Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Speis & Trank

Gedichte, in denen Speisen oder Getränke die Protagonisten sind!


  • Tegernsee revisited & das fünfhundertsiebenundvierzigste Gedicht

    Tegernsee

    Nich‘ mein Bier

    Ach, ‚Se hätten gern ’nen Tee?
    Jetten’Se gen Tegernsee!


  • Buchmesse 2017 & das fünfhundertneununddreißigste Gedicht

    Buchmesse Leipzig 2017

    Die erste Version von „Slammed!“ ist vollendet – passenderweise zur Leipziger Buchmesse. Und ein Verlagsvertrag unterschrieben …

    Stammwürze

    Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
    An schwierigen Tagen geht a Liebstöckel auch
    Doch Majoran und Koriander
    Bringen’s zu sehr durcheinander
    Das brauch ich gar nicht zu entdecken
    Hat auch der fremder Länder Brut Flut
    ‚Ne Freud dran, hin und her zu schmecken –
    Ich weiß, was meinem Magen gut tut
    Und das Normale schmeckt nur fad
    Weil es in einer Ordnung harrt
    Ein Teller ist halt kein Bazar
    Wenn’s euch gefällt – na, wunderbar!
    Ich muss nichts Unbekanntes kauen
    Vom Tellerrand nach sonstwo schauen

    Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
    Und an schwierigen Tagen tut’s a Liebstöckel auch
    Vom Würzen wird der Mensch nicht satt
    Grad, wenn es keine Ordnung hat
    Und Majoran und Koriander
    Die machen schwirr und durcheinander
    Was soll man da jetzt übertreiben?
    Was richtig war, darf’s doch auch bleiben
    Integrieren ist löblich, nur nicht gleich ins Essen
    Wir haben hier so was auch sonst nicht gegessen!

    Mag sein, dort locken arabische Schätze
    Und da asiatischer Kräuterfuror
    Erspart mir die Mätzchen osmanischer Meze
    Ich muss auch nicht essen wie irgendein Mohr
    Ein Teller ist halt kein Bazar
    Mir rücken die Würzstreuer einfach zu nah!
    Schon droh’n sie: Wir kämen schon auf den Geschmack
    Und treten das Glück unsrer Ordnung zu Scherben
    Bald führt uns kein Weg mehr zurück und dann, zack:
    Wird die letzte Kartoffel an Rosmarin sterben!

    Ich pflanz‘ auf ihr Grab Petersilie und Lauch
    In solch schwerer Zeit ginge Liebstöckel auch
    Und andres Gewürz kommt mir nicht in den Bauch!

    So will es die Ordnung, so will es der Brauch …


  • Schneebälle am Stadtmuseum & das fünfhundertvierte Gedicht

    Schneebälle am Münchner Stadtmuseum

    Flüchtige Bekanntschaft 1: Am Buffet

    „Riechen Sie mal! Hier – das riecht fast wie Käse?!
    Doch es ist: … mein Ohrenschmalz!“
    Die Frau schreckt hoch und schaut sähr bäse

    Kurz beeindruckt, jedenfalls


  • Poor Man’s Paradise Garten & das vierhundertzweiundneunzigste Gedicht

    Tukan in der Drake Bay

    Die Röstung

    Der hässliche Kaffee kann sehr hässlich sein
    Doch schmeckt er auch grässlich – er muss in mich rein!
    Das bin ich den Bohnen
    Die tief in ihm wohnen
    Gereift und geröstet, doch mindestens schuldig
    Man kann sich gewöhnen
    Ans Schluck-um-Schluck-Stöhnen
    Die tropische Bergwelt gebahr ihn geduldig!

    Protestiert auch der Gaumen und der Magen sagt: „Nee!“
    Er bleibt als Vermutung noch immer: Kaffee


  • Puerto Viejo & das vierhundertneunundsechzigste Gedicht

    image

    Salzstreuer

    Länder, in denen der Salzstreuer bockt
    Haben die richtige Feuchte
    Die sorgt dafür, dass alles Rieseln verstockt
    Das sich ob der Streulöcher deuchte

    Doch jedes Loch ist zugeklebt
    Wie rüttelnd und schüttelnd man auch danach strebt
    Die eben servierten huevos zu würzen

    Es lässt sich der Vorgang insoweit verkürzen
    Dass man des Streuers Schraubverschluss
    Zwecks Pökelung benutzen muss
    Um dann mit seinen Fingerspitzen
    Zwei, drei Kristalle zu stibitzen
    Die zugedeckt von altem Reis
    Der darlegt, dass man durchaus weiß
    Ob hiesigen Kränkelns vom Streuergerät
    Aber hier geht’s vor allem um Identität:

    Denn immer, wenn der Streuer bockt
    Bist du in einem von wenigen Ländern
    In die uns ein Stück Paradiesnähe lockt

    Weshalb sollt‘ da irgendwer je was dran ändern?

    Wo die Sinne mit all ihren Züngelchen schnalzen
    Erträgt man sein Rührei auch leidlich gesalzen!


  • Aguti & das vierhundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Baum des Reisenden

    Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. Aber jedes Mal zu langsam für ein Foto ist…!

    Mahlzeit! (Heute ein Beutetier)

    Aguti – nun, das klingt schon wie
    Guten Appetit! und die
    Anderen Tiere, die finden das auch
    Die haben a guti Aguti im Bauch!


  • Dänemark & das vierhunderteinundfünfzigste Gedicht

    Kopenhagen Flughafen

    Eine Dreiviertelstunde Umstieg muss reichen, um ein Gedicht zu hinterlassen. Gruß vom Kopenhagener Flughafen. Und jetzt schnell in den Flieger nach Toronto.

    Mon Dän

    Dänemark und Dönermarkt
    Wer von euch ist schöner?
    Sprich: Was ist grad mehr gefragt –
    Dänen oder Döner?


  • Römer & das vierhundertsechsundvierzigste Gedicht

    Römer Frankfurt

    Lieb Fresshüttchen (Entsorgung der Altlasten)

    „Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
    Was bietest du mir an?“

    „‚Nen Champion, halb angenagt
    Von einem schwarzen Mann!“

    „Ein mohrbenagter Champion?“
    (So formuliert ein Stammtischsohn)
    „Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
    Den Pilz wollt‘ ich wohl gern
    Eh dass er vollends eingeparkt
    In jenem dunklen Herrn!“

    Von Unenschlossenheit geplagt
    legt sich die Stirn in Falten
    Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt:

    „Ich sag dir, wie wir’s halten:
    Du sollst zunächst dich satt dran essen –
    Dann darf der schwatte Mann dich fressen!“

    „Das klingt nach einem Angebot:
    Erst satt zu sein und dann gleich tot!
    Ich fühl‘ mich eh schon zu betagt
    Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt!“


  • Knödel & das vierhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Karlsbrücke

    Kein Knödelgedicht

    Bedichte ich euch Knödelein
    Schleicht immer sich ein Dödel rein

    Der Schleimspucker scheint – ob kompakt oder länglich
    Als Reim auf euch wohl unumgänglich
    Und der würd‘ alles schier verderben
    So muss der Plan des Verses sterben

    Wie gern ich auch euch Knödel preise
    Echt nich auf so ’ne blöde Weise!


  • Weißenburg & das vierhundertachtzehnte Gedicht

    Weißenburg in Bayern

    Der Moment, da

    Ab dem Moment, da die Unerwartung den Weg zum Büffet alleine schafft
    Sickert aus den Vorurteilen all die nie bewiesne Kraft

    Welch fader Triumph, das Rezept zu entdecken …
    Nimm dir einen Teller und lass es dir schmecken!


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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