Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern
Und dann schlittert’s die Schindeln hinab.
In den Mäulern der Dachrinnen scheppert es blechern,
Von dort schnappt es sich irgendein Rab
Und stibitzt noch die letzte Erinn’rung ans Oben –
Er versenkt es als Rest in den Grund,
Beschleunigt die Zeit, und zersetzt von Mikroben
Wird jedwede Sperrigkeit rund.
Und verlor’n ist die Möglichkeit anderer Reife –
Für das Haben der Raben. Und der Spatzen Gepfeife.
Wegen, wegen, Wegen! (Die Goethe-Ruh am Rochusberg)
Nur wegen Goethe flöte ich,
Der Klötgen Frank (auch: Klöterich),
Auf dem allerletzten Loch –
Und doch die Roch-
Uskapelle hat der Mühen gelohnt
(ich bin nur solch Fußwege nicht mehr gewohnt)!
Mit dem Kirchlein an sich hat es gar nichts zu tun (ich
Find’s weder verwegen, noch richtig ruinig),
Denn es hat ja seit meiner schöngeistigen Häutung
Das Geistliche (meist) für mich keine Bedeutung.
Doch durch des Kreuzwegs Schatten schleich ich
Mich lichtungswärts ins wahre Reich, ich
Hocke müd mich hin im Schauen
Auf die Rüdesheimer Auen.
Und in des Rheins und Weines Weiten …
Da stapeln sich Erhabenheiten.
Dem samtigweichen Nussbaumschatten,
Unter mildgrünfrisch wachsigen Früchten,
Kann niemand bloß Besuch abstatten –
Jeder fühlt sich bemüßigt zu dichten!
Oh, stillschweigend Sog der Romantik in Gärten,
In Dir willt die Kraft deiner Früchte Erhärten!
Ich fitsche durch der Hilde Garten,
Wo flix-tausend Kräuterarten
Üppig strahlen vor Aromen.
Und die Sprengkraft von Genomen
Sänftigt sich herab vom Leid –
Alles krönt ein Blütenkleid!
Das trägt die Erlaubnis zur Vollendsgesundung,
Ein Dufthäfen-Tanker auf Weltenumrundung –
So viel und so weit und so endlos im Geben!
Die Walhalla-Entourage
Bläst kalt zum Narrhallamarsch!
Karnevalsches Trallala
Schallert manch Walhalla-Narr.
Mit Helau, Alaaf und so
Brüstet sich die Büstenshow.
Hart blamier’n, was man gewesen,
Schwachsinnsnahe Polonäsen.
Zwar wahrt Marmor starr den Geist,
Der von Zeit vom Fleisch verwaist –
Doch
Krallt ihn, so wie überall,
Alberner Niveauverfall.
Heut hab ich die letzte Erinn’rung verbraucht
Und wink ihr seitdem hinterher.
Bin manche Stund‘ wehmütig in sie getaucht –
Spür Duft und Geschmack nimmermehr.
Entrissen vom Tau, das im Fluss ziellos treibt,
Verbunden allein durch Verlust.
Am End‘ ist’s die Leere, die mir von ihr bleibt:
Ich habe es einmal gewusst.