Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Was Astronauten so aus den Händen fällt,
Landet nirgends, nimmermehr,
Trudelt durch eine nicht endende Welt –
Und die gibt als All all dies nie wieder her.
Die Einsamkeit brüht nachschublos
Den x-ten Aufguss aus Resten.
An jeder Luke droht ein Stoß
Von ungebet‘nen Gästen.
Dass oft besuchte Plätze nun
Für andre Leute gelten,
Dass deine Daseins dun-
Kel sich vereinen auf ein Selten,
In dem sich Rückkehr unerfüllt
Als leer gestreckter Leib enthüllt –
Dies alles macht dir jäh bewusst:
Im Fazit überwiegt Verlust.
Da ist doch ein Winkelchen meiner Kammer
Noch unbeschrieben geblieben!
Im Unterschlupf (von einer Klammer
Hat’s sich die Zeit vertrieben.
„Lümmelchen!“, hab ich gedacht
Und sanft die Klammer zugemacht).
Ich tauche meine Quanten stets
In die Grünen Gumpen.
Ich überhör die Frage „Geht’s?“,
Da lass ich mich nicht lumpen.
Wenn schweinchenpink der Rist erstrahlt,
Hat sich das Britzeln ausgezahlt
Und alles Leben kehrt zurück –
Welch frostgebor’nes warmes Glück!
Selbst der die Unermesslichkeit streifende Schatz
Scheint letztlich ersetzlich zu sein –
So erschien dein Furor mir vorm vorletzten Satz
Im Grunde verletzlich und klein.
Plötzlich stand die Veränderung drohend im Raum,
So als müsst man in Panik geraten.
Nur dich als Betroffene rührte es kaum
Und du sagtest: Da kann man nur warten.
Denn wie viel von dem Umbruch bei Eintritt verglüht –
Das betrachtet man besser von Rändern.
Und wenn im Jahr drauf alles wiedererblüht –
Meist verspürt’s wenig Zwang sich zu ändern.