Ich liege bar in einem Strom –
Nur Himmelblau und Wolken.
Beim Reset auf mein Erstgenom
Werd ich vom Fluss gemolken.
Ein sprudelnd Dudeldiedelei
Bespült und kühlt mein Köpfchen high –
Nur Himmelblau und Wolken.
Und nun ersäuft’s mir allen Reim
Im murmelndgurgelnden Daheim –
Nur Himmelblau und Wolken.
Es umströmt und umströmen mich Reinheit und Klarheit
Wie göttlich zur Wurzel gereichende Wahrheit –
Nur Himmelblau und Wolken.
Bis Narrenhandwerk, ungeübt,
Den Fluss zu solch Erkenntnis trübt,
Das stolz zu dies erlaubt sich glaubt
Und sich im Raubbau selbst beraubt,
Im Immergrau der Wolken.
Ausarbeitung/Fortsetzung vom gleichnamigen Text vom 22. Juli 2022
Im Land der Gegenlichtaufnahmen
Hängt am Glitzern und Glühen doch alles,
Ist die dunkle Gestalt nur ein Zubrot vom Rahmen,
Gleich dem Nachhall des optischen Schalles.
Hier ist Schönheit erst wahrhaftig luxuriös
Und im Unterlicht gar nicht vonnöten –
Hier besoßt uns der Himmel so deliziös,
Dass alle Poeten erröten.
Skeptisch richtet sich mein Blick zu den allerschwärzesten Wolken hinauf,
Die seit Wolkengedenken im Diesseits sich türmten.
Mein hektischer Lauf nimmt noch weiter an Fahrt auf
Passiert all die zukünftig hilflos Beschirmten.
Der Wumms des Donners, der Knall seiner Peitsche,
Der Hieb der Akustik, die Schärfe vom Blitz –
Ich seh, bis zum Bahnhof ist’s nicht mehr so weit, schä-
Le mich aus dem Unding gen trockenen Sitz.
Nie lauter, nie doller, nie wütend war letztlich,
Was mir an Gewittern begegnet‘ –
Schaut, welch ein rasiertes Gebölk von Entsetzlich!
Der Sommerregen prasselt scharf
Aus ächzender Erschöpfung.
Ich meine schon, dass er das darf –
Die bass aparte Tröpfung,
Sie eicht so satte Freude ein
Auf wiederkehr’nden Sonnenschein.
Sitzend unter ’nem Balkon
Bei ewig währ’nden Regen –
Fraglich freilich, was hab ich davon,
Mich hierhin zu bewegen?
Doch erkenn‘ im Lichterstrahl
Sich Flattertier bugsieren,
Sirrend: „Regen? Mir egal.
Muss ich halt lavieren …!“
Und es stimmt: Sie retten sich. Weil in allem Gepladder die Lücken ja da sind!
Dass die Sichtbakeit nie alle Chancen dir nimmt – bleibe dir dieses Glücks immer gewahr, Kind!
Auf der Masse im Jenseits acht arktischer Staaten
Lastet achtzig Prozent aller Nacht.
Dort, wo achtsame Spalten auf Wanderer warten,
Zahlt das Unbarmherz bargeldlos Pacht.
Doch auf schmelzenden Schilden voll gleißendem Licht
Braut ein Lab, wenn’s durchtränkt wird vom Eise.
Es knarzt die auf Hoffnung beharrende Schicht
Und ein Gletscherkalb geht auf die Reise.
Jeder Eisluftsturz tobt in die Beiläufigkeit,
Entgrimmt sich gewiss bis zur Tagesschauzeit,
Unerbittlich durchfährt uns belebender Frost
Und alles wird sichtbar. Und alles ist lost.