Achtzeiler

Drake Bay & das vierhundertneunzigste Gedicht

Hellroter Ara in der Drake Bay

Wem man so am Strand begegnet.

4 Drinks (u.v.a.)

Please gimme a bubblegum
Und 'nen Punch mit double-rum
It is my feistes Doppelkinn
Schon ready for a cup of gin
Ich liebte Nietzsche, doch mein Gott war
A coco-de-mer-style-sized nutshell of wodka

Lars, please pass the rum to me
Und scheiß auf den Kaugummi!

Abwesenheitsnotiz & das vierhundertfünfundachtzigste Gedicht

Es gibt diese wunderbaren Orte ohne Netzzugang, an denen sich Gedichte verfassen, aber nicht online stellen lassen. Sie geben einem Zeit, durch die allmähliche Veröffentlichung des Zwischendurch-Verfassten die nächsten Tage zu füllen und zu überlegen, was mit diesem Blog eigentlich nach dem fünfhundertsten Gedicht geschehen soll.

Unerreichbar

Es gibt diese Zeilen, die der Leserschaft fehlen
Den Dichtern ein Schlupfloch der Biographie
Um unbewacht einmal davon sich zu stehlen
Die Nachwelt schreibt wissend: "Nein, dort war er nie."

Es gibt dieses heimlich vom Hauptwerk Gelöste
Nichts Wegweisendes, jedoch kleine Juwelen
Und deren Schein trügt all das Facebook-Entblößte ...

Das steht in den Zeilen, die still vergnügt fehlen!

Cahuita Nationalpark & das vierhundertneunundsiebzigste Gedicht

Cahuita Nationalpark

Weshalb die Herrn zu Ohnegnaden fast unentwegt sich selber schaden

Gib mir Blau, gib mir Palmen und sag, du seist Strand
In irgend'nem Fernreise fordernden Land
Wenn ich dann noch Vöglein wär, flög ich zu dir ...!

Doch weil ich dir, mit Verlaub
Längst schon kein Wort mehr glaub
Spür, meine Flügel sind
Irgend'ner Lüge Kind
Bleib ich all hier

Nasenbären & das vierhundertsiebenundsiebzigste Gedicht

Nasenbären

Wem man so beim Spaziergang begegnet.

Nasenbären

Wenn die Nasen mancher Bären
Nicht so namensgebend wären
Entbehrte es jeglichen Ansporns zu wachsen
Wär' das da vorn auch okay wie bei Dachsen!

Doch im Nasenbär'ngesicht
Hat die Werte mehr Gewicht
Als gelt' dort - so ungefähr:
Ich die Nase, du der Bär

Tree of Life & das vierhundertfünfundsiebzigste Gedicht

Waschbären im Tree of Life Cahuita

Trotz traurigen Anblicks - die Jungs sind zur Erholung und baldigen Auswilderung eingekerkert.

Auf, du Schmutzfink, Hände waschen! (Remix autoritär)

Sollt' ich dich je ungewaschen erwischen
Kommst du hinter Maschendraht!
Wag es nicht, mir aufzutischen:
"Aber ich wollt' wirklich grad ...!"
Reinlichkeit ist heutzutage
Einfach keine Zeitpunktfrage
Wer nur einen Waschgang spart
Landet hinter Maschendraht!

Cahuita National Park & das vierhundertdreiundsechzigste Gedicht

Palmenviper

Wem man so alles beim Spazieren in Baumrinden begegnet! Die Auflösung zur Frage giftig/nichtgiftig liefert meine "Wild Animals of Costa Rica"-Faltkarte (ja, ich bin ein Nerd!): Es handelt sich um eine Palmenviper, ziemlich giftig.

Schlangenbegegnung

Hm. Die könnte giftig sein ...
"Schlimm, wenn man da schief liegt!" Nein,
Schlimm wär, wenn man so schief liegt
Dass man voll die Biege kriegt
Bis man flach am Boden liegt
Und die Lebenskraft versiegt!

Der Grund legt uns dann triftig nah
Dass dieses Tier wohl giftig war

Cartago & das vierhunderteinundsechzigste Gedicht

Cartago Basilica of Our Lady of the Angels

Sakralbauten

Ich mach nicht drei Kreuze, ich mach nicht mal eins
Ich bin hier beim Abendmahl wegen des Weins
Doch kann ich mir auch nach drei Bier nich erklär'n
Wieso, irgendwie, wenn die Kirchen nich wär'n
Den Städtebesuchen ein Ankerpunkt fehlte
Den vorher vermutlich dies Bauwerk beseelte
Das all dem Gequake befehligt zu schweigen

Denn es spiel'n nicht die Menschen, es spielen die Geigen

Dezembersonne & das vierhundertfünfzigste Gedicht

Isarauen

Die Milde der Dezembertage

Und ein Friedensangebot
Pupst sich aus dem Himmel
Lächelnd weicht der Kältetod
Weihnachtsmarktgebimmel

Fühl dich wie ein Lämmchen, dem
Nie ein Leid geschieht!
Wenn der Frost auch - trau, schau, wem!
Schon sein Messer zieht

Unzugvögel & das vierhundertzweiundvierzigste Gedicht

Der Rest

Nein, keiner von uns klagt der Schmerzen
Die noch vom November verschuldet
Gewärmt von verbitterten Scherzen
Fühlt jeder sich etwas geduldet

Wir kennen die Grauheit der Gräuel
Uns muss man im Grunde nichts zeigen
Wir dulden des Winters Geheuel
Und die nicht gleich sterben, die schweigen

Bahnhof Göttingen & das vierhundertachtunddreißigste Gedicht

Göttingen

Der erste Winter

Wer im Schnee die Meisen tötet
Wird es schwerlich spurlos tun
Jeder Schlachtplatz warnt errötet
Dass die Mörder niemals ruh'n

Schlucken erst die Sonnenblenden
Still und stetig das Verenden
Wird man jeder Wahl verwaisen
Im Jahrhundert ohne Meisen

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