Nich‘ mein Bier
Ach, ‚Se hätten gern ’nen Tee?
Jetten’Se gen Tegernsee!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen Speisen oder Getränke die Protagonisten sind!

Nich‘ mein Bier
Ach, ‚Se hätten gern ’nen Tee?
Jetten’Se gen Tegernsee!

Die erste Version von „Slammed!“ ist vollendet – passenderweise zur Leipziger Buchmesse. Und ein Verlagsvertrag unterschrieben …
Stammwürze
Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
An schwierigen Tagen geht a Liebstöckel auch
Doch Majoran und Koriander
Bringen’s zu sehr durcheinander
Das brauch ich gar nicht zu entdecken
Hat auch der fremder Länder Brut Flut
‚Ne Freud dran, hin und her zu schmecken –
Ich weiß, was meinem Magen gut tut
Und das Normale schmeckt nur fad
Weil es in einer Ordnung harrt
Ein Teller ist halt kein Bazar
Wenn’s euch gefällt – na, wunderbar!
Ich muss nichts Unbekanntes kauen
Vom Tellerrand nach sonstwo schauen
Ich würze nur mit Petersilie und Lauch
Und an schwierigen Tagen tut’s a Liebstöckel auch
Vom Würzen wird der Mensch nicht satt
Grad, wenn es keine Ordnung hat
Und Majoran und Koriander
Die machen schwirr und durcheinander
Was soll man da jetzt übertreiben?
Was richtig war, darf’s doch auch bleiben
Integrieren ist löblich, nur nicht gleich ins Essen
Wir haben hier so was auch sonst nicht gegessen!
Mag sein, dort locken arabische Schätze
Und da asiatischer Kräuterfuror
Erspart mir die Mätzchen osmanischer Meze
Ich muss auch nicht essen wie irgendein Mohr
Ein Teller ist halt kein Bazar
Mir rücken die Würzstreuer einfach zu nah!
Schon droh’n sie: Wir kämen schon auf den Geschmack
Und treten das Glück unsrer Ordnung zu Scherben
Bald führt uns kein Weg mehr zurück und dann, zack:
Wird die letzte Kartoffel an Rosmarin sterben!
Ich pflanz‘ auf ihr Grab Petersilie und Lauch
In solch schwerer Zeit ginge Liebstöckel auch
Und andres Gewürz kommt mir nicht in den Bauch!
So will es die Ordnung, so will es der Brauch …

Flüchtige Bekanntschaft 1: Am Buffet
„Riechen Sie mal! Hier – das riecht fast wie Käse?!
Doch es ist: … mein Ohrenschmalz!“
Die Frau schreckt hoch und schaut sähr bäse
Kurz beeindruckt, jedenfalls

Die Röstung
Der hässliche Kaffee kann sehr hässlich sein
Doch schmeckt er auch grässlich – er muss in mich rein!
Das bin ich den Bohnen
Die tief in ihm wohnen
Gereift und geröstet, doch mindestens schuldig
Man kann sich gewöhnen
Ans Schluck-um-Schluck-Stöhnen
Die tropische Bergwelt gebahr ihn geduldig!
Protestiert auch der Gaumen und der Magen sagt: „Nee!“
Er bleibt als Vermutung noch immer: Kaffee

Salzstreuer
Länder, in denen der Salzstreuer bockt
Haben die richtige Feuchte
Die sorgt dafür, dass alles Rieseln verstockt
Das sich ob der Streulöcher deuchte
Doch jedes Loch ist zugeklebt
Wie rüttelnd und schüttelnd man auch danach strebt
Die eben servierten huevos zu würzen
Es lässt sich der Vorgang insoweit verkürzen
Dass man des Streuers Schraubverschluss
Zwecks Pökelung benutzen muss
Um dann mit seinen Fingerspitzen
Zwei, drei Kristalle zu stibitzen
Die zugedeckt von altem Reis
Der darlegt, dass man durchaus weiß
Ob hiesigen Kränkelns vom Streuergerät
Aber hier geht’s vor allem um Identität:
Denn immer, wenn der Streuer bockt
Bist du in einem von wenigen Ländern
In die uns ein Stück Paradiesnähe lockt
Weshalb sollt‘ da irgendwer je was dran ändern?
Wo die Sinne mit all ihren Züngelchen schnalzen
Erträgt man sein Rührei auch leidlich gesalzen!

Wem man so alles beim Spaziergang begegnet. Aber jedes Mal zu langsam für ein Foto ist…!
Mahlzeit! (Heute ein Beutetier)
Aguti – nun, das klingt schon wie
Guten Appetit! und die
Anderen Tiere, die finden das auch
Die haben a guti Aguti im Bauch!

Eine Dreiviertelstunde Umstieg muss reichen, um ein Gedicht zu hinterlassen. Gruß vom Kopenhagener Flughafen. Und jetzt schnell in den Flieger nach Toronto.
Mon Dän
Dänemark und Dönermarkt
Wer von euch ist schöner?
Sprich: Was ist grad mehr gefragt –
Dänen oder Döner?

Lieb Fresshüttchen (Entsorgung der Altlasten)
„Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
Was bietest du mir an?“
„‚Nen Champion, halb angenagt
Von einem schwarzen Mann!“
„Ein mohrbenagter Champion?“
(So formuliert ein Stammtischsohn)
„Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt
Den Pilz wollt‘ ich wohl gern
Eh dass er vollends eingeparkt
In jenem dunklen Herrn!“
Von Unenschlossenheit geplagt
legt sich die Stirn in Falten
Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt:
„Ich sag dir, wie wir’s halten:
Du sollst zunächst dich satt dran essen –
Dann darf der schwatte Mann dich fressen!“
„Das klingt nach einem Angebot:
Erst satt zu sein und dann gleich tot!
Ich fühl‘ mich eh schon zu betagt
Lieb Fresshüttchen vom Weihnachtsmarkt!“

Kein Knödelgedicht
Bedichte ich euch Knödelein
Schleicht immer sich ein Dödel rein
Der Schleimspucker scheint – ob kompakt oder länglich
Als Reim auf euch wohl unumgänglich
Und der würd‘ alles schier verderben
So muss der Plan des Verses sterben
Wie gern ich auch euch Knödel preise
Echt nich auf so ’ne blöde Weise!

Der Moment, da
Ab dem Moment, da die Unerwartung den Weg zum Büffet alleine schafft
Sickert aus den Vorurteilen all die nie bewiesne Kraft
Welch fader Triumph, das Rezept zu entdecken …
Nimm dir einen Teller und lass es dir schmecken!
– Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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SLAMMED! – das Buch – zum Sonderpreis!
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