Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Unterschiede & das eintausendsiebenhundertvierundfünfzigste Gedicht

U-Bahnhof Fröttmaning bei Sonnenuntergang

Die Mombasa Likoni Ferry Straßenfotographie

Der Ethno- wie der Fotograph
Wollen fremdes Selbstbild portraitieren -
Der eine bedient einen Forschungsbedarf,
Der Zweite beginnt zu verzieren:
Plastikblumen wie Girlanden,
Sofas voll von Stofftierbanden,
Schrillidyllmärchenschlossparkhintergründe,
Auf dass all dies nahenden Reichtum verkünde,
Wenn wir überbelichtet im Wunschbild ertrinken,
Zum Golfstaatenluxus der Bollywoodschinken.

In dir regt sich ein Widerspruch?
Das liegt an deinem Stallgeruch:
Für dich muss die Kunst mit Erwartungen brechen -
Hier strahlt sie als nie sich erfülln'des Versprechen!

Parkdecks & das eintausendsiebenhundertdreiundfünfzigste Gedicht

An der Allianz-Arena in Frötmanning

Ungläubige Zuschauer

Will die Kirche im Dorf sich erneuern
Nach dem dreckigen Kolonialismus,
Muss sie den Wert unsres Kreuzzugs beteuern
Gegen Hexen-Kannibalismus.

Wer in Glaubensfragen Abstand wahrt
Gitscht im Bodensatz unserer Werte!
Die Kluft wird schnell ein schmaler Grat
Und die Gastfreundschaft schwindet in Härte.

Denn jeder, der nicht bei uns mitglaubt, der zahle
Mit dem schwär'nden Verdacht, er sei selbst Kannibale.

Beuerberg & das eintausendsiebenhundertzweiundfünfzigste Gedicht

Eingang zur Klosterkirche von Beuerberg

Von wegen Kannibalismus

Nun ist der Kannibalismus ja nicht per se schlecht -
Man nehme zum Beispiel die Eucharistie!

Wie "Blut und Leib Christi sind da ja nicht echt!"?
Solch Zweifelbereitschaft ist fast Blasphemie ...

Servicepunkt & das eintausendsiebenhunderteinundfünfzigste Gedicht

An der Allianz-Arena in Frötmanning

Die Gilde der Ugandischen Märtyrer

All das Sterben ist ne Strafe Gottes
Und Aids die Klinge des Schafottes,
Aber wir als belesene Messe-Kadetten
Werd'n eure besessenen Seelen erretten!
Ab ins Virengeseuch diabolischer Mächte
Führt uns unser Kreuzzug und Gott, der Gerechte!

Ferne Dörfer soll'n nun in Kaskaden
Von Weihwasser und Gospel baden!
Es ist Aids das Werk kannibalistischer Hexen -
Die müssen den Trog der Verantwortung exen,
Bis aus höhnenden Körpern die Stigmata schäumen,
Wenn gottlose Bestien das Feld dröhnend räumen!

Unser Kruzifix sagt: Die führ'n Gutes im Schilde.

Ihre ugandische Märtyrergilde

Kanzel & das eintausendsiebenhundertachtundvierzigste Gedicht

Außenfassade der Allianz-Arena in der Abendsonne

Hexenjagd

Da kreucht es flink im Hexennest -
Ein sattes Glied entsetzt!
Der Inquisitor bebt und bellt,
Das Schlüpferchen benetzt,
Wenn Phantasie mit kühnstem Strich
Verpeinlicht das Befragen,
Dass schlimmster Ahn bestätigt sich -
Kaum lässt es sich ertragen! -
Doch da wir schon so tief gebohrt:
Wie deep drang JENER ein?
Enthemmt ergießt sich Wort auf Wort,
Erlöst von all der Pein.

Ein Stigma ist ein hohler Schlund,
Den Eifernde verfüllen.
Es braucht dazu nicht viel an Grund,
Nur unbeürrten Wüllen!

Ornithologie & das eintausendsiebenhundertsiebenundvierzigste Gedicht

Amsel am Frühsommertagsabend auf dem Frötmanninger Haldenberg

Mit Verdächtigen beschäftigen

Was hat denn das früh're Modell eines Affen
Nun plötzlich mit all den Rebellen zu schaffen?!

Da dein Selbstbild spricht hehr von Kulturtranskription,
Geht das Fremdbild doch eher in Richtung Spion.

Iffeldorf & das eintausendsiebenhundertfünfundvierzigste Gedicht

Blick auf Iffeldorf vom Fohnsee

Holy Spirit Mobile Forces

Oh, durch diesen Krieg müssen die Geister uns lenken!
Denn die Siegchance der irdischen Leben
Offeriert doch zu viele plausible Bedenken
Gegen's Stöcke und Steine Erheben.

Wenn die Unsittlichkeit dieses Staats dich zerfrisst,
Komm zur Holy Spirit Mobile Armee,
Wo der Oberbefehlshaber ein Medium ist,
Stets auf Empfang gottgewollter Idee!

Ein Kommandoschrei reicht in die Sphären der Predigt:
Unser Glaube kann Berge versetzen!
Schon gewähren wir - montaner Deckung entledigt -
Den Regierungstrupps uns zu zerfetzen.

Fohnsee & das eintausendsiebenhundertvierundvierzigste Gedicht

Am Ufer des Fohnsees FKK-Strand / Osterseen

Uganda

Staatsstreich, Terror, Bürgerkrieg,
Korruption und Militär -
Auf Parade folgt Replik
Und macht alles hin. Und her.

Alte Weide & das eintausendsiebenhundertdreiundvierzigste Gedicht

Relief an der Außenfassade der Borstei

Klassentreffen

Fürs gemütliche Treffen unter alten Kollegen
Trieb die Welt uns recht weit vom Zurück.
Ein paar Bojen umdümpeln noch unser Deswegen
Für ein kurz zu sich findendes Glück.

Es tat gut, sich nach all der Zeit mal zu seh'n!
Und war das Weswegen auch nicht zu versteh'n -
Wir standen im einstgen Verständnis uns nah.
Und mit uns posierte fürs Foto ein Da.

Fremdartig & das eintausendsiebenhundertzweiundvierzigste Gedicht

Gartenidyll am Loisach-Kanal

Zum Ergründen von Schatten

Ein Schatten ist Teil der sozialen Person,
Der sich nachts von dir löst, um den Traum zu erkunden,
Nach dem Tod sich erhellt zum verbleibenden Klon -
Nur die Achtsamkeit schützt ihn vor Wunden!

Quintessenz:
Soll die Integration in der Fremde gelingen,
Beachte die Extremitäten -
Um über den eigenen Schatten zu springen,
Ohne auf andre zu treten!

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