Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Einakter

Alles, was zwölf Zeilen überschreitet.


  • Frühlingsnebel & das zweitausendachthundertsiebenunddreißigste Gedicht

    Im Nymphenburger Schlosspark

    Dieses eine Bier!

    Ein kühl und warm mich küssendes Bier
    Berinnsalt meine Kehle
    Und jeder Schluck besinnt: „Bin dir
    Ein Kleinjuwel der Seele!“

    Göttlichkeit, die längst erlöst
    Vom Religions-Gebete,
    Dass jeder Sinn schmeckt eingemöst
    Vom Sex mit Nofretete.

    Ach, tretet Jesus, Mohammed, …
    Genüsslich in die Tonne –
    Hier kommt ein Heiland, doppelt fett,
    Und rüstet mich mit Wonne!

    Auch wenn mich die mähliche Ahnung umkurst:
    Vielleicht hatt‘ ich einfach nur wirklich viel Durst.


  • Methanleitung & das zweitausendachthundertachtundzwanzigste Gedicht

    Methanleitung Warnschilder vor Murano

    Vor Traunstein mau dreinschau’n

    Ein paar Haltepunkte vor Traunstein
    Stellt sich bei mir stetig das Grau’n ein.
    Denn hinter den Hecken- und Zaunreih’n,
    Da keltern sie Biere und brau’n Wein –
    Die Kerle eh’r grob, ihre Frau’n fein
    (die trotzdem bestaunen der Pfau’n Schein!).
    Ich mag dir den Trip nicht versau’n, nein,
    Da Städter, sobald sie sich stau’n, schrei’n:
    „Ihr Dörfler spielt gerne die schlau’n Lai’n,
    Doch fallt im Akkord auf die Blau’n rein!“
    Da kann man nur vor dem Verdau’n spei’n …
    Da sollten die von solchen Klau’n Frei’n
    Die sowas bewow!en verhau’n! Kein
    Zweifel, du darfst, bist du down, cry’n!
    Es mag nur ’ne Show deiner Laun’n sein,
    Doch muss man nach Sorgendurchkau’n wein’n!
    Da leisten sich die zu Genau’n ein’n
    Fauxpas, weil sie voreilig raun’n, dein
    Problem wär nach näh’rem Beschau’n klein –
    Du hätt’st doch trotz Zeitenverrau’n Schwein!
    Das kannst du den Bauern der Gau’n leih’n –
    Ein paar Haltepunkte vor Traunstein!


  • Heilig Kreuz & das zweitausendachthundertzehnte Gedicht

    Heilig Kreuz (alte Kirche) in Icking

    Dein schönstes Gedicht

    Und schriebe ich ihr ein Gedicht,
    So sei’s von Kunstgriffen befreit.
    Kaleko raunt: „Ich schrieb es nicht!“
    Doch ich fühl mich dazu bereit.

    # Soll Unbeholfenheit mich führen –
    # Für dich mag ich ein Laie sein!
    # Obzwar Juwelen dir gebühren –
    # Es dreht sich nur um Mark und Bein.

    Und schriebe ich ihr dies Gedicht –
    Es könnt Enttäuschung zeugen:
    Vielleicht erschien es ihr zu schlicht.
    Nun, sollt ich mich dem beugen?

    # Für dich muss, aller Wortlast frei,
    # Der pure Text genügen.
    # Und fändest du’s zu einerlei –
    # Könnt dein Geschmack sich fügen?

    So schrieb ich dies Gedicht ihr nicht.
    Im Repertoire klafft fort das Loch –
    Der Leichtigkeit trotzt das Gewicht.
    Kaleko ruft: „Na, sag ich doch!“


  • Vorletzter Mond & das zweitausendsiebenhundertachtundneunzigste Gedicht

    Mond über Moosach

    Dezember, Update (Jahresrückblick 2025)

    Da haben wir mit letzter Kraft
    Es an die Ziellinie geschafft!
    Doch jetzt bitte hier nicht schon zur Abreise packen –
    Der Dezember gibt uns noch manch Schlag in den Nacken:

    Der Mitmach-Jihad für Jedermann
    Knüpft wieder an frühere Anschläge an:
    15 Opfer am anderen Ende der Welt
    Für das Ende des Tötens sorgt der Bondi-Beach-Held,
    Dessen Herkunft dann vorschnelle Schlüsse verhindert
    Und das Hetzpotential rechter Stimmen vermindert.

