Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Am Morgen, wenn die Nebel sich, scheint’s, zunehmend verdichten,
Mag ich geballte Zuversicht auf spätre Stunden richten.
Die Weser trägt die Zuversicht als Meer in ihrem Willen,
Das nebulös grad zu mir spricht – so denke ich, im Stillen.
Die Befreiungshalle hatte schon zu.
Und ich stand befangen daneben.
Stets ist’s die Zeit – sie verwehrt mir den Clou-
Wie Eingang zum hehreren Leben.
Die Befreiungshalle war geschlossen.
Begriffstutzig stand ich im Freien –
Von der Sonne beleidigt und viel zu verdrossen,
All der äußeren Welt zu verzeihen.
Wir werden so unglaublich fernzeitig sein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.
Wir machten uns freilich nie freiwillig klein –
Denn wir schrieben die Hits einer Band,
Die stetig tourt und tourt, da wir
Schon unter ferner liefen laufen.
Doch noch passt jenes prächtige Brustblattgeschirr
Zu der Treue zum Plan uns zusammenzuraufen.
Eine Kutschpartie soll was Vergnügliches sein
Und bemüht den, der vorneweg rennt.
Wir tanzten so stur in die Ferne hinein,
Dass uns niemand auf Bildern erkennt.
Ich grüße die Süße des Wiedererkennens,
Bepuder‘ die Mieder des Bruder-Bennenens
Und passier‘ das Spalier der guten Bekannten
Im Stallgeruch der alten Welt.
Die ständige Sammlung bändigt der Alltag
Zum Lämmergesang, den man in jedem Fall mag,
Befächelt vom Lächeln der uns Zugewandten –
Als wär man selbst hier ausgestellt.
Der Handlauf der Treppe, die Folge der Stufen
Scheinen nicht zueinander zu passen.
Ich habe schon dreimal um Hilfe gerufen –
Vor der Einsicht, ich sollte es lassen …
Ab hier ist alles vorbereitet
Für Sturz und freien Fall.
Die Gangart, die mich überschreitet,
Herrscht plötzlich überall.
Aber welchen der Träume von vor dreißig Jahren
Haben wir seither verbraucht?
Wie viele von ihnen sind ohne Bewandnis
Längst in Krematorien verraucht?
Und magst du mir sagen, wie da grad der Stand is –
Auch hinsichtlich Priorität?
Dann würd ich gern zwei bis drei weiter verwahren,
So lange mein Akku noch lädt.
Nun über die ganz großen Plätze zu geh’n
Nahe Statuen bedeutender Leute,
Mag ich als mein Chäncechen auf Einsicht versteh’n –
Da ich Demut aus Dümmlichkeit scheute.
Schon schärf ich geschätzten rebellischen Sinn
Unterm Schein von bewährteren Schätzen.
Dem Straßenlärm nicht mehr gewahr, denn ich bin
Auf dem Weg zu noch größeren Plätzen.