Ich sehe noch so viele Tiefen der Welt,
Die wehren sich meiner Erkenntnis!
Längst habe ich weniger Zeit noch als Geld –
Egal, wie erfolglos die Band is‘.
Wenn möglich, würd ich von Natur noch begreifen:
Den Herzschlag, den Rhythmus, den Kreis.
Doch kann alle Weisheit noch bestenfalls streifen –
Ein Weder/Noch ist’s, was ich weiß!
Bevor alles beim Alten bleibt,
Wappnen wir uns fürs Rückschritte-Rennen.
Es ist ja egal, wer nun wie übertreibt,
Da wir beide Seiten schon kennen.
Doch schon wieder ertappst du dich, mehr zu erwarten –
Treu verfolgst du die Phalanx der Prognosen!
Ob der Möglichkeit anderer Kann-Kandidaten
Hortest du Hope – in nicht-impfbaren Dosen.
Litaneien von „Eigentlich kann das nicht sein!“
Setzt Realität unter Dauerbeschuss.
Sie krächzen und ächzen ihr stöhnendes „Nein …!“,
Steh’n fassungslos vor – scheint’s gewöhnbarem – Stuss.
Wir haben das nicht mehr für möglich gehalten –
Ohne Chancen, auf and’res zu hoffen.
Es gilt, die Prinzipien im Off zu verwalten,
Als stünd das Ergebnis noch offen.
Ein Flugzeug äußert still Protest,
Als sich der Zug erhebt.
Ich halte mit den Augen fest,
Was dort am Boden klebt:
Felder, Wälder, Schrebergärten,
Zum Finale: der Kanal.
Dann senkt alle Zuggefährten
Erdanziehungskräft’ger Stahl.
Die Zeit, da Überwindungssieger
Sich auf den flieg’nden Teppich wagen
Ist kurz. Und kühl moniert der Flieger
Herab: „Ich wollte grad schon sagen …!“
Der Meerzugang gibt sich umfährend
Und fernab blökt ein Kahn …
Dich wünsche ich mir selbsterklärend,
Denn ich hab keinen Plan.
Doch mein Fremdeln mit den fremd’sten Städten
Währt nur einen Fixpunktaugenblick.
Hernach kann sich Übersicht in ihnen betten –
Das passiert nach mir selbst nicht erschließbarem Trick.
Dann schlägt sich in gewohnte Bahnen
Meine verhilfloste Ziellosigkeit.
Es ist ein zum Wissen geleitendes Ahnen –
Kurz scannen, erkennen – schon is man soweit:
Da Eiskrem, hier Fischbrötchen, dort geht’s zum Meer!
An einer Straße, auf der tagelang gar nichts geschieht,
Rauschen unüberhörbar die Bäume.
Der Leerstand erobert sich weiter Gebiet,
Birgt verlässlich verlassene Träume.
Ein lässiger Marder nach drüben flaniert –
Der kennt jedes Auto seit Jahren.
Er wird von der Nachbarschaft sehr akzeptiert
Und irgendwann doch überfahren.
„Achtung, eine Zugdurchfahrt!“,
Warnt’s vom Bahnhof hinein in die Stille –
Auf die hat man fast zwei Jahrzehnte gespart.
Und ein junges Blatt macht killekille.
Hinter dem Deich, das is eh’r hinterm Deich
Und vor dem Deich is davor –
Bis auf das Meer ist es eigentlich gleich.
(Diesen Text singt man gerne im Chor)
Heute hab ich erfahren, was Gegenwind ist,
Der dich – einmal durchkämpft – auf dem Rückweg beswingt.
Ein Gleichstand, der sich wie ein Vorteil bemisst,
Weil dir zum Finale Erleichterung winkt.