    Israel erkennt plötzlich Somaliland an,
    China droht so wie gewohnt gen Taiwan …
    Aber: Waffenruhe! Zwischen Kambodscha und Thailand. Gut, klar:
    Das gab’s schon einmal dieses Jahr.
    Derweil Schwärzungsstifte über die Epstein-Files huschen
    Zur Melange aus Freigabeweitervertuschen …

    Rosa von Praunheim beendet die letzte Show,
    Chris Rea fährt heim, Brigitte Bardot.
    Thomas Gottschalk – keine Angst, ging nicht ganz von uns, nö –
    Sagte krankheitsbedingt nur dem Spotlight Adieu.

    Das willige Europa einigt sich in Berlin,
    Als Security-Wachdienst zusammenzuzieh’n,
    Weit’re Treffen, neue Pläne und Verstreichen von Zeit …
    Doch es braucht wen, der Russland von Putin befreit.
    Das eingefrorene Geld sollte man dazu nützen,
    Aufbegehrende Jugend in Moskau zu stützen –
    Dann bleibt das Vermögen zumindest im Lande
    Und hilft bei der Säub’rung von Wladimirs Schande.

    Nach Adventskalendern öffnet man Sparkassentürchen
    In – ausgerechnet! – Gelsenkürchen!
    Im Iran regen sich Streiks und Demonstrationen,
    Dann phantasiert jemand von 91 Drohnen
    Und damit man dies Jahr nicht im nächsten vergisst,
    Lern’n wir, was ein Flashover ist.

    Und ein kurzer Blick in die Glaskugel …
    Zu Neujahr heißt’s nach Straßenkrieg wieder devot:
    Ja, sicher wär’s sich’rer mit Böllerverbot.


  • Abbau & das zweitausendsiebenhundertneunundachtzigste Gedicht

    Backstage Clubbühne nach dem Toxoplasma-Konzert

    Toxoplasma im Backstage (Gedichtrezension)

    Nun mit so vielen Jahren Verspätung
    Dann doch Toxoplasma geseh’n.
    Ich erflehte mir damals das sehr jung,
    Nur ist es halt niemals gescheh’n.

    Vor der Zeche hab ich einst das Geld mir erschnorrt –
    Doch dann hieß es, sie sei’n schon vorbei.
    Heut bin ich viel knapper – mit Fahrschein! – vor Ort,
    Hab ein Online-Ticket für zwei:

    Der eine strahlt feist voll „Ich kann’s mir jetzt leisten!“,
    Der andre sein zierlicher Ahne.
    Es standen Spalier in solch Paaren die meisten
    Nach 40 Jahr‘ reifendem Plane.

    Hab nach all der Zeit heut Toxoplasma geseh’n
    Und „Asozial“ gesungen.

    Für dich mag dies schal Museales umweh’n.
    Für mich hat’s wie gestern geklungen.


  • Moosacher Beeren & das zweitausendsiebenhundertachtundachtzigste Gedicht

    Herbst in Moosach

    Eichenlaub

    Von meiner spät entschloss’nen Eiche
    Schwebt stetig, jeden Augenblick
    (auch wenn mir schwant, das ist ein Trick),
    Ein braun-entfärbtes Blatt hinab.

    Da ich das mit dem Baum abgleiche
    (der, wenn man ihn bedächtig misst,
    Nicht wirklich übermächtig ist),
    Ich Folgendes errechnet hab:

    Entlaubt er sich in jenem Takt
    (was selbstverständlich in der Nacht
    So niemand wirklich überwacht),
    Wär dieser Baum längst licht.

    Warum die Krone noch nicht nackt
    Trotz permanentem Starkverlust
    (war mir bislang auch ungewusst),
    Enthüllt nun dies Gedicht:

    Fühl’n sich die Blätter nicht beachtet
    (ob sichtgeschützt, ob weil es nachtet),
    Dann treten sie den Rückmarsch an

    Vom Stamm zum Ast zum Zweig zurück;
    Man rastet ein mit leisem Klick –
    Schon hängt man wie zu Anfang dran!

    Drum braucht der Abfall vom Behang
    Auch dieses Jahr besonders lang.


  • Erlebnisbiotop & das zweitausendsiebenhundertvierundachtzigste Gedicht

    Erlebnisbiotop beim Kloster Benediktbeuern

    Dezember, vorläufig (Jahresrückblick 2025)

    Da haben wir mit letzter Kraft
    Es an die Ziellinie geschafft!
    Doch jetzt bitte hier nicht schon zur Abreise packen –
    Gern verpasst der Dezember manch Schlag in den Nacken!

    Ach, zu viel von dem, was man nicht mag,
    Erscheint noch wie am Neujahrstag
    Und and’res, das man hart erstritten,
    Ist uns noch aus der Hand geglitten.

