Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Liebe und Beziehung

Klassische und sehr unklassische Liebesgedichte.


  • Karlsruher Südflair & das zweitausenddreihundertundneunte Gedicht

    Im Botanischen Garten vom Schloss Karlsruhe

    Italienische Reise, letzter Teil

    Recht bald ward hier alle Amore verflogen –
    Sie hat halt zu hart mir am Ohre gezogen.


  • Isarente & das zweitausendzweihundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Ente am Isarufer bei Oberföhring

    Intro zu „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“
    Weitere Teile des Großgedichts: Der Anblick, Die Ansprache, Die Anmaßung

    Dass ich nach einem müden Leben
    Nun hier vor Ihrem Grabstein steh –
    Oh, Cosima! Oh, Dorothee! –
    Lost mich zu den Gewinnern.
    Doch lost bin ich im Innern, ja –
    Oh, Dorothee! Oh, Cosima! –
    Verdammt mich zu erinnern,
    Dass einstmals sich Götter und Engel erbarmten,
    Mich einzugruppier’n mit der Doppelbenamten –
    Die Begegnung mit Dorothee-Cosima
    Kam meiner Einfalt Segnung nah!


  • Paketposthalle & das zweitausendzweihundertfünfundneunzigste Gedicht

    Die ehemalige Paketposthalle nordöstlich der Friedenheimer Brücke

    Die Ansprache (Etappe 2: Unausgesprochenes)
    Teil des Großgedichts „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“)

    Ein Balsam von Wörtern ergießt sich in Worte
    Und hinter uns schließt sich Elysiums Pforte.
    Oh, könnte ich sie bloß versteh’n –
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Jedoch die Wucht der Sehnsucht raubt
    Mir alle Sprache aus dem Haupt –
    Und den Versuch, sich auszutauschen
    Umwuchert rasch ein Sinnesrauschen.

    Jener warme Wind Ihrer Wortproduktion
    Ist All wie -gegenwärtig –
    Er strahlt auf mich Vasallenlohn -,
    Dies Adressat-Sein ehrt mich!

    Doch nun, da Ihr mich angesprochen,
    Hab‘ ich doch nicht grundlos hier Lunte gerochen?!
    Schon kann mein Begehr’n alten Träumen nicht gleichen –
    Vordem Unerreichbares will nicht mehr reichen!
    Der Traum muss Exzess sein – er koste, was wolle!

    Im steten Erheben beim Streben nach mehr
    Entreißt’s alle Rösslein vom Zaum der Kontrolle –
    Was stillt ihren Willen und wo nehm‘ ich’s her?!
    Ermächtigt sich Unflat des weit’ren Betragens? –
    Das ist im Behagen die Frage des Fragens!

    Die Räudigkeit solcher Gedanken bereuend,
    Doch weitere Hürden und Schranken nicht scheuend,
    Kann ich nach Geneigtheit verheißenden Zeichen
    Nicht unversuchend von Euch weichen!

    Will nicht ein schaurig-schwüler Duft
    Grad Eurem Kleid entsteigen?!
    Ist’s nicht, dass süß das Schößlein ruft,
    In Blöße sich zu zeigen?!

    Vielleicht lenkt mich ein Missversteh’n –
    Ganz sicher ist’s mir anzuseh’n,
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Der Bindestrich entwindet sich
    Und nennt sich fortan Trennungsstrich.
    Er bricht unser Gesprächlein ab,
    Stößt jäh mich Elenden ins Grab!

    Zwei edlen Namen galt mein Sehnen –
    Und jeder wähnt mich abzulehnen!
    So endet alles offenbar,
    Oh, Dorothee! Oh, Cosima!
    Ein Mehr an Verkehr werdet Ihr mir nicht schenken –
    So bleibt nur, dies selbst mir zusammenzudenken!


  • Neubeginn & das zweitausendzweihundertvierundneunzigste Gedicht

    Wasserhühnchennachwuchs am Schliersee

    Der Anblick (Etappe 1: Vorherzusehendes)
    Teil des Großgedichts „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“

    Ein duftiger Anblick ist ihre Haut,
    So sondergleich und eben,
    So bis zum Anschlag aufgefraut –
    Mein Herzschlag naht dem Beben!

    Es tuscht die Wangen rosigrot,
    Wenn unsre Blicke kreuzen –
    Welch Abgrund und welch tosend‘ Not,
    Wie’s ruft aus feuchten Käuzen,
    Die aus dem Tagschlaf wachgerupft
    Schreckgroßäugig urplötzen!
    Karnickelig mein Herz durchhupft
    Der Drang, sich zu ergötzen.

