Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Essen

Meine Heimatstadt, obschon 1998 gen Hamburg verlassen, ist immer noch jedes Jahr für mindestens sechs Auftritte und unzählige Zwischenstopps gut.
Jede Menge Essen-Gedichte finden sich in meinem Buch „Büdchenzauber und Zechenverse“ (http://www.conbook-verlag.de/buecher/ruhrgebiet/)


  • Selbstbild & das zweitausendfünfhundertneununddreißigste Gedicht

    Essen Light Festival 2024 - der Kennedyplatz mit "Big Picture" als Gesamtkunstwerk vom ungarischen Künstler Peter Kozma

    Abwesenheitsnotiz aus dem Halbfinale (Juli 2024, Rückblick 7c)

    Die deutsche EM-Elf erhält nette Noten,
    Doch stoppten den Sommertraum spanische Pfoten.


  • Kopstadtplatz & das zweitausendfünfhundertachtunddreißigste Gedicht

    Essen Light Festival 2024 mit „Mega Viki“ auf dem Kopstadtplatz

    Abwesenheitsnotiz aus dem Cum-Ex-Prozess von C. Olearius (Juli 2024, Rückblick 7b)

    Nach Millionen-Jonglier’n muss ich echt ersma schlafen …
    Träumt ihr doch derweil von gerechteren Strafen!


  • Kennedyplatz & das zweitausendfünfhundertsechsunddreißigste Gedicht

    Essen Light Festival 2024 - der Kennedyplatz mit "Big Picture" als Gesamtkunstwerk vom ungarischen Künstler Peter Kozma

    Juni 2024 (Rückblick 6)

    Viel ist vorbei-bye, Junimond –
    Dabei war’n wir so viel Zementiertes gewohnt!
    Doch Mandelas ANC verflacht,
    Selbst Modi koaliert,
    Derweil die Russ’sche Übermacht
    Grad eignes Land verliert,
    Und Volksparteien, einst aus Stahl,
    Zerreißt’s bei der Europawahl …
    Erstmals Wahl schon ab 16 – dann zeigt sich, oh je:
    Je jünger die Stimme, je mehr AFD!
    Und einen Hauch vorm Vollalarm
    Befindet man, zum Gotterbarm,
    Dass EVP und Von der Leyen
    Ein annehmbares Übel seien.
    Nur Macron zeigt Argwohn und beschließt: Wenn schon fallen,
    Dann soll es auch richtig knallen –
    Löst Le Grand Parlement auf, erzwingt neue Wahlen …
    Man sorgt sich: Wie hoch wird er dafür wohl zahlen?
    Doch lobt man ja Europas Krone
    Im Juni auch im Fußball aus –
    Da berührt uns die Restwelt mal echt nicht die Bohne
    (hffntlchfliegnwa nichgleich inder Vorrunde raus …)!
    So direkte Duelle erzeugen oft Leiden –
    Das merkte recht schnell Mr. Tatter-Joe Biden.
    „Ach, das Politisier’n ist doch albärn, mein Gottchen!“,
    Meint Albärt das EM-Maskottchen,
    „Klar, man besang Großalbaniens Nazistaatdichtung –
    Im Strafraum gab’s ’ne Wolfgrußsichtung
    Un den sintflutartigen Regen, ja gut!“
    Im Süden herrscht Jahrhunderflut.
    Schon wieder Jahrhun…?! Wie die Zeit doch vergeht,
    Wenn’n Globus erst auf Highspeed dreht!
    Wie lang ist der wohl noch bewohnt?
    Wann ist’s vorbei-bye, Junimond?


  • Essener Jesus & das zweitausendfünfhundertfünfunddreißigste Gedicht

    Essen Light Festival 2024 im Essener Dom

    Die Rechnung im Oktober

    Beköstigt mich mit Lakonie und elegantem Reim,
    Mit einer scheuen Melodie von Element of Crime!

    Das Altvertraute ist der Krug der Wein- und Käsekenner –
    Es mindert allen Daseinsdruck der alten weißen Männer.

    So’n Sonnenstrahl wiegt im Oktober gescheiter denn im Mai!
    Die Rechnung kam zu früh, Herr Ober! Bin weiter mit dabei.


  • Ruhrpottglühen & das zweitausendvierhundertvierzigste Gedicht

    Blick von Überruhr auf Essen-City

    Marshallpläne

    Mit Aus-der-Zeit-Gefallenheit
    Respekte einzufordern,
    Aus überfühltem Krallenneid
    Gleich Bergketten zu ordern,
    Den Einbahnstraßenschildern
    Der Veränderung zu trotzen,
    Nach maßverirrtem Wildern
    Mit Trophäen rumzuprotzen
    Und der geschenkten Gäule Zahngold
    Unverzollt zu horten? –
    Hast, Witzbold, lang genug gehowlt
    Als Sprössling bess’rer Sorten!

    Planst, alle Möbel dieser Stadt
    Zurückzurecht zu rücken
    Und jedes aufgeschlag’ne Blatt
    Mit Post-Its zu bestücken?

    Wirst colt-bereit am Einfahrtsgleis
    Den Sheriffstern polieren –
    Und jeder „You’re too old!“-Beweis
    Wird dich nicht interessieren.


