Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Allgemein


  • Laub & das dreihundertneunundsiebzigste Gedicht

    Herbstlaub

    Herbstlaub

    Wenn Herbstlaub mir aufs Haupthaar fällt
    Und gnädig bedeckt all die lichteren Stellen
    Die manch Gedicht schon hergestellt
    So drängt es die Erben, die Stämme zu fällen

    Wie mutig die sich an den Sägen verheben
    Und an den verlockenden Knebelverträgen
    Die man noch lockig abgesegnet
    Und die bald schon die Stille der Flocken beregnet

    Indes kämme ich mein Haupthaar
    Lass das Laub hinunterschweben
    Wenn ihr Bäume es erlaubt, ja
    Mag ich noch ein Jährchen leben –
    Nicht den Blick nach oben richten:
    Übers Schweben möcht‘ ich dichten


  • Fossa & das dreihundertachtundsiebzigste Gedicht

    Fossa in Kirindy

    Nachhaltige Begegnung. Herbstliche Erinnerung an Madagaskar und den Fossa (dessen „o“ im Madagassischen eher wie ein „u“ intoniert wird).

    Fossanähe

    Ein gewisser Fossa
    Stand mir heut im Wege
    Panisch schrie ich: „Mussa
    Nich in ein Gehege?!“

    Das Tier, es maunzte souverän
    Beim An-mir-vorübergeh’n –
    Führte reines Nichts im Schilde
    Und beschämte mich mit Milde

    Klar
    Es war
    Das abgerundetste Katzentier
    Das auf Wattetatzen hier
    Verwundert meinem Blick auswich
    Geduckt ins Dickicht wieder schlich
    Bis nach auf Stunden
    Gerundeten
    Sekunden
    Auch sein seidig geschmeidiger munter gewundener rundlicher ungemein langer Schwanz
    Ganz
    Entschwunden
    War

    „Hoppsa,“ dachte ich, „so nah
    War ich grade einem Raubtier!“
    Aber nee – die Nähe, glaubt mir
    War mir näher als der Abstand
    Mit dem ich mich letztlich abfand

    Nächstes Mal versuch’ste mehr –
    Kriechst dem Fossa hinterher!


  • Dreiweiher & das dreihundertsiebenundsiebzigste Gedicht

    St. Gallen Dreiweiher

    Spaziergang am Dreiweiher von St. Gallen.

    Badeanstalt im Herbst

    Wir grasen im letzten Grün des Jahres
    Steh’n Modell für die Mär der Eroberungszüge
    Ein Greis seufzt schon vor dem Dessert: „Nun, das war es …!“
    Und still resigniert schreit man aus Reflex: „Lüge!“

    Winter werden kommen
    Jeder einzelne wird wie ein Heer uns erscheinen
    Winter werden kommen
    Man wird dann selbst Tage wie diesen beweinen


  • St. Gallen & das dreihundertsechsundsiebzigste Gedicht

    St. Gallen vom Dreiweiher

    PS: Ich widerspreche meinem lyrischen Ich vehement!

    Am Sprungturm zum Sündenfall

    ‚St klar, dass St. Gallen
    Mit Abstand von allen
    Gefallenen Engeln der beng’ligste ist
    Sofern man unbefangen misst
    Und die störenden Einwürfe überhört
    Die manch ein Bedürftiger klösterlich röhrt:
    „Die Stadt ist geerdet, doch niemals gefallen!“

    Es kann, was nicht ist, ja noch werden, St. Gallen!


  • Schweizer Kuh & das dreihundertfünfundsiebzigste Gedicht

    Schweizer Kuh

    Das dreiviertelige Gedicht auf dem Weg zur 500.

    Nie ein Tier zum Scherz … (Erweiterungspaket)

    Die ihr
    Mühsal
    Mahlenden
    Muh-Seelen
    Mm-mm-mm-muss man
    Nicht aus
    Muße
    Quälen!


  • Gallus & das dreihundertvierundsiebzigste Gedicht

    Stiftsbezirk von St. Gallen

    Stiftsbezirk von St. Gallen. Wandermönch Gallus‘ Grund und Boden.

    St. Gallen (Holzwege der Dichtung)

    Man sagt ja, die Stadt sei ein Gallus-Symbol
    Man sagt auch: Ej, Alter, das ist uns zu hohl!


  • Resi & das dreihundertdreiundsiebzigste Gedicht

    Odeonsplatz

    Tschechowgetränkter Abend in München

    Durst

    Ich möchte gern auf großen Plätzen
    Dich bei der Wirklichkeit verpetzen
    Schnell abtauchen ins Einerlei
    Im tiefen Tale, göttlich high
    Und dann, erschöpft vom Nichts-Erleben
    Wie Schauspieler die Röcke heben


  • Aye-Aye Zwei & das dreihundertzweiundsiebzigste Gedicht

    Aye-Aye auf Aye-Aye-Island

    Mit diesem Text soll die vermutlich größte Sammlung von Lemurengedichten vorerst abgeschlossen werden. All die Unterarten von Sifakas, Wiesel- und Braunen Lemuren, die ich in diesem Jahr ebenfalls erspäht habe, müssen zunächst noch ohne Untergedicht bleiben. Zusammen mit den Lemurengedichten aus „Mehr Kacheln!“ kommen wir auf nunmehr 13 zoologische Halbaffenpoeme. Da muss man sich erst mal einfühlen. Details später.

    Fingertier oder Aye-Aye

    Du spleenpralle Laune von Mutter Natur
    Du ins Dickicht gefallene Comicfigur
    Du göttlich-komödischer Gothicclown
    Du fürs Spotlight des Spottes geborener Faun

    Schon die Undimension deiner Fledermausohren
    Deine schütteren Zotteln, dein buschiger Schwanz
    Sie soufflieren, man hätt‘ nur aus Scherz dich geboren
    Als ein Schlimmer-geht’s-nimmer – nur war’s das nicht ganz:
    Feurig rot schielt ein Augenpaar aus deiner Fratze
    Und maskiert deinen Possentanz „Straight outta hell!“
    Schaurig besoundtrackt vom Krallen-Gekratze
    Des Langfingernagelpaars in XXL
    Und messerscharf raspeln Eispickelzähne
    Gierig beknabberte Hölzer zu Späne

    Es ist so, als wär‘ keine Zelle in dir
    Nur halbwegs verwandt mit ’nem richtigen Tier
    Du bist in allem übertrieben
    Und zwingst uns, grade das zu lieben

    Du bist im Großen wie im Kleinen
    Entschlossen, Schönheit zu verneinen
    Dass wir verstummen wie vorm Grab …

    Und jetzt nimm deine Maske ab!

    Mehr Gedichte über Tiere (und viele Lemuren)


  • Blutenburg & das dreihunderteinundsiebzigste Gedicht

    Schloss Blutenburg

    Zeit für Herbstspaziergänge durch München.

    Blutenburg

    Heute muss die Burg bluten
    Besonders die Guten
    Sie soll’n nun blutend Buße tun

    Weil all ihre Talente ruh’n
    Die dieser Welt fehlen
    Da sie ihr Geld zählen
    Doch inbrunstarm zu wenig wollen

    Wohlan, die Köpfe sollen rollen!


  • Trottcomeback & das dreihundertsiebzigste Gedicht

    Ziegelbrennerei im Hochland Madagaskars

    Schon scheint es, man sei bereits Ewigkeiten wieder zurück – Zeit für ein Erinnerungsfoto von einer madagassischen Ziegelbäckerei.

    Zweiter Anlauf

    Und langsam glättet das Leben sich wieder
    So sehr auch die Hektik dagegen sich stemmt
    Es schlüpft unlasziv alle Last aus dem Mieder
    Und bleibt in der Nackigkeit seltsam gehemmt

    Spreiz dich aus, du alte Nervschildkröte!
    Ich hab meine Glanzlosigkeit überlebt
    Nun wird dir das Blech der fanfarischen Tröte
    Mit rächender Geste ins Bauchfell gewebt!

    Und dein ewig beutegeiles Hecheln
    Auf jeder Spur von meinem Schwächeln
    Bricht fortan aus dem Wanst als Stöhnen …

    Du kannst dich schon mal dran gewöhnen!


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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