Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Erde

Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Tsiribihina & das dreihundertneununddreißigste Gedicht

    Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina River.

    Für zweieinhalb Tage auf dem Tsiribihina.

    Im Fluss

    Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss
    Nur ich stecke mit Hochgenuss
    Nach Fahrrinnenslalom und Stromschnellentest
    Auf einer der stoischsten Sandbänke fest

    Es frug mich manch See- oder sehender Mann
    Ob er mir nicht irgendwie raushelfen kann
    Und herzlich gestelzt klingt mein „Dankeschön, nein!“
    Das muss zwar nicht, aber das darf mal so sein
    Dass das lange, ruhige Leben sich wallt
    Mein knarzendes Rückgrat mit Kraft überspült

    So werd‘ von der Massen der Wasser, geballt
    Ich bis zu den Knien durch die Sandbank gewühlt
    Bald schlucke ich Wasser, bald riech‘ ich Ertrinken
    Schon spann‘ ich die Flügel, noch tiefer zu sinken …

    Dann geb‘ ich meinen Rumpf ’nen Stoß
    Und heb‘ mich aus dem Sandsumpf los

    Ich genieße wie niemals zuvor dieses Treiben
    Mit Ruhe und Länge im Einklang zu bleiben

    Doch jedem Hindernis zollt nun mein Wissen Respekt
    Dass so viel Gewalt in der Stromlinie steckt


  • Antsirabe & das dreihundertachtunddreißigste Gedicht

    Auf dem Weg von Madagaskars Hochland zur Küste.

    Auf dem Weg vom Hochland zur Küste.

    Rote Erde

    In Afrikas roter Erde steckt die Kraft von sechshundert Sonnenorangen
    Und der Schweiß aller Bürden der Menschheitsgeschichte
    Aus den narbig durchpflügten Landwirtschaftsloungen
    Spritzt das Futter für rüstige Reiseberichte
    So anders, doch: „Was war ich da!“
    Im kurz entblößtem Unsichtbar


  • Mausmaki & das dreihunderteinunddreißigste Gedicht

    Mausmaki

    Mehr Schlaf geht nicht: Mausmaki am Tage, beim Zimmersäubern aufgespürt. Aber vor Einbruch der Dunkelheit wird kein Auge geöffnet, sei der Trubel auch noch so groß.

    Einschlafgedicht

    Mit achtzig Tonnen Gewicht auf den Schultern
    Schlepp ich mich zum Marsch into Mausmaki-Schlaf
    Ich bitte die Weiten des Alls ums Geduld-Hab’n
    Und schmieg mich in Tiefen ein, lämmchenbrav


  • Ambohimanga & das dreihundertneunundzwanzigste Gedicht

    Blick von Ambohimanga

    Natürlich jedes Mal so, aber nach wie vor beim Neubesuch von exotischem Flair: In der Nacht liegt die Mondsichel waagerecht überm Horizont.

    Afrika

    Lächelnd hängt die Mondessichel über traurig Afrika
    Dem Gewohnten widersprechend im Gebrauch von „Alles klar!“
    Im Kuckucksnest der Zuversicht sich Trotz mit Trost und Stolz vermengt
    Was sie zu einem Dämmstoff eint, ist: dass der Mond doch an sie denkt


  • Abu Dhabi V & das dreihundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Skyline Abu Dhabi

    Abu Dhabi

    Ich senke meine sanften Zähne
    In den warmen Hals der Gazelle
    Ich schmecke Blut und hör Gegähne
    Das ich mit scheuem Zorn bebelle

    Wir finden in keiner der Welten zusammen
    Und scheinen doch aus selbem Sande zu stammen
    Wir entkamen dem Nirgends und kamen so weit
    In den endlosen Fluren der Vorläufigkeit
    Doch stets zeigt sich ein neuer Berg
    Erleuchtet von ’nem Feuerwerk


  • Abu Dhabi III & das dreihundertdreiundzwanzigste Gedicht

    Saadiyat Beach

    Die Sonne geht unter, der Tag darf beginnen. Soll niemand sagen, sie hätte nicht alles gegeben.

    Der neunzehnte Stock

    Ja, von hier kann ich das Meer seh’n
    Gleich neben mir den Rooftop-Pool
    Seh Taxifahrer Runden dreh’n
    Die Luft ist immer noch nicht cool

    Es geht schon auf Eins zu
    Doch der Tag scheint noch jung
    Er fädelt sich ein – du
    Verlorst deinen Schwung
    Weil du viel zu früh hungrig ins Leere greifst
    Die wahre Bestimmung vertändelnd nur streifst

    Du weißt genau: Die Ungeduld
    Ist niemals jemand anders schuld
    Winkst der Stadt zu: „Naja, eig’ntlich hätt‘ ich noch Bock!“
    Und du schaust sie dir an, dort vom neunzehnten Stock


  • Abu Dhabi II & das dreihundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Corniche beach

    Die Temperatur und ich sind heute auf einer Ü40-Party.

    Von der Barmherzigkeit des Schattens oder Auf der Corniche

    Viel zu oft hab ich dich nur in Anspruch genommen

    Mal bewusst, mal durch Zufall gut untergekommen
    Habe ich in der Abdunklung mild mich entspannt
    Das Gemüt überhitzt, die Haut sonnengebrannt
    Laue Windhauchoasen bestreicheln den Schweiß
    Die Linderung gibt mir Asyl und ich weiß:

    Viel zu oft hab ich dich als gegeben gesetzt
    Wie wertvoll du warst, merk‘ ich – flüchtend – erst jetzt!


  • Dünenwanderweg & das dreihundertachtzehnte Gedicht

    Dünenwanderweg Sylt

    Letzter Inselwechsel vor Madagaskar: Sylt.

    In der Gischt

    Schlürfend holt sich die gierige Ebbe
    Das grade gewonnene Strandgut zurück

    Doch wenn wir das nicht beachten
    Alles nüchtern betrachten
    Waren die paar Sekunden
    Die wir mit ihm verbunden

    Für ein bis zwei Leben
    Schon neidbares Glück


  • Alter Nordfriedhof & das dreihundertundzwölfte Gedicht

    Alter Nordfriedhof Maxvorstadt

    Wie soll das alles enden?

    Das Weitere und die Endzeit

    Diese Zeile hat noch gar keinen Dunst, wo sie endet
    Und auch dieser hier werde ich das nicht verraten
    Diese glaubt, dass sich durch ihr Dazutun was wendet
    Und nun steh’n sie zu viert hier geschrieben – und warten

    Sich im Ist einzurichten, klingt manchmal gescheiter
    Denn oft geht’s im Leben ja gar nicht groß weiter


  • Berlinische Galerie & das dreihundertunddritte Gedicht

    Eingang Berlinische Galerie

    Museale Sehnsüchte.

    Das Mus der Dinge

    Was hab’n wir nicht alles schon tot hier begraben?
    Und nichts hallt noch nach, bist du, Freund, nicht Museum
    Doch du bist nicht Museum – Museum? Du nicht
    Wir zwäng’n uns in engste Erinnerungswaben
    Und all unsre Bilder und Schilder, die Wildheit
    Fall’n eine Welt später nicht mehr ins Gewicht


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