TraditionsBewusst
Ich fülle mein Schweigen mit Worten von andern,
In deren Ideen ich geneigt bin zu wandern –
Und All und Mäh und Lich
Formt Vordem neues Ich.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Weltreligionen und spirituelle Erhellungen sowie religiöse Bräuche, Themen und Protagonisten in Versen.

TraditionsBewusst
Ich fülle mein Schweigen mit Worten von andern,
In deren Ideen ich geneigt bin zu wandern –
Und All und Mäh und Lich
Formt Vordem neues Ich.

Zwischen den Gräben
Oh, wundersame Duldsamkeit,
Wie küssest du mich mild –
Da all das Ringsum wüst beschreit
Dein streitentlöstes Bild!
Ein Hund erträgt die Kette nur,
Indem er sie zerbellt.
Und er erkundet den Parcours
Als selbsterkor’ner Held.
Du lehrtest mich, oh Duldsamkeit,
Er kann mich nicht erreichen –
Drum werde ich, zu keiner Zeit,
Von deiner Seite weichen!

10/12 – ein blasphemischer Huftierdiss
Neulich bekehrte mich nächtens:
Keine zehn Pferde verbrächten’s
Von meiner Treu mich zu zerren!
Denn, meine Damen und Herren,
(trotz fehlbarer Entschiedenheit)
Dank stählerner Zufriedenheit
Trennt kein Mährchen
Ein Pärchen
Zurück in zwei Hälften –
Und sei’n auch die Gäule bemüht und zu elft, denn
Gott ist ein Schwächling! Und als solch einer schuf er
Die Dutzendware Unpaarhufer.

Kritische Radfahrt
Der Fahrtwind schmeichelt dem Gefühl,
Es ginge gut voran.
Und irgendwer behauptet kühl,
Man käme langsam an.
Ich lasse mir das Aufgetischte
Wie was Gewisses schmecken.
Und spür die Welt, als jüngst Erfrischte,
In alten Hüllen stecken.
Coda
Es schwärt ein Dunst von Traurigkeit
Überm abermissglückten Versuch …
Und was erleichtert nun dein Leid?
Vielleicht ein gutes Buch?
Du kanonierst ein „Hilft ja nichts!“
In schwersterlernter Melodie
Und mit dem Timbre des Verzichts
Zum herzentkernten „C’est la vie!“.
Idolnähe
Partout musst den Pathos du gut portionieren
Und schmusig geschmeidig sein, ohne zu schmieren!
Doch schulterst du, was du da auftrugst, pur aufrecht –
So blicke ich, lernend, auch gern zu dir auf, echt!
Ein Bremshöckersingsang
Bring mir aus tränenreichen Tagen
Gern was zu heulen mit
Und schlag’s mir kräftig auf den Magen –
Den halten Beulen fit!
Verdorben klingt das heile Weltchen
Und liegt im Klee sich wund –
Ich dusch im Sorgsog, feile Fältchen
Und träum den Schnee mir bunt.
Pommespsalm
So gab uns Gott in seiner Güte
Jesus und die Pommestüte.
Doch Jesus lebt ja nun nicht mehr
Und deshalb gab uns Gott, der Herr,
Auch jene Frau, die unbeirrt
Am Pommesstand für uns frittiert.
Sind wir auch tieftaligst umtost,
So spendet Mayonnaise Trost,
Wenn reich sie über Fritten läuft,
Alsbald das Fett im Fett ersäuft,
Auf dass dies unsern Hunger stille,
Denn alles das ist Gottes Wille!
(…) II
Ich liege bar in einem Strom –
Nur Himmelblau und Wolken.
Beim Reset auf mein Erstgenom
Werd ich vom Fluss gemolken.
Ein sprudelnd Dudeldiedelei
Bespült und kühlt mein Köpfchen high –
Nur Himmelblau und Wolken.
Und nun ersäuft’s mir allen Reim
Im murmelndgurgelnden Daheim –
Nur Himmelblau und Wolken.
Es umströmt und umströmen mich Reinheit und Klarheit
Wie göttlich zur Wurzel gereichende Wahrheit –
Nur Himmelblau und Wolken.
Bis Narrenhandwerk, ungeübt,
Den Fluss zu solch Erkenntnis trübt,
Das stolz zu dies erlaubt sich glaubt
Und sich im Raubbau selbst beraubt,
Im Immergrau der Wolken.
Ausarbeitung/Fortsetzung vom gleichnamigen Text vom 22. Juli 2022
Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba
Die Ahnen (Egungun)
Im Erahnen der Ahnen
Und ihren weisen Hinweisen
Besänftigt sich meine Tortur.
Sie rüsten mich fürs Überwinden,
Aus zähem Dunkel rauszufinden,
Sind Licht und Lichtung pur,
Greifen ein wie ein Handwink, der meinen Weg leitet,
Sind das Nichts, das den Körper als Seele begleitet,
Ein spirituelles Vermächtnis,
Dessen Schatz testamentlos hier echt ist
Und sich üppig wie endlos vererbt.
Auch ungeglaubt entern sie Wirklichkeitssphären,
Wie als Teenager mir meine Oma erschien,
Entflammt aus der Ahn‘reihen magischem Schwären,
Unfassbar real, seither nicht zu entzieh‘n,
Spür ich ihre Präsenz, nachts im Traum, jederzeit,
Und wenn ich einst geh, steh‘n die Ahnen bereit,
Mich einzubinden in ihrem Geflecht
Von Stämmen, Historie, Familiengeschlecht,
Bis dass ich vollends Ahnin bin,
Dass ein Enkelkind oder Großenkelin
Als spirituelle Verbindung auf Erden,
Meine Seele ruft, wiedergeboren zu werden.
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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