Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Leipzig Völkerschlacht & das zweihundertneunundsiebzigste Gedicht

    Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch

    Wuchtig, donnernd, wuchtig, wuchtig – Völkerschlachtdenkmal in Leipzig nach Wolkenbruch.

    Stirb Langsam, Teil Nichts!

    Das furorlose große Seniorenmenu
    Es strotzt vor Geschmack eines „Tout est perdu“
    Und eigner Überkommenheit

    Man kleckert sich lecker durch kleine Portionen
    So lange wir über der Erdkruste wohnen
    Wenn der Mund auch schon voll ist – das Schlucken braucht Zeit!

    Die vergebliche Hege des Ausgedienten
    Schwingt zwischen Gewohnheit und Liebhaberei
    Im Fond des nach etlichen Brüchen geschienten
    Hechelnden Lächelns nach Ehrungenbrei …

    Doch kommt da nix, ohweiohwei!

    Nein,
    Mit drei Mai Thai und Heiteitei
    Wirbt man nun frech um unser Lob
    Berechnet Erbanteile, grob


  • Städtetourismus & das zweihundertachtundsiebzigste Gedicht

    Im Gras liegen

    Mein Gebiet.

    Von Städten

    Es gibt Städte, dort baut man mit größeren Steinen
    Weshalb auch die Städte viel größer erscheinen

    Es gibt Städte, da siehst du nur mächtige Türen
    So möchten sie dich, Bursch, zum Diebstahl verführen

    Es gibt Städte, in denen läuft nichts ohne Grund
    Dort wird man dich fragen: Was willst du hier? Und

    Es gibt Städte, da geht man am besten nicht hin

    Und dann gibt’s noch die Stadt, in der ich immer bin
    Aber frag nicht, ob ich vielleicht Zeit für dich hätte

    Es gibt keine Zeit in dem Dickicht der Städte


  • Unter Birken & das zweihundertsechsundsiebzigste Gedicht

    Landpark Lauenbrück

    Open Air im Landpark. Mit Wald.

    Die kleinen Stämme

    Wir gerippigen Bäume können nicht richtig schwingen
    Wir wippen und kippen dann um, doch wir singen:
    „Wenn jeder hier mitmacht, dann schaffen wir Wald
    Und sind uns einander bezweigend ein Halt!“

    Doch sind wir es nur vorübergehend
    Schon stürmt ein Wind, uns niedermähend
    Den Schwunggewandten Platz zu bereiten
    Welche in die geschaffenen Astlöcher gleiten

    Wir wippen und kippen, wir steh’n hier nicht lang
    Wenn wir auf was stolz sind, ist’s unser Gesang


  • Auf der Durchreise & das zweihundertdreiundsiebzigste Gedicht

    Rheintal Zugstrecke

    Auf dem Weg nach/über Stuttgart. Jetzt nur Zwischenstopp, Sonntag bereits Tourstation.

    Die Heldenhaften

    Well, i stood grad
    Dort in Stuttgart
    Für den brüchigsten Bruchteil von einem Moment
    Von Umstieg und Zustieg zur Heimfahrt getrennt …

    Hinter mir im Bleibenswerten
    Treiben all die Umgekehrten
    Rütteln am Baugerüst meines Entschlusses …

    Jeder Waggon scheint ein Wagnis, man muss es
    Tun
    Nun
    Sitz ich im Zug
    Die Willenskraft war wieder saftig genug!

    Und schmeckt der Triumph meiner Tat auch recht schal
    (Es war ja nur Stuttgart!) – das ist mir egal …


  • Mülheim a.d.R. & das zweihundertachtundsechzigste Gedicht

    Wassermuseum Mühlheim an der Ruhr

    Wasserturm in der Zweitnutzung.

    Die Partyhelden oder Die Gewichtung der Dinge

    Selbst ein gutes Gedicht
    Bringt es ja nicht …
    Und steht hilfloser in der Welt
    Als jeder stinknormale Drink
    Und sei es nur das nächste Bier
    Das, alter Freund, ich gern mit dir
    Auch auf das Wohl der Lyrik trink‘
    Bleibt sie doch ein Glas, das sein Inhalt erhellt


  • Leavin‘ Görlitz & das zweihundertfünfundsechzigste Gedicht

    Görlitz at night

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Abflug.

    Nun bin ich manche Stunde

    Solch Beschaulichkeit müsste erfunden werden
    Um als Ernte der kopfsteingepflasterten Erden
    Den Kantenvernarrten in mir zu entspannen
    Das aufsässig Drängende sanft zu verbannen
    Aus diesem Garten der Nostalgie
    Wo die saftigsten Früchte aus Melancholie
    Und einstiger Pracht nun im Immerfort reifen
    Dass mich deren Düfte wie Ahnungen streifen:

    Hier fänd’st du deine Ruh!

    Doch brennst halt immerzu …
    Ich trinke genüsslich, gemächlich Kaffee
    Erspür‘ so viel Gründe zu bleiben, doch … nee!


  • Nicolaifriedhof & das zweihundertvierundsechzigste Gedicht

    Nicolaifriedhof Görlitz

    Drei Tage Görlitz, Straßentheaterfestival. Erinnerung.