    Ja, anfangs dacht’mer noch, wir hätten
    Da ein Gesetz für Lieferketten,
    Atomteststopp, Verbrenner-Aus –
    Jetzt windet man sich wieder raus!
    Bei andren Themen galt ja schon
    Im letzten Jahr Entscheidungsnot:
    Beim Social-Media-Mindestalter,
    Wann kommt das AFD-Verbot?
    Wird unter Babiš sich Tschechien mit Ungarn gleich schalten
    Beim Husarenstück unser Europa zu spalten?
    In Chile, Japan, Portugal –
    Ein Rechtsruck drückt von überall.
    Fast täglich wird man angesprungen
    Von köderhaften Äußerungen,
    Deren Sinn ist nicht, Haltung zu positionieren –
    Es geht drum, ’ne Spaltung noch mehr zu forcieren!

    Und der Maestro vom „Ich darf per se alles sagen!“
    Schickt jetzt der BBC und der New York Times seine Klagen.
    Woran’s denen mangelt, ist Champion-Respekt!
    Und das ist auch der Grund, weshalb Deutschland verreckt
    Neben AFD-Feindlichkeit, Umweltschutz, Gendern …
    In Europa zähl’n wir zu den B-Klasse-Ländern.
    Schaut auf die Euro-Vorreiter und tut’s ihnen gleich:
    Polen, Ungarn, Italien, Österreich!
    Österreich? Hä? Die FPÖ wurd aus der Regeierung gekickt –
    Hat die Sicherheitsstrategie das überseh’n?
    Ach, vermutlich geht’s hier um was anderes – der Donald will gern mal zum Opernball geh’n!

    Tja, dann … was könnt Deutschland ihm nächst‘ Jahr zum 80. schenken?
    Naja, wenn man wähl’n darf – ein stilles Gedenken?
    Uppsala! Nein, ein jeder ist wertvoll – sei er Schuft, sei er böse –
    Und Trump wär ’ne sehr gute Heißluftfritteuse,
    Ein Küchentrend
    Ganz kurz vorm End.
    So woll’n wir auch für ihn – konfessionslos – für ein bess’res Jahr beten.
    Soviel von der Dichtung. Und jetzt die Raketen!


  • Rückspiegel & das zweitausendsiebenhundertzweiundachtzigste Gedicht

    Herbstliche Seespiegelung im Botanischen Garten München

    November (Jahresrückblick 2025)

    Sessionsbeginn vom Karneval,
    Black Friday gibt’s jetzt überall,
    Und Haftbefehls Entgiftungsschritt
    Bringt Reinhard Mey ’nen späten Hit.
    Dank Klöckner weiß nun jedes Kind,
    Dass wir der Puff Europas sind.
    Die Eisbachwelle ist verschwunden,
    Und Lindner hat ’nen Job gefunden:
    Autobranche – war ja klar!
    Da steigt ein Bürgermeister-Star
    Am Himmel von New York jetzt auf,
    Grätscht in den MAGA-Siegeslauf
    Mamdani heißt der Feelgood-Hit
    Und eine halbe Welt hofft mit.

    Friedrich Merz wird 70, kriegt Krawatten,
    Muss Brasilien ’nen Besuch abstatten.
    Nun, als Fazit der COP30:
    Im Beleid’jen war’er fleißig!

    Und emsig geht’s von Belém nach Berlin,
    Um drei Beschlüsse durchzuzieh’n:
    Die Industriestrompreise senken,
    Den Airlines Ticketsteuer schenken
    Doch dann verwandt man beim Schnüren der Rentenpakete
    Zu viel für die Jugend verlorene Knete.
    Prompt schreiten da zur Rebellion
    Sieben ältere Herren der jungen Union.
    Jedoch die Linke lässt sich trimmen,
    Dann per Enthaltung zuzustimmen, Bingo!

    Die AFD trifft in Sotchi jetzt Putins Gesellen,
    Wird der’n Anfragen dann an den Bundestag stellen,
    Und ihr Jugendverband wird in Giessen begossen:
    Die „Generation Deutschland“ übt fest entschlossen
    Das scharf gekeifte Hitler-R –
    Man ist ja nicht bloß irgendwer!
    Und die Brandmauer ist ja schon lang nicht mehr recht
    Der scheidenden Frau Wagenknecht.
    Der’n Partei klempnert schnell ihren Namen um, doch
    Seh’n wir’s mal reel, Leute! Lohnt sich das noch?

    Der wieder öfter hofierte Erdogan
    Verknackt aus Diktatorenwahn
    Imamoglu zu 2.430 Jahr’n
    Haft – ja, das klingt viel, klar, wobei:
    Also, wenn er die schafft, ist er immerhin frei!

    Nun ist der Monat beinah um,
    Doch komm’n wir nicht um Trump herum!
    Der Rekord-Shutdown ist jetzt beendigt,
    Da fordert er voll ungebändigt
    Die Todesstrafe für renitente Demokraten –
    Was soll man von ihm sonst erwarten?
    Doch will er den Ukraine-Krieg
    Für sein’n privaten Schlichter-Sieg:
    Ganze 28 Punkte für den Frieden, das fetzt!
    Hab’n die Russen für Wittkoff bereits übersetzt …
    Nur Europa entgegnet: „Wir seh’n da jetzt keine
    So wirkliche Anreize für die Ukraine?!
    Vielleicht lässt sich zumindest noch an den Rändern
    Im Sinne Selenskys da irgendwas ändern?“

    Der Kreml verhöhnt dies als „Magisches Denken“ –
    Woll’n wir’s weiterverfolgen oder kann man sich’s schenken?
    Dieses schamlose Hin und Her ist kaum noch stemmbar –
    Fast möcht‘ man schon fliehen, hinaus zum Dezember.


  • Weihnachtsmarkthimmel & das zweitausendsiebenhundertneunundsiebzigste Gedicht

    Weihnachtspyramide am Weihnachtsmarkt Essen

    Oktober (Jahresrückblick 2025)

    Hoch über den Stadtbildern, aus den’n unsre Töchterlein fliehn
    Sieht man nun südwärts die Zugvögel ziehn.
    Sie transportieren Grippeviren,
    Die Geflügelfarmen anvisieren
    Und Massenmasthofbauern keulen
    Gänse, Enten, Hühner, Eulen.
    Doch die Vögel sind ganz ohne Hintersinn hier –
    Sie sind auf dem Weg in ein Winterquartier.

    „Hey, ihr Vögel da oben, was ist euer Ziel?“
    „Naja, da gibt’s ja nicht mehr viel …
    In Darfur wütet der RSF grad mit Graus –
    Fast 500 Tote im Krankenhaus.
    In Rio sind 120 verendet,
    Ein Bürgerkrieg noch abgewendet,
    Nach Gemetzeln zwischen Cops und Favela-Familien.
    Naja, und is halt eh Brasilien …!
    Florida dämmert im Shutdown dahin,
    Argentinien macht unter Milei keinen Sinn
    Auch nach Syrien zurückzukehr’n, wär noch nicht cool,
    Bestätigte Herr Wadepfuhl.
    Nur noch Krieg und politische Vollkatastrophen –
    Da bekäm dies Gedicht ganz schnell zu viele Strophen!
    Ein Schwarm von uns ist, ungelogen,
    Drum grad gen Gaza abgebogen,
    Um sich dort zu bewerben als Friedenstauben.
    Wir dachten, die wollen ’n Scherz sich erlauben,
    Doch man hat sie tatsächlich als solche verbraten
    Im Fastfood-Menu der Vereinigten Staaten.“

    Es bleib’n die Verbrecher beider Seiten in charge –
    Da wittert man abermals baldigen Knatsch:
    Kaum ist ’ne Seite genervt von dem Friedensvertragwisch,
    Serviert man wohl prompt einen tödlichen Nachtisch.
    Denn ’ne hochdosierte Schlacht-Entfaltung
    Dient beiderseits der Machterhaltung.
    Und die Hamas übt schon mal an den eigenen Leuten,
    Denn ein Widerwort muss Spionage bedeuten –
    Und die soll’n lern’n, wer hier wieder der Babo is
    Und schon bei ’ner Zwischenfallandeutung bombt jetzt die Is-
    raelische Luftkraft ’nen Vergeltungsschlag.
    Und dieser Ausnahmefall passiert fast jeden Tag!

    Hm, das mit der Waffenruhe hat anfangs mal besser geklungen …?
    Nun, auch Nicole hat von „Ein BISSCHEN Frieden“ gesungen –
    Und a bisserl was geht immer!
    Vorher war’s durchaus noch schlimmer …

    Hey, ihr Vögel da oben – um euer Ziel zu erreichen,
    Muss eure Route einem Zickzackkurs gleichen
    Und niemals lasst den Spaß euch nehmen,
    Zu segeln zwischen den Extremen!

    Mal mit Tomahawk-Versprechung’n Selensky stützen,
    Dann den Intressen Putins nützen,
    Mal wird beinhart von der Brüssler Rotte
    Das Sanktionspaket Nr. 19 verhängt,
    Derweil die Russ’sche Schattenflotte
    Wohl bald 2.000 Schiffe lenkt.
    Ja, ein Biomatsch darf jetzt nicht mehr Veggiewurst heißen,
    Aber sonst kann man uns gerne weiterbescheißen …

    In Berlin muss Steinmeier hinaus –
    Das Schloss Bellevue wird restauriert,
    Der Ostflügel vom Weißen Haus
    Dagegen restlos wegplaniert,
    Weil der Schlossherr verlangt, einen Ballsaal zu kriegen –
    Nun, das wisst ihr, mit einem Flügel kann man nicht sehr lang fliegen.
    Und vielleicht ist’s ja mit Trumps Höhenflug
    Im nächsten Jahr dann auch genug, liebe Vögel?


  • Grand Café Orient & das zweitausendsiebenhundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Im Grand Café Orient Prag

    September (Jahresrückblick 2025)

    Ich dachte da grad in der Pause verstört:
    Man hat schon so lange vom Trump nicht gehört!?
    „Er ist tot …!“, munkelt’s durch die Verschwörungskanäle.
    „So wenige Posts hat’s noch niemals gegeben!“
    Prompt schlägt er die nächstbesten Schlagzeilenpfähle
    Und lässt so wie gewohnt seine Kampfnüstern beben.
    Ja, der alte Abholzmichl, er lebt noch, so wie wir ihn kannten!
    Er fährt Säuberungsfeldzüge gegen Migranten
    Und er tauft das Verteid’jungsministerium
    In Kriegsministers Amtssitz um.
    Er lässt Drogenkutter vor Venezuela versenken
    Und will Amerikas Volk einen Märtyrer schenken.
    Denn in der Pause hab ich Charlie Kirk abgeschossen.
    Ja, ich dachte, so’n Großmaul braucht was auf die Flossen!
    Der ist nun Engel im Freie-Meinung-Himmel
    Und Trumps Jüngerschaft gröhlt: „Go to hell, Jimmy Kimmel!“

    Ich war in der Pause Regierungen stürzen –
    In Nepal und in Madagaskar.
    Ich wollt in der Pause kurz Bürgergeld kürzen –
    Doch da stand plötzlich Bärbel Bas da
    Und hat meine Pläne als „Bullshit!“ bekackt!
    In der Pause hab ich Ex-Regenten verknackt:
    Den aus Thailand, Bolsonaro und Sarkozy.
    „Und wann komm’n die ins Kittchen?“ Voraussichtlich nie.

    Ich hab in der Pause – ditt gloobt hier ja keener –
    Für Instagram mit Annalena
    Nen „Sex and the City“-Remake gedreht.
    Ja, alle schimpfen aus Meta – aber kaum einer geht …

    In Berlin sah nach Strommästeanschlagsparaden
    Ich streulichtfreistromlos die Mondfinsternis.
    Doch ich fand, dass das Einhundertsiebzig Milliarden
    Haushaltsloch noch etwas finsterer is.
    Bei den Kommunalwahlen in NRW
    Hab ich grad noch verhindert, dass die AFD
    Einen/eine OB in den Rathäusern stellt –
    Ja, in der Pause sorgt ich für ne sorglose Welt!

    Nach der Pause fehlt’s merklich an Schönheit im Saale:
    Armani starb, Redford und die Cardinale.
    Derweil unter uns Jimi Ochsenknecht gammelt,
    Der mit C-Promi-Eifer neue Assi-Points sammelt.

    Ich hab in der Pause Jan Marsalek
    Von Wirecard in Moskau gesichtet
    Und mit 800 Drohnenangriffen pro Tag
    Mal keck den bisherigen Höchststand vernichtet –
    Zum fünften Mal neuer Rekord dieses Jahr!
    Der ’24 bei Einhundertachtzig noch war, pah …
    Ich war in der Pause auch Schmerzgrenzen testen,
    Flog uralte Drohnen gen NATO und Westen,
    Die verlässlich mit Panik nach sowas agieren
    Und in ihr Ballaballa noch mehr investieren.

    Ich bin zur Pause in Gaza-Stadt einmarschiert,
    Mit der Abwahl Bayrous hab Macron ich düpiert,
    Hab die Antifa Ungarns als Terror kassiert
    Und hab Lissabons Standseilbahn falsch manövriert,
    Hab die Kader der Hamas in Katar bombardiert –
    Ja, ich hab in der Pause nicht wirklich pausiert!


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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