Was Wagner wagen (nicht erfragen!)
Wäre ich ein Karrenbauer,
Wählt‘ ich Sparren, die auf Dauer
Des Pfarrers Pfunde trügen.
Ob denn für ’ne Rundfahrt reichen
Die im Rund gefassten Speichen?
Nun, da müsst‘ ich lügen …
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Was Wagner wagen (nicht erfragen!)
Wäre ich ein Karrenbauer,
Wählt‘ ich Sparren, die auf Dauer
Des Pfarrers Pfunde trügen.
Ob denn für ’ne Rundfahrt reichen
Die im Rund gefassten Speichen?
Nun, da müsst‘ ich lügen …

Britta frei’n & Ritter sein (Reprise auf „Ritter sein“, Gedicht Nr. 116)
Ach, litte ich am schweren Sein,
So tränke ich zwei Liter Wein
Bloß um im nächsten Schritt zu schrei’n:
„Hier passt auch noch ein dritter rein!“
Würd dann – um wieder fit zu sein –
Kurz in den Pool von Britta spei’n.
Auf meine Bitt‘ dies zu verzeih’n,
Guckt‘ Britta leicht verbittert drein.
„Mir muss da was entglitten sein!
So’n Shit ist nicht der Sitte mein!
Hab schließlich stets getwittert, ein
Ganz großer Fan von Britt‘ zu sein!“
So leicht lässt sich ein It-Girl frei’n:
Geschmeichelt lud mich Brittalein
Zum Ritt in ihre Mitte ein –
Da darf man auch mal Durchschnitt sein!
Heut‘ braucht es für des Ritters Weih’n:
Den Mut zur dritten Pulle Wein,
’nen Tweet im Zwitscherei-Verein
Und einen Pool um reinzuspei’n.
Nun ruft ein Witzbold mittendrein:
„Ich fänd’s für meinen Eintritt fein –
Und denk, im Vers mit Brittalein
Passt gut ein Reim mit Titten rein!“
Das möcht‘ ich mir verbitten, nein.

Der Überstimmte
Von früh’ren Kollegen befasste Beschlüsse
Foltern dich wie Pferdeküsse.
Wie hieß noch das garstige Wort? Ach, da fällt’et!
Du bist fortan: abgemeldet.

Zu spät, aber nicht zuu spät
Fürs Wannenbad war’s schon zu spät –
So würzt denn dann mein Tête-à-Tête
Bei jenem Date mit Annegret
Ein aus dem Achselnass geweht-
Er, angeregter Moschusduft
(mein ungepflegter Modus Schuft),
Der untentwegt die Luft durchfegt,
Was Annegret dazu bewegt,
Dass sie mich zu ’nem Bad einlädt,
Sich zu mir in die Wanne legt
Und dann im Ineinander rät:
„Vereinigung und Reinigung
Vereint man gern in einem Schwung!“

Ja, du! Danke.
Toleranz als Ranschmeißtanz
Ehrt nur eigne Dominanz
Zum Etat der Achtsamkeit.
Und die Heilsverkündigung
Gründet auf Entmündigung:
„Ich!Ich!Ich! bin schon soweit!“

Wandern & wann dann
Irgendwann, hast du gedacht, wirst du mal angemessen groß!
Irgendwann, hast du gedacht, ruft eine Stimme: Es geht los!
Es besteht kein Grund für dich, auf irgend Irgendwann zu bauen,
Aber fragt man „Gibst du auf?“, entgegnest du „Muss noch mal schauen“.

Vier Zeilen Neid, vier Zeilen Skepsis
Als schützten dich milde Barrieren,
Staut das Grauen sich vor deiner Welt.
Noch lässt sich ein Zutritt verwehren,
Noch stützt, was entgegen gestellt.
Doch die Unbändigkeit der Bedrohung
Spürt, dass Kraft sich bald lautstark entlädt.
Und du alterst in jene Verrohung,
Die ungerührt schon nach dir späht.
Auch ich fühlte einstmals mich sicher,
Auch mir hielt ein kindlicher Deich
Mein niedlich geblümtes Gekicher.
Nun bin ich von Unglück so reich.
Nun, als zahmer Täter schlüpft dein Los
In kleidsame Versprechen.
Doch hält es all die Zügel bloß,
Um später auszubrechen.

Alpenländische Sprachfibel: Affirmation
„Passt scho!“ und „Das geht sich aus.“
besynonym’n „O.K.“
Nur selten krönt die Einigung
ein „Supitoll, juchhe!“

Gleiches und Gleichen (und wenn alle dran glauben, dann reimt es sich auch)
Der Sound des Tatsächlichen wiegelt nicht auf –
Wir wüten vielmehr auf Prognosen
Und setzen dem Scheinlichen Ist-Stempel auf –
Die schniegeln wir mit Diagnosen.
So ist unser Wissen vom Inzest gestimmt –
Wir denken uns gleich unter Gleichen
Und küren uns dauernd – so klar wie bestimmt –
Zu Siegern in allen Vergleichen.

Kurz vorm Kreuz
Es pumpt das Herz.
Es schlingt die Lunge.
Es wummert stirnwärts.
Junge, Junge,
Was nimmst Du alter Berg mich ran,
Dass mir die Luft so dünn wird, Mann?!
Bin schweißvernässt, japs‘ heiß und kalt
Und frag‘ mich, ob ich nicht zu alt
Für solch aan steilen Aufstieg bin.
Doch weiß gewiss, dass – immerhin –
Auch wenn ich auf dem Weg erbleiche,
Das eine Kreuz ich noch erreiche!
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