solo & das eintausendsechshundertzwanzigste Gedicht

    Im winterlichen Luitpoldpark

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    Serienbingen

    Folgenlose Serienferien!
    So viel Zeit und Geist ging’n drauf –
    Eh die Binges uns entleer’n, zieh ’n
    Straffen Staffelstopfen auf!


  • Platzhirsch & das eintausendsechshundertneunzehnte Gedicht

    Weihnachtshirsch in der Maxvorstadt

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    Meister Yoga (auf dem Weg zum Sonnengruß)

    Mein Herabschauender Hund
    Schielt klammheimlich nicht gen Grund,
    Sondern in den vor
    Ihm grad steil empor-
    Gereckten Po.

    Ein echter Hund tät’s ebenso,
    Um Neuigkeiten abzugleichen
    (statt Handy-Displays zu bestreichen)
    Per Schnüffel-Scan der Backenrille
    Samt Nose-Rosette-Killekille.

    Was bloßer Anblick noch entbehrt,
    Wird tiefen Einblicks dann gewährt –
    Durchströmt von der glimmerndsten Innerlichkeit,
    Die immerzu „Ja, ich erinner‘ mich!“ schreit:
    Vor der Topnews-Inflation
    Gab uns Kommunikation
    Das instinktiv-intuitive Erkennen,
    Gesäße wie Hintern von Ärschen zu trennen –
    Eh dass in zu viel Wort verschwimmt,
    Ein Urteil, das oft nicht mal stimmt.

    Wir dehn’n uns als solcher Erkenntnis‘ Rudel,
    Bestätigt vom Sakral-Gedudel –
    Sind Hunde, die die Welt versteh’n,
    Doch demütig nach unten seh’n.

    Und kurz entfacht Hoffnung auf bessere Zeiten –
    Eh wir in die – ach! – Schiefe Ebene gleiten.


  • Erster Schneetag & das eintausendsechshundertsiebzehnte Gedicht

    Am Monopteros im winterlichen Englischen Garten

    Catwalkdog

    Das Los des ew’gen Nicht-Genugs
    Wurde dir in die Stirne massiert.
    Da sich die Welt in Re-Tweets misst,
    Bist du hier nie passiert!
    Die Welt ist ein Laufsteg –
    Nur du nennst sie Bühne,
    Betrachtest dein Abseits
    Als Teil einer Sühne

    Und betrittst jeden Pups-Club mit Unsicherheit.

    So lehrt die Kunst des Selbstbetrugs:
    Der Schwulst der Profiteure,
    Dass alles Arbeit war und ist.
    In Wahrheit gilt, ich schwöre:
    Die Welt ist ein Laufsteg –
    Man schminkt sie zur Bühne,
    Das mindert den Anreiz
    Für weniger Kühne.

    Und der DJ füllt unhinterfragbar die Zeit.


  • Lockdownausflug & das eintausendsechshundertelfte Gedicht

    Am Chiemsee in Übersee

    In Social Media

    Wo jeder glitzbeseelter Juchzer
    Nur Fokus-Küsse will,
    Ist auch ein Social-Issue-Schluchzer
    Nicht angemessen still.

    Der „Ich! Ich!“-Dresscode scheint frivol?
    Wir stylen uns fürs Monopol.


  • Aussichtsturm & das eintausendsechshundertsiebte Gedicht

    Blick auf den Olympiaturm

    Der Unkenrufer

    Mein ketzerisches, ekeliges Nicht-ans-Gute-Glauben
    Wird kindlich treuen Abgrundscheuen Zuversichten rauben.

    Nur, will ich das? Hab ich dran Spaß? – Ich würde sagen nein.
    Für solchen Beef gibt’s kein Motiv – er muss nur einfach sein!


  • Orkan Sabine & das eintausendsechshundertfünfte Gedicht

    Sturmschäden im Landschaftsschutzgebiet Alzenauer Sande

    Prosit Kackjahr!

    Lasst uns mit Alk und Unbehagen
    Dies Kackjahr in den Abgrund jagen!
    Beim Jahreswechsel gilt halt immer:
    Das nächste Kackjahr wird noch schlimmer.


  • Alpensicht & das eintausendsechshundertvierte Gedicht

    Blick von Fröttmaninger Berg Richtung Alpen

    In Dustrie

    Du düstrer Tand aus Menschenhand
    Und Dombau der Pragmatik,
    Du Dekadenz aus Kompetenz,
    Oh graues Meer der Statik!

    Du dünstest Finsternisse aus
    Vom Wellblechschlösser Schlotestrauß
    Und schmauchst Verdammnis, ohne Schmuck –
    Nur Rauch und Rumms und Flammenspuck!

    Da jaulen Filigranz und Anmut:
    „Dass ihr das unsrer Landschaft antut!“


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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