Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Politik

Gedichte mit politischem Hintergrund oder entsprechender Attitüde.


  • Rialto Fischmarkt & das zweitausenddreihundertsiebenundsechzigste Gedicht

    Mercato di Rialto Pescheria (Fischmarkt)

    Das Schlitzohr

    Es kam dem Schlitzohr
    Wie ein Witz vor,
    Dass man ihm noch glaubte.

    Da er kackdreist
    Sich (im Frack meist)
    More & more erlaubte.


  • Carnevale Padova & das zweitausenddreihundertfünfundsechzigste Gedicht

    Vorbereitung zum Karnevalszug von Padua

    Räuber 1 aus „Abgespeckt“

    Hauptmann: Erlauchte Halunken, Räubersleute
    Uns frohlockt heut fette Beute!
    Manch Missetat hab’n wir Geriss’nen verbrochen,
    Uns dann vor dem Zugriff der Sheriffs verkrochen … –
    Doch niemals wieder, Spießgesellen,
    Droh’n uns der Verliese Zellen!
    Zwar bleibt die Mission von uns abgrundtief bös,
    Nur sind wir vom Tonfall nun hochseriös!
    Elon Musk und Mark Zuckerberg: Hargh, hargh, Hauptmann Bezos, wir stehen bereit!
    Wer wird unser Opfer, wem bringen wir Leid?
    Hauptmann: Nun, wir Ganoven beherrschen das Unterzahlspiel –
    Drum ist ganz Bad Guttkopp das Überfallziel.
    Dort grasen grad, bar aller Art von Gefahren,
    Wohlstandsgemästete SPA-Gästescharen.
    Diese Badebeschlappten und Frottee-Betuchten
    Sind bald in der Gewalt von uns maßlos Verruchten!
    Wohlan, ihr Kanaillen, heut schröpfen wir sie!
    Nach durchweg erneuerter Dramaturgie –
    Ich sehe die Skripte bei allen vorhanden?
    Ihr habt auch den Ablauf gelernt und verstanden?
    Elon: Kurze Frage! – Hauptmann: Ja, Elon? – Elon: Was mir nicht gefällt,
    Zeile 1 heißt es: „Überfall – hier ist das Geld!“
    Klingt: „Überfall – her mit dem Geld!“ nicht doch besser?
    Dazu grimmes Fuchteln mit Knarre und Messer?
    Hauptmann: Werter Mitbandit, du siehst mich reichlich verwundert!?
    Du klingst noch verdächtig nach letztem Jahrhundert?!
    Wir woll’n nicht mehr irgendwen schