Alle meine Welt ist Pisse
Haifischbeckenbodenrisse
Alle meine Welt ist Kot
Liebesschwur bei Atemnot
Alle meine Welt ist Kotze
Ödes „Meine Welt“-Gemotze
Alle meine Welt ist Eiter
Glimmerpimmel, Schimmelreiter
Meine Welt soll dir, du Schwein
Ewig Leit- wie Leidbild sein
Liebe Jogger und -innen – da rast’er!
Immer zwei Schritte schneller als ich, der Flaneur
Seid ein Pornofilm-japsendes Optikdesaster
Ich trag eure Schleppe voll Arbeitsodeur
Durch den an eurem Anblick erkrankenden Park
Den ich selbst kaum in Anspruch zu nehmen noch wag
Stiebt doch aus jedem Turnschuhtritt
Der Vorwurf: „Nun, ich halt mich fit!“
Ich werd anstatt zum Läuferleben
Doch eh’r zu dem der Säufer streben
Die zerstören sich selbst anstatt andre zu stören
Sind viel eleganter als trimmdumpfe Möhren
Der’n wackres Ackern unverhohlen
Sich abmüht, um mich einzuholen
Pah! Zur Herrlichkeit führt nur die Spur
Der ehrlichen Spazierkultur
Wie viel Kilo Schweiß und alter Staub / wurden aus diesem Hemd schon gewaschen?
Wie viel Tausend Taler kursierten wohl durch / jeder dieser Hose Taschen?
Die altkluge Haut ist mit Verlaub / nur die Hälfte der ganzen Erzählung
Was an Garderobe da in mich gefurcht / war meine beste Empfehlung
All die Namen vom köstlichen indischen Essen
Hab ich, kaum verdaut, auch schon wieder vergessen
Und was dann daheim so im Magen verschwand
Serviert von manch Indien-Kostümrestaurant
Verriet nur – als Fazit von diesem Gedicht:
So zumindest hieß es nicht!
Ein aus Wolken gepurzeltes Sahnebaiser
Aus pudrig gerieselten strichzartem Schnee
Das steinhart erzählt vom symmetrischen Fall
Despotisch wie ein Eiskristall
Diese Gassen verbannen den Autoverkehr
Und die Neuzeit schafft’s auch nur als Blitz
All die Hektik zwängt sich als ein Dogma hierher
Der Trubel hat hier seinen Sitz
Sieh dich vor, dass an dir hier kein Rattenzahn nagt
Dass kein Tandrausch zerrt dich aus der Zeit
Jeder Sprung hier rein scheint so klein, dass man ihn wagt
Man sollte nur wissen, wie weit
Von den steten Gefährten weht’s keinen hier lang
Und die Enge bleibt ewiglich fremd
Man hat fast alle Balken, doch keinen Empfang
Ein Salzband bemustert dein Hemd
Noch lerne und übe ich den Genuss
Im noch und nöcher Überfluss
Stopfe Löcher, die schon bedrohlich umstellt
Von der rohen und unfrohen, sternlosen Welt