Waldspaziergang mit Orang Utans
So sehr nah,
So sehr da,
So, so unvorhersehbar …
In Ehrfurcht
Oder eher Furcht?
Äh, äh, ähtwas unberuh’gt!?
Ein Moment,
Ein Monument,
Das sich ins Gedächtnis brennt.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Waldspaziergang mit Orang Utans
So sehr nah,
So sehr da,
So, so unvorhersehbar …
In Ehrfurcht
Oder eher Furcht?
Äh, äh, ähtwas unberuh’gt!?
Ein Moment,
Ein Monument,
Das sich ins Gedächtnis brennt.
Von der Regenzeit müssen wir gar nicht erst reden!
Beschwer dich nicht, so nass zu kauern
Unter den Petronas Towern!
Ananas
Die allererlauchtigste Ananasklasse –
Sie haucht sich durch all meine Kaumuskelmasse
Als historischer, multigeschmackstoller Sieg.
Manch Fadheit gab Anlass zur Ananasnachsicht,
Nun stillt die Papillen ein Thrill named „Verzag nicht!“,
Denn diese Frucht wuchtet ihr voll fantastique.
Das Altmaß krass schassende Ananasklassen
Lassen anderswo anstandslos alles erblassen!

The House of Ascher (zum Siebzigsten)
Hurtig durchspurtet das House of Ascher
Zum Geburtstagsschmaus: der Pascha.
Er, der oft auf Shows gesichtet
(manch Moment dort abgelichtet),
Folgt dem „Es ist angerichtet!“,
Wird daselbst nun eingedichtet:
Es hilft, nicht erst beim Siebzigwerden
Mittels „Sieb‘s Ich!“ sich zu erden –
Auf dass hehre Nichtigkeiten
Nicht von dem, was wichtig, leiten
Und wir lässig überwinden
Was wir längst schon lästig finden.
Alle Rechte bei Wolfgang Ascher, für den das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden wurde.

Heldenfantum
Joi, bald können auch wir wieder Helden gedenken,
Kränze kredenzen und Mitgefühl schenken,
Den Stolz in die trauernden Heulsusen rammen
Und ausweglos heucheln, hier gäb‘s ein Zusammen.
Denn nie sind es die Söhne der Einsatzbefehle,
Die die Schützengräben düngen.
Nie sind es die Söhne der Uni-Hörsäle,
Die Altersdurchschnitte verjüngen.
Doch wir formen das Wording der Einladungs-Cards
Und wir kümmern uns um das Design.
Wir spiel‘n gern die Liftboys des Ranghöhegrads –
Durchaus offen, doch niemals gemein.
Wir bestatten auch Matsche (wir horten ja Würde),
Beklatschen die Opfer als unsres Volks Bürde
Beim Kränzekredenzen und Mitgefühlschenken –
So vollendet durchregt, wenn wir Helden gedenken.

Marshallpläne
Mit Aus-der-Zeit-Gefallenheit
Respekte einzufordern,
Aus überfühltem Krallenneid
Gleich Bergketten zu ordern,
Den Einbahnstraßenschildern
Der Veränderung zu trotzen,
Nach maßverirrtem Wildern
Mit Trophäen rumzuprotzen
Und der geschenkten Gäule Zahngold
Unverzollt zu horten? –
Hast, Witzbold, lang genug gehowlt
Als Sprössling bess’rer Sorten!
Planst, alle Möbel dieser Stadt
Zurückzurecht zu rücken
Und jedes aufgeschlag’ne Blatt
Mit Post-Its zu bestücken?
Wirst colt-bereit am Einfahrtsgleis
Den Sheriffstern polieren –
Und jeder „You’re too old!“-Beweis
Wird dich nicht interessieren.

Das Rind als Löwenanteil
Dass Kühe ständig fressen,
Indes der Löwe meistens ruht,
Bewegt die Frage: Wessen
Gewissen schlürft hier ruhig Blut?
Und wie wird Friedlichkeit belohnt,
Wenn über ihr ihr Leiden thront?

Gefühlte Übersetzung von You’ll never walk alone
Fänd ne Wahl für uns statt
Was uns Herzenswunsch sei
Neben WLAN und Handy-Vertrag
Ätz nicht rum, doch bleib stur
Dass ne Handvoll Korn reicht
Als der Sold für uns pro Tag
Vollkorn heißt Gewinn’n
Weil Korn wächst an Ähr‘n
Wir sind nicht konsumverdorb‘n
Weil Korn, weil Korn
Ob im Brot, ob als Schnaps
Es gefällt uns Volk als Lohn
Es gefällt uns Volk als Lohn

Prince of Neverland
Irgendwo bestürmen Katastrophen
Schon die Vororte meiner Saisonfröhlichkeit.
Irgendwo triumphieren schon wieder Doofen –
Und man darf nicht vergessen: Wir sind nur zu zweit.
Irgendwo wird mit maßlosem Blutdurst
Die Höhe der Schmach schon behechelt.
Und du schwafelst noch immer von Mut, Wurst?!
Überall wirst du immer belächelt!
Ich weiß, du glaubst im Nach-wie-vor
Schlicht nie an Niederlagen –
Sagst: „Irgendwann fällt noch ein Tor!“
Und stellst dich keinen Fragen.

Ripostegedicht auf das Buch „Lob der Faulheit“ von K. Kusenberg
Evelyn Dahm, 15. VII. 61 (eine Signatur)
Im Buch der Faulheit, Evelyn,
Hast du nicht viel gelesen!
Du bist, drum gibt’s auch nichts zu süh’n,
Hierzu zu faul gewesen.
Was bringt man im Detail noch bei
Den’n, die schon alles kennen?
Vom Drang nach Überbieterei
Gilt’s hier sich doch zu trennen!
Im Faulsein kann nur Meister sein,
Wer nie danach gestrebt.
Denn jeder Eifer schläft gleich ein,
Sobald man Faulheit lebt.
Es gibt ja durchaus viel Facetten,
Die zu beleuchten wären –
Doch braucht dies Zeit, die wir gern hätten,
Um Faulheit zu vermehren.
Wer sagt, er sei besonders faul,
Macht sich sogleich verdächtig.
Wer wirklich faul ist, hält sein Maul –
Des so Verübtens mächtig.
Ich glaube, Evelyn begriff,
Dass Faulheit dem entschwindet,
Der sie verwöhnt mit letztem Schliff,
Sich bis zur Krönung schindet.
Drum hat sie auch das Buch markant
Als ihr Revier markiert –
Doch ganz im Sinne, was drin stand,
Den Inhalt ignoriert!
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