    Oh, Dorothee! Oh, Cosima!
    So fröstelndmollig unnahbar
    Nehm‘ ich Euch ungebeten wahr
    Und Ihr mich in Gewahrsam,
    Wo ich gefährlich wehrlos bin –
    So hin und weg, so weg und hin,
    So reich beschenkt wie sparsam.

    Wie wird mir nur? Wie an der Schnur
    Verrinnt mein Sein zu Körper pur –
    Absonderlich wie sonderbar,
    Oh, Dorothee – oh, Cosima!
    Ihr Doppelnamenbindestrich
    Macht folgsam zum Gesinde mich …

    Mit Euch verbindlich anzubandeln?
    Trotz der Ehrfurcht vorm sperrigen Namensgeflecht?
    Welch Anmaßungsgrad würd‘ solch‘ Plane gerecht –
    Müsst nicht die Welt sich wandeln?

    Doch dies‘ Spürchen an Hoffnung zieht mich in den Bann –
    Dann schürzt sie die Lippen und, Gott!, spricht mich an!


  • Zweiseitig & das zweitausendzweihunderteinundachtzigste Gedicht

    Blick von Greenwich auf Canary Wharf

    Bist du schon zweigeschlafen?

    Es steigt der Bedarf, seit zusammen wir wohnen,
    An Partnerschaft salbenden Schlafpositionen.

    Der Zweisamkeit Bekräftigung
    Schafft selbst im Schlaf Beschäftigung.


  • Prato della Valle II & das zweitausendzweihundertfünfunddreißigste Gedicht

    Statue auf dem Prato della Valle in Padua

    In Padua (wo sprachlich Naheliegendes von Realitätsferne zeugt)

    „Würd‘ gern mit dir zum Paar!
    Du aa?“


  • Frari-Aussicht & das zweitausendzweihundertdreißigste Gedicht

    Blick auf den Kirchturm der Santa Maria Gloriosa dei Frari

    Das Wirrwarr und wir

    Deine Rätselhaftigkeit
    Schmeichelt meinen Lösungswegen.
    Jäh entfernt, ist’s nicht mehr weit –
    Ständig komm’n wir uns entgegen.


  • Giusto Trento & das zweitausendzweihundertachtundzwanzigste Gedicht

    Auf der Faschingskirmes in Trient

    Erster Frühlingshauch

    Endlich kommt die Sonne raus
    Und ein Hauch von Wonne saus-
    …ssst in Glied und Glieder.

    Knospend schmiegt sich Lipp an Lipp
    Und des Frühlings Wiege wipp-
    …pppt ins Vida wieder.

    Und ein erster Wärmeknuff
    Walkt uns Körper – endlich Luf-
    …ffft im Wulst der Vulven!

    Alles neckt sich nackt und keck,
    Wenn die Scham den Charme entdeck-
    …kkkt als Felix-Krull-Fan.


  • Magdeburger Halbkugeln & das zweitausendzweihundertneunzehnte Gedicht

    Magdeburger Halbkugeln / Otto von Guericke Denkmal

    10/12 – ein blasphemischer Huftierdiss

    Neulich bekehrte mich nächtens:
    Keine zehn Pferde verbrächten’s
    Von meiner Treu mich zu zerren!

    Denn, meine Damen und Herren,
    (trotz fehlbarer Entschiedenheit)
    Dank stählerner Zufriedenheit
    Trennt kein Mährchen
    Ein Pärchen
    Zurück in zwei Hälften –
    Und sei’n auch die Gäule bemüht und zu elft, denn

    Gott ist ein Schwächling! Und als solch einer schuf er
    Die Dutzendware Unpaarhufer.


  • Schlittelpremiere & das zweitausendeinhundertsechsundneunzigste Gedicht

    Schlittelhang am Luitpoldpark

    Verschmelzungen

    Für irgendwen ist jeder Schnee der erste Schnee im Leben
    Und den wird es naturgemäß für ihn nie wieder geben.

    Und doch birgt jeder Folgeschnee die selbe Sensation
    Und weckt beinahe deckungsgleich ’ne Schnee-Re-Reaktion.

    Solch Technik möchte ich erlern’n (ich denke schon, ich muss)
    Für’s neu entfachte „Hab dich gern, du achtmillionster Kuss!“


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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