    Epitaph

    So lasse ich denn diese Zeilen zurück
    Als in Trauer verstetigtes irdisches Glück
    Der innigsten Verbundenheit

    Verblassend nun zu Ewigkeit


  • Abreise & das zweihundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Olympiapark Munich Mash

    Es geht wieder los. Mächtig: acht Stunden bis Görlitz.

    Astronautenkost

    Mir ist so, als wenn ich in kosmischer Ödnis
    Vor etwa zehn Jahren ein Trümmerstück sah
    Das ich nun erinn’re, da mir grad so öd is‘
    Schon rätselnd, ob’s wirklich ein Trümmerstück war
    Und nicht bloß der Wunsch, den ich da vor Dekaden
    Nach Steinen verspürte im ähnlichen, faden
    Daseinsgequäle in kosmischer Ödnis

    Obwohl es auch sicherlich epochal blöd is‘
    Gleich das anzuzweifeln, was hier je von Gewicht war
    In der endlosen Weite aus dem, was ich nicht sah


  • Halbzeitendspurt & das zweihundertneunundvierzigste Gedicht

    Nordkette Innsbruck

    … ich schlittere also unaufhaltsam zum Gedicht Nr. 250. In Demut.

    Quastgedicht

    Und wieder bin ich nur Plakat
    Kein Vers, der gärt zum Attentat
    Kein Reim, der keimt im Bällebad
    Und steht den Wille-Stil-Spagat
    Denn wieder bin ich nur Plakat

    Und abermals bin ich Plakat
    Bin Habermas und Dekanat
    Bin strukturiertes Destillat
    Im selbst verhängten Zölibat
    Schlussendlich immer nur Plakat

    Och!
    Doch:

    Wo halbgegart heißt noch zu scharf!
    Besteht noch viel Plakatbedarf


  • Marienklausensteg & das zweihundertsechsundvierzigste Gedicht

    Marienklausensteg

    Isar-Spaziergänge. Und ein Gedichte-Marathon. Zehn Gedichte in zwei Tagen – mit der 250 zur Halbjahreswende vor Augen. Rest folgt in Kürze.

    Der Blick von Außen

    Der Spiegel irrt sich – das kann ich nicht sein!
    Ich fordere nun Materialproben ein
    Mit der Bitte zu prüfen, wieso dieser Mann
    Die Darstellungskraft meiner Spiegel gewann
    Er breitet sich aus – infiziert alle Schichten
    Die, ihn widerspiegelnd, mein Abbild vernichten
    Es steht zu befürchten, ich gleich‘ mich ihm an
    Sobald ich den Anblick gewohnt bin und dann
    Ist er der Herr im Hause hier
    Und gilt als Original von mir

    Wie lang kann dann noch die Gewissheit besteh’n
    Das Bestreben, mich selbst doch ganz anders zu seh’n?

    Ich besprüh‘ jetzt die spiegelnden Flächen im Haus:
    „Die Wirklichkeit sieht anders aus!“


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


Gedichte/Fotos ausgewählter Tourstationen:

* Costa Rica
* Hawaii
* Indien
* Japan
* Kuba
* Madagaskar
* Malaysia (Borneo)
* Marokko
* Mauritius
* Namibia
* Seychellen
* Sri Lanka


Gedichtthemen:

* Alter, Schmerz, Tod
* Autor & Schreiben
* Berg, Fluss & Tal
* Berlin
* Fahrzeuge
* Frühling
* Gebäude & Urbanes
* Geburtstag/Hochzeit
* Geld & Karriere
* Grusel
* Haus & Heimat
* Herbst
* Internet & Technik
* Kleidung
* Kindheit & Jugend
* Körperteile
* Kunst & Inbrunst
* Länder/Kontinente
* Liebe & Beziehung
* Märchen
* Mord & Totschlag
* München
* Musik & Gesang
* Ostern & Weihnacht
* Pflanzen & Natur
* Poetry Slam
* Politik
* Promis
* Regionales
* Religion & Philo
* Reisen
* Rüpeleien & Tiraden
* Schlafen
* See
* Sex & Erotik
* Sommer
* Speis & Trank
* Sport
* Städte
* Strand/Meer
* Silvester & Wechsel
* Tabak & Alkohol
* Tanzen
* Tiere
* Unsinn
* Wind & Wetter
* Winter


Best of Poetry

Ripostegedichte

Die Oscarballaden

Poetry Slam Gedichte & Videos

Poetry Slam meets Klassik

SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!

Über den Autor


Achtzeiler Alter, Tod & Abschied Autor & Schreiben Berg, Fluss & Tal Berlin Dutzendzeiler Einakter Erde Essen Fahrzeuge Feuer Gebäude & Urbanes Geld, Arbeit, Karriere Grusel Haus & Heimat Internet & Technik Kindheit & Jugend Krummzeiler Kuba Kunst & Inbrunst Körperteile Liebe und Beziehung Luft Marokko Mord & Totschlag München Pflanzen & Natur Politik Reisen Religion & Philosophie Ripostegedichte Rüpeleien Schlaf & Langeweile Sechszeiler Sex & Erotik Speis & Trank Städte Tabak & Alkohol Tiere Unsinn Vierzeiler Wasser Wind & Wetter Zehnzeiler Zweizeiler