Pannerama
Aus Sicht der Aussichtsveräußerer
Wär’s sicher äußerst aussichtslos,
Zum sichtlichen Aus sich nicht weiter zu äußern –
Dies stellt doch schlicht zig Auas! bloß …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Pannerama
Aus Sicht der Aussichtsveräußerer
Wär’s sicher äußerst aussichtslos,
Zum sichtlichen Aus sich nicht weiter zu äußern –
Dies stellt doch schlicht zig Auas! bloß …

Anbaden am 9. März
Das ist nicht belebend!
Das friert alles ein.
Diese Schönfärberei, das könnt anregend sein,
Ignoriert doch wohl wissentlich jenen Moment,
Da das Frösteln sich einschießt
Und die Muskelkraft abfließt,
Jeder Hautfleck vor Kälte erbrennt.
Vielleicht hilft ja nur Disziplin in dieser Frage?
Vielleicht braucht’s auch nur einfach noch mehr warme Tage.
Gipfelkreuz
Ohne diesen letzten Schritt
Wär der Marsch ohne Wert uns geblieben.
Doch hat sich das „Sorry, heut bin ich nicht fit!“
Dann wie von selbst vertrieben.
Auf dass mir dies zu andrer Zeit
Und anderer Gelegenheit
Nur ebenfalls gelänge!
Denn allzu oft schon bremste mich
Ein „Alter, ey, das stemmste nich!“
In des Verzagens Fänge.
Krokusse et. al.
Die Winterlandschaft um uns rum
Ist schwerst gebanntes Publikum.
Selbstfindung (Das Erschwitzen von Texten)
Beim Herumsitzen auf Saunabänken
Kann ich mich auf mich selbst beschränken.
Nur müssten jetzt ein paar Ideen
Vom Saunaofen rüberweh’n …
Es irrt mein Hirn von Bank zu Bank
Und stellt sich vor: Ich heiße Frank.
Es hornt
Also lasst es Frühling sein …
Es hornt der postillionsche Sog,
Des Strom mich ignoriert.
Er hat, der einst so viel bewog,
Mich heute nicht tangiert.
Es sprießt um mich gen Neubeginn,
Es klimmt empor das Tal,
Es singt ein mir verstimmter Sinn
Sein x-tes Nocheinmal.
Fortan werd ich nur noch Beobachter sein
Beim Wiederbefüllen der Blüte.
Ob Gegenwart mich dann mit Ohnmacht narrt? Nein.
Lang streichelte mich ihre Güte.
… also lasst es Frühling sein!
Fontanisch
Heute habe ich im Botanischen Garten
Ein Buch von Fontane gelesen.
Rein phonetisch ist das zu erwarten gewesen,
Doch ohne Zweifel ahnt man ja:
In unsrer Zeit ist derlei rar.
Ob in des Gartens Gründungsjahr
Die Sache rundweg anders war?
In Theorie versank ich ja
In Theodors Gedanken gar –
Und die war’n von der Gründungszeit
Nicht wirklich unterscheidbar weit.
Nicht nur von der Phonetik ist’s stimmig gewesen,
Im Botanischen Garten Fontane zu lesen.
Kassendienst
Da sitz ich am Einlass und keiner kommt rein.
Ich könnte derweil auch ein Raushalter sein:
„An mir“, könnt ich schrei’n, „kommt hier keiner vorbei!“
Doch was wäre ich froh, wär’s nicht eh einerlei …
Poetisches Verhalten
So: Während des Lesens von diesem Gedicht
Geht bitte niemand kacken!
Auch darf, wer vorm ersten Reim sich hier erbricht,
Gern seine Sachen packen!
Man kratzt sich pro Strophe nicht zweimal am Sack
Und hustet seinen Schleim ab!
Der Mindere schütze vor minderem Pack
Das, was ich euch zum Reim gab!
Rasenstarre
Das, scheint’s, zu nichts entschloss’ne Gras
Verbleibt noch im Pastell.
Durchwrungen von der Sonne Maß
Erstrahlt es sommerhell
Und ausgedörrt.
Man spürt, es stört
Sich nicht am wiederentstehenden Takt.
Ist es noch im Verglühen,
Doch im Wiedererblühen?
Welche Jahreszeit hat auf Wachturm geflaggt?
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