Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Cervantes & das zweitausendeinhundertsiebzigste Gedicht

    Don Quichotte und Sancho Pansa am Brüsseler Zentralbahnhof

    Wahl der Waffen

    Nimm gern nach abstrusestem Stänkern
    Im Schoß meiner Großmutlust Platz!
    Gern schütz ich dich dort vor den Henkern,
    Bin Schurz dir und Trutze der Hatz.

    Doch Großzügigkeit ist ein Geben,
    Das dringt auf des Nehmenden Wert!
    Zieh‘n sich nur aus Selbstsucht die Gräben,
    Hast du all dein Wüten entehrt.


  • Messe Brüssel & das zweitausendeinhundertneunundsechzigste Gedicht

    Messegebäude am Heysel Park

    Ein Bremshöckersingsang

    Bring mir aus tränenreichen Tagen
    Gern was zu heulen mit
    Und schlag’s mir kräftig auf den Magen –
    Den halten Beulen fit!

    Verdorben klingt das heile Weltchen
    Und liegt im Klee sich wund –
    Ich dusch im Sorgsog, feile Fältchen
    Und träum den Schnee mir bunt.


  • Festbeleuchtung & das zweitausendeinhundertachtundsechzigste Gedicht

    Das Atomium bei Nacht

    Ripostegedicht auf gleich drei vom Publikum gewünschte Ursprungstexte: „Oktoberfest 100 Jahre“ von Ludwig Thoma, „Was ich habe, will ich nicht verlieren“ von Thomas Brasch und das anonym verfasste „hic liber est mein“ aus dem 18. Jhd.

    Oktoberfest 187 years, aber

    It’s raining all day cats und Hunde, aber
    I don’t care und dreh a Runde, aber
    I neverever drank my Maß im Steh’n, aber
    So far i have no free’et Plätzchen geseh’n, aber
    The price for a beer is too high zum Verwässern, aber
    The weather refrains from mal endlich Verbessern, aber
    As soon as the people stand up on the Bierbank
    Entstehender Zwischenraum frohlockt auch dir, Frank! Aber
    The music is boring and absolute fad, aber
    To wish the song „Layla“ erscheint mir too hart (to be honest) aber
    After two year’s break this song’s the einzige Chance
    For an alle verpflichtenden Bierbänketanz, aber
    To sing this song eckt echt rebellious an –
    We’re fast like the awesome young girls im Iran, aber bei uns heißt’s
    Nach ProTEST ProSIT der Gemütlichkeit
    Coronavir’nempfangsbereit (feel free)
    Denn we all came here trotz cough and nies’n
    Auf a covidliche Wies’n!


  • Design Museum & das zweitausendeinhundertsechsundsechzigste Gedicht

    Sammlung von Plastik Verzierungen im Brüssler Designmuseum

    Pommespsalm

    So gab uns Gott in seiner Güte
    Jesus und die Pommestüte.

    Doch Jesus lebt ja nun nicht mehr
    Und deshalb gab uns Gott, der Herr,
    Auch jene Frau, die unbeirrt
    Am Pommesstand für uns frittiert.

    Sind wir auch tieftaligst umtost,
    So spendet Mayonnaise Trost,
    Wenn reich sie über Fritten läuft,
    Alsbald das Fett im Fett ersäuft,

    Auf dass dies unsern Hunger stille,
    Denn alles das ist Gottes Wille!


  • Brüssler Fassaden & das zweitausendeinhundertfünfundsechzigste Gedicht

    Eine von unzähligen Comic-Fassaden in Brüssel

    Allein vorm Bistro

    Die Muße zum Mut zu Gemütlichkeiten
    Muss ohne dein Zutun ich müd unterschreiten,
    Denn ohne dein Zutun komm ich nicht dazu:
    Der Gütigkeit Gründe bist immerzu du!


  • Granitbewuchs & das zweitausendeinhundertzweiundsechzigste Gedicht

    Bewuchs der Granitfelsen bei Vardo

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Alle Lieben in einem Leib (Todo en un solo cuerpo)

    Denk ich an Liebe in der Nacht,
    Fragt mich meine Muse, ob ich je bedacht,
    Welche der Lieben – soweit mir bekannt,
    Sei die bekrönenswert schönste im Land.

    Nun, alle sind die Schönsten hier. Und überall!
    Bei mancher sind männliche Mienen der Fall,
    Der sie antreibt zum Himmelsritt über die Sterne,
    And’re seh’n den Poem einer Weiblichkeit gerne,
    Mal ist’s Heftigkeit, wonach die Hüften begehren,
    Mal sind’s Scham, Brüste, Straffheit, die alles verzehren.
    Und doch ist es nicht mehr als ’ne Wahl, die man traf,
    Einer Vorliebe, die keiner Wertung bedarf.

    Um im gleichen Recht auf Liebe zu koexistieren,
    Lasst uns nun gemeinsam zum Kreuzzug marschieren,
    Die patriarchalen Strukturen planieren,
    Die Mauern der sturen Zensur ruinieren!

