Der Minnesang
Es ist ja grad die Hohe Minne
Im Tiefen zu erspür’nden Sinne
Ohne Maß.
Das immergleiche Leid als Suhlgrund
Empfand man einst als megacool und
Man blieb dem Trip der Agonie fromm,
Dem Liebesrausch, obschon man nie vom
Mohne aß.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Gedichte, in denen musiziert oder gesungen wird.
Der Minnesang
Es ist ja grad die Hohe Minne
Im Tiefen zu erspür’nden Sinne
Ohne Maß.
Das immergleiche Leid als Suhlgrund
Empfand man einst als megacool und
Man blieb dem Trip der Agonie fromm,
Dem Liebesrausch, obschon man nie vom
Mohne aß.
Aus bekannten Gründen müssen wir den Auftritt im Dezember leider canceln …
Der Aua-Rapbeat
Im Dauerrepeat.
Dieses Lied, revisited
Dieses Lied weiß noch immer, wie jung wie uns fühlten,
Als wir ohne Schimmer die Nachtstadt durchwühlten
Auf Suche nach den für uns stimmigsten Plätzen
Im Wissen, man wird unser Mittun dort schätzen.
Konsens zelebrierte ambiges Ambiente,
Wir feierten Trends stets im Status al dente,
Doch was wir mal gewannen, verloren wir ganz.
Nur dies Lied liegt mir noch in den Ohren: Kerl, tanz!

Frühlingstöne
Es stülpt sich aus der Starre
Ein beplüschter Gruß hervor,
Zupft an der F-Gitarre,
Spitzt das zart gescheckte Ohr,
„Akkorde, Akkorde!“, fordern da Chöre,
Ihr Echo frohlockt prickelnd: „Sekt, Sekt, Sekt!“,
Es bersten vor Fülle die Bäuche der Störe
Und stracks wird die Tanzwut der Pollen geweckt.
Alles bugwellt ein Leben,
Das sich wiedererhellt –
Mit symphonischem Beben
Enthüllt sich die Welt.

Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.
Die Carmina Burana zu Benediktbeuern
(Achtung: Dies Gedicht hat, ums gleich vorweg zu sagen
Eine Höchsthaltbarkeit von nur anderthalb Tagen)
500 Jahre Schlummer
… und dann will es ein dummer
Zufall, entdeckt und ausgelegt zu werden.
Beifall fürs Comeback auf Erden
Mit Rumms und Bumms
Und Wumms und so.
Vermummt nicht jeder Zeitensprung
Die adäquate Zweitnutzung,
Verschalt nicht ein Niveau?
Wer ist schon gerne ausgeliefert
Der Lesart einer fernen Zeit?
Bewertet man’s stur positiv statt
Zu hadern mit der Ewigkeit?
Verflüchtigen sich Ziel und Weg,
Ernüchtert sie als Privileg!
(Zu euch spricht dies Gedicht: Ich mag
Nur gelten bis zum nächsten Tag.
Was man danach mit mir auch macht –
War ganz gewiss nie so gedacht!)

Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.
Marilyn’s Army
Wir wurden in die Arsenale bestellt
Für den Sturm auf die Charts einer anderen Welt,
Wir haben gewetzt und geschliffen.
Wir stimmten uns ein,
Immer lautstark zu sein,
Haben früh auf Besoldung gepfiffen.
Wir sind vielleicht längst schon die Letzten an Bord
Doch erfüllen verlässlich im Trance den Akkord,
Seit man uns für Verschworenheit bucht.
Gescheiterte zwar,
Gleichwohl immer noch da –
Vom Punkrock beschenkt und verflucht.

Der Saxophonist
Du kannst den Bebop nicht alleine,
Allein bist du bedeutungslos!
Zu viel im Kopp, zu wenig Beine –
Bläst du dich auf zum Gernegroß.
Du wirst zu freiem Spaß jonglieren,
Zwängst du dein Ich ins Kollektiv.
Da zählt, sich selbst zu imponieren
Im prachterkämpften Töneschief.
Erkenne deiner Kühnheit Zügel,
Dass dich dein Stolz zur Statik hemmt!
Es mildert die verspürten Prügel:
Dass du es bist, mit dem man jammt.

Noch ’n Loreleigedicht
Hier fiept der Sang der Lorelei
Dein klangverliebtes Ohr zu Brei.

Zwischen den Spaghettigängen (Heya, Enrico!)
Zwischen den Spaghettigängen
Spielst du mir das Lied vom Tod
Mit wiederkehr’nden Binnenlängen
Im Endlosschliff als Zugangscode
Zu fast mantrösem Spannungsdrill –
Unfassbar laut und greifbar still.
Als Blasebalg in Atemnot
Zu mundharmonischbangen Klängen
Wattiert mich das Dessertverbot
Zwischen den Spaghettigängen.

Treffen unter alten Freunden
Wir erinnern die Lieder, die wir damals sangen –
Nur der Text dazu fällt uns nicht ein.
Gern täten wir wieder, was wir nie begangen,
Uns einander das Alter verzeih’n …
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