Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Nach dem Auftritt, spätabends schon wieder daheim. Der Mai verspricht ein sehr sesshafter Monat zu werden.
Die Zwischenzeiten
Ich muss mir aus den Zwischenzeiten
‚Ne Mindestportion einer Heimat bereiten
Mich vergewissern, wo ich wohn‘:
Hier Eingangstüre, da Balkon
Und all das Sich’re Zwischendrin
Auch zwanghaft: Casino-Besuch. Alles zum Ausgang des Abends lesen Sie in Kürze (2017) im Buch zur Tour. Fotos vom pompösen Drinnen dürfen nicht gemacht werden.
Die anderen Rahmen
Die anderen Rahmen
Haben wandernde Namen
Und ich pass‘ da manchmal am Abend hinein
Ich geb‘ zu: Ich mag es
Doch zum Anbruch des Tages
Werd‘ ich nicht mehr im Bilde sein
Wie lang gilt noch dein Eid aufs „Von da nach dort“?
Dein Daseinsbrei aus Immerfort?
Solch Eifer für ein gutes Wort
Ist das des Sinn des Lebens‘ Hort?
Nun fragst du mich, ob es sich lohne
Dass ich so tief im Reisen wohne
Nun, bislang noch nicht – wird’s wohl niemals – und wenn …
Gegenfrage: Weißt du denn
Wie viel Schwimmwesten sich in die Lüfte erheben
Und einsatzbereit überm Stadtverkehr schweben?
So viel Reisen um nichts, frag ich, muss es die geben?
Ja? Nein? Oder: „Kann man nie wissen“? Na eben.
Ein Requisit des Abends kann nicht ohne Kommentar bleiben.
Dem Landwein
Wie kann so ein Schluck so viel Möbel umstoßen
In meinem klein geglaubten Mund
Und Sonne wie Kraft entrauben dem bloßen
Rotweinkelchhimmelwärts schließenden Rund?
Und natürlich auch: Strand. Slamtour auf Sardinien mit Badehose im Gepäck.
Die italienische Sprache
Da fliegt sie dahin, die italienische Sprache
Für mich ohne Sinn, in die schmucklose Brache
Von Spanisch-Residuen und Schüler-Latein
Gewürzt mit Klischeeschmelz aus Bella! und Wein
Irgendwo glimmt fast nassforsch ein Schein von Versteh’n
Gut, was davon stimmt, wird man später beseh’n …
Hilflos wirft man die Anker ins Wabern vom Sinn
Und fliegt auf ein Stückchen im Klangbild dahin