Nach Aschaffenburg heizt der Anschlag in München
Perfekt getimet dem Wahlkampf ein.
Und nach Villach, New Orleans, Mulhouse und Berlin
Scheint nicht mal der Fasching noch sicher zu sein.
TikTok-gecoachte Express-Islamisten
Mit Kampfmesser und Gaspedal
Wollen in unsren Köpfchen die Ängste einnisten,
Die rohe Bedrohung sei allzeit real.
Sind’s „Kuffar!“-getillte IS-Absolventen,
Gar moskaugesteuerte Wegwerfagenten?
Der Mitmach-Jihad für Jedermann
Verspricht, dass ein jeder Depp wichtig sein kann.
Wichtig-Sein im Sinne von Wicht –
Für ein kurzes Geflacker im Schlagzeilenlicht,
Das trotz seiner Nichtigkeit zu viele trifft.
Doch verfolgt nicht die Täter, vernichtet das Gift!
… wandelst als trostloses Etwas durch Straßen –
Das Alter hat dir zugesetzt.
Es sind längst verschieden, die’s eh schon vergaßen:
Es gab eine Zeit, da hast du echt gefetzt!
Heut potenzierst du nur der Straße
Trostleergewischte Einsamkeit.
Du zahlst viel für dein Haar, doch bleibst fern aller Maße
Der Mindestnochumworbenheit.
Manch Hoffnungslicht in dieser Welt
Recht wenig vom Versproch’nen hält …
Gefangenenaustausch – das klang doch wie:
Soldaten komm’n nach Hause.
Doch der Ukraine gönnt man nie
Die kleinste Feuerpause.
Und Gazas Geiseldeal gefiel
Kurz als Schritt in die richtige Richtung;
Als gäb’s noch zum Frieden Fähige
Nebst Schlupfloch einer Schlichtung.
Doch in Freiheit gelangen selbst Leichname nur
Nach propagandistischer Hamas-Tortur.
Ob der Tauschquote muss auch Adam Riese einseh’n:
Man wird diese Krise wohl niemals versteh’n.
Und wieder bemüh ich mich mehr Wer zu sein,
Als mein Selbst eigentlich ist.
Und wieder reck ich mich aus meinem Kleinklein
Und ich hoff, dass man nicht zu streng misst.
Und wieder werd pampig ich unglücklich sein,
Wenn jemand mir nicht wirklich traut.
Und wieder lädt man andre überall ein …
Noch ein kurzer Gang durch verlassene Gassen –
Auf ein Gedicht und ein passendes Bier!
Kann die Zwanghaftigkeit meines Ausritts kaum fassen …
Doch irgendein Kurzrausch gehört noch ins Hier.
Dieser Tag könnte jetzt schon vorüber sein –
Und er ist es, bei Lichte beseh’n!
Da erhellt eines Dosenbiers trübender Schein
Seiner letzten Minuten Vergeh’n,
Untergehakt von verhaltenen Zeilen –
Die später mit mir diesen Aufenthalt teilen.
Ich habe als Kind im Spiel sehr viel getötet,
Pathetisch dazu Morricone geflötet,
Als ’ne Armada Playmobil
Zum Showdownschluss zu Boden fiel.
Es überlebten meist nicht mehr als vier von den Guten –
Der Rest meiner Recken aus Plastik musst‘ bluten …!
Doch es mildert’s Gemetzel, solang man im Kopf hat:
Es wird kein Figürchen für immer geopfert.
Selbst wenn mir ein Typus so gar nicht gefiel –
Ich braucht‘ ihn als Bösewicht fürs nächste Spiel
Und um nichts in der Welt hätt ich auf ihn verzichtet!
Ich denk, im Reallife wird eh’r lässig vernichtet.