    Wir sind Feministen, Dissidenten, ein Heer –
    Und die Zügel der Zeit sollen brennen!
    Lesben, schwarz, Prostituierte und mehr –
    In aller Verschiedenheit nicht mehr zu trennen:

    Ein Leib einer Zukunft auf wertem Niveau!
    Go women, go! Go women, go!


  • Malecón & das zweitausendeinhunderteinundsechzigste Gedicht

    Am Malecón in Havanna

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Prächtige Lady (Suntuosa Dama)

    Du sperrst dich immer noch unverschämt gegen die Zeit,
    Doch bist stets für Besucher zu lächeln bereit
    Und küsst sie mit wispernden Winden vom Meer,

    Unter Gittern von Balkonen, vor barocker Fassade 
    Und im tiefsten Innern pocht dein Herz vor Begehr-
    En derer, die innig dich lieben, nur schade:

    Sie werden dich verlassen, Havanna,
    Oh du prächtige Dame, Havanna!

    Ich liebe dich mit aller Verbundenheit,
    Von Geburt an Kokon, Brut von Freude und Leid.
    Durch Buntglasfenster geschienene Blüten,

    Zum Seufzen der Menschen, der Pflastersteinmythen
    Einer Palme, die unter den Sturmböen ächzt.
    Das kristallklare Meer, das türkisfarben lechzt,

    Flüstert Sprichwörter reizvollster Intensität,
    Wenn verführerisch lächelnd dein Mondschein verweht
    Alle Nebel, was mich zum Bolero einlädt 

    Im Regen von Sternen, Gestirnen, gedreht
    Fallen Drosseln, Kolibris, Hügelketten,
    Verführerisch lächelnd, mich in Dir zu betten,

    Du Schöpferin von solchen tropischen Reizen,
    Ohne dabei mit Gefühlen zu geizen,
    Havanna, oh meine prächtige Lady,

    Havanna, Havanna, Havanna!


  • Skansen & das zweitausendeinhundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Im historischen Dorf und Freizeitpark Skansen

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Sequero

    Osá schlägt die Trommel und Ogbe tanzt so,
    Dass Weissagung füllt das Haus von Enlejó
    Einen Tag vor der Reise zum Volk von Oyó.

    Schlägt Osá die Trommel, tanzt Ogbe dazu,
    Sie prophezieh‘n Sekereo, gab’n ihm auch im Nu
    Die Order zu opfern. So tat er, deswegen
    Kommt alle herbei nun und zählt seine Segen!


  • Brückenkopfkrönung & das zweitausendeinhundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Auf der Brücke nach Skeppsholmen

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Yemoja

    Eri rere san san san
    Eri rere
    Da Olueri sich bei allen Mächten beklagt,
    Dass er keinerlei Reichtum hat, wurde gesagt,
    Es sei‘n für den Zuspruch, den er sich erbat,
    Mehr Opfer zu bringen. Was er sodann tat.
    Und deshalb – eri rere san san
    Geb ich als Adresse mein Elternhaus an,
    Wo mählich die heilenden Kräuter gedeihen,
    Die Fron uns mit wachsender Blüte zu weihen.
    Eri rere san san san
    Vom Wenigsten sprießt unsre Hoffnung auf mehr,
    Denn nie fließt ein Strom einmal hin, einmal her.


  • Einfahrt Lappo & das zweitausendeinhundertzweiundfünfzigste Gedicht

    Bojen im Fährhafen von Lappo / Aland

    Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba

    Meine Musik (Mí Música)

    Ohne Rastplätze von Präferenzen 
    Bereise ich unsre Musik,
    Spür die Spur eines Steinchens bei Tanz und Kadenzen,
    Sublim, nichts behauptend, doch très majestique!
     
    Der Danzon glänzt, umtänzelt von der Danzonette,
    Die ihn nicht widerlegte.
    Der seit je Unentwegte 
    Verwand jede Wandlung als Puls vom Parkett.
    Und taktvoll transzendieren Piano,
    Gitarren und Bongo in neues Terrain,
    In ChaChaCha, Rumba, ja, todo cubano,
    Moçambique et-ceteraine.
    Ja, das ist meine Musik! Augen zu, hör zu, fühl es!
    Tausch den Stress gegen Lächeln – und Haut verspürt Kühles
    Wie rhythmisch verabreichtes A-Depressivum,
    Es trifft auf dein Herz, treibt es an zum Bumm-Bumm.
     
    Und neue Genies wagen neue Fusionen,
    Bereichern den Nachhall von Generationen,
    Den Grammys, Timba und Latin Jazz krönen.
    Wer schaut da zurück mit gelangweiltem Stöhnen?
    Hier klingt Identität als ein Stolz auch für dich!
    Ich singe und tanz, ohne Zweifel, mein Ich!


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

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