  • Aaltostrom & das zweitausenddreihundertundsiebzehnte Gedicht

    Aalto-Theater in Essen mit Nachbarschaft

    Unter Essen

    Meine alte Hood untergrundbähnlich zu queren
    Und ihr irgendwie schändlich den Rücken zu kehren,
    Zeigt, wie sehrstens entleert meine Seele schon ist
    Und wie wehrlos sich manch eine Ära vergisst.
    Da all ihr Wert nährt ein gemeines Verrinnen
    Im Zärteln der Mär, es tät Neues beginnen.

    Schoch tauch ich hier ab mit der Zeit, die ich habe –
    Auch leidlich bereit für den Ausblick im Grabe.


  • Adenauer-Brücke & das zweitausendzweihundertneunundvierzigste Gedicht

    Die Konrad-Adenauer-Brücke nach Essen-Überruhr

    Besuch im Daheim

    Essen-Überruhr, hört man, verbiete es mir,
    Es meinen Geburtsort zu nennen.
    Man lädt mich zwar jedes Mal ein auf ein Bier,
    Doch nur, um sich von mir zu trennen.

    Mich dürstet es so nach dem Wiegengefühl,
    In alter Gewissheit zu baden –
    Schon schließt tumbes Modernisierungsgemühl
    Den letzten verbliebenen Laden.

    Man schläfert hier jeglichen Anhaltspunkt ein.
    Nur ich kann doch nicht alles erinnern!

    Dann bittet man rüde, mich rechts einzureih’n,
    Im Rudel von echten Beginnern.

    „Ich bin hier geboren!“, rumort es in mir
    (die S-Kurve immer im Blick),
    Geb weder verloren den Ort und das Hier
    Und schlurf durch den Ruhrwiesenschlick.


  • Weg zur Ruhr & das zweitausendzweihundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Buhne an den Ruhrauen bei Überruhr

    Im Eisstielwald

    Im Eisstielwald der Kindergärten
    Ist der letzte Busch Sehnsucht verbrannt.
    Bis zum Punkt, da noch nächtens die Glutnester schwärten,
    Hab ich Magnum Mandel erkannt.

    Magnum Mandel„, erkläre ich allen Erziehern,
    „ist gelegentlich nur Theorie!
    Manchmal gleitet die Eiswelt ins Tal wie auf Skiern,
    Mal geschieht das nur selten bis nie.“

    „Und was“, fragst du, „willst du mir damit denn sagen?“ –
    Wechselst antwortenscheu gleich das Gleis.

    „Ich war auch mal so wie die anderen Blagen
    Und ich aß dabei sehr gerne Eis.“


  • Folkwangstadt & das zweitausendeinhundertfünfundneunzigste Gedicht

    Weihachtsmarkt in Essen

    Ripostegedicht auf „Die Weihnachtsmaus“ von James Krüss

    Die Weihnachtsmaus 2.0 (Mutters Rache)

    Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
    Sogar für die Gelehrten.
    Denn einmal nur im ganzen Jahr
    Entdeckt man ihre Fährten.
    Das ganze Jahr macht diese Maus
    Den Menschen keine Plage.
    Doch plötzlich aus dem Loch heraus
    Kriecht sie am Weihnachtstage.

    Und kaum späht sie ein freches Kind,
    Das Muttern nicht zu Willen,
    Wird dieses Tier vor Blutdurst blind
    Und drängt drauf, ihn zu stillen.
    Nascht Christian vom Marzipan,
    Das doch bestimmt für Peter,
    Begießt sie ihn schnell mit Benzin –
    Und siehe da: Schon brät er!
    Auch Nelly, die am eierschaum’nen
    Weihnachtsmann geknabbert,
    Ist kurz drauf ihr Gesamtgedärm
    Zum Bauch hinaus geschlabbert.
    Es stahlen Ernst, Hans und Papa
    Sich frech ein Stück vom Kekseschmaus?
    Zerdrückt werd’n sie zu Mett-Tartar –
    Denn so was schmeckt der Weihnachtsmaus!
    Ihr fragt euch bang, wer machte Hänschen,
    Ja, und auch Lieschen dem Garaus?
    Nun, sagt Mama, sie sah ein Schwänzchen –
    Dann war es wohl die Weihnachtsmaus!
    Weihnachtsfest im Kreis der Lieben –
    Wie man’s gern gefeiert hätt!
    Ach, von der Familie blieben
    Einzig übrig: Mum and Dead!
    Wie gesagt, Herr Kommissar:
    Diese Maus ist eine Plage –
    Doch es endet ihr Eklat
    Just am Weihnachtstage.

    Was gibt’s denn da im Nachbarhaus?
    Dort spritzt grad Blut ans Fenster!
    Ja, wütet da die Weihnachtsmaus?
    Ja, seh ich schon Gespenster?!
    Gibt’s auch dort drüben Mausetote?
    Klär’n Sie das auf, Herr Kommissar!
    Vielleicht die Tat der selben Pfote?
    Ich sag dann: Tschüss – bis nächstes Jahr!


  • Endlich Auswahl & das zweitausendeinhunderteinundneunzigste Gedicht

    Buttons von Marilyn's Army

    Dein Spotify Mix der Woche

    Jed‘ Playlist liefert den Beweis:
    Der ganze Algorithmen-Scheiß
    Wird ewig stutenblöde bleiben!
    Ein Zeitverschwendungszeitvertreiben
    Wird uns als Zukunft aufgedrängt,
    Weil ein Computer Inhalt denkt.

    Solch Stumpfheit wird uns weiter lenken –
    Drum seid bereit zum Anspruch-Senken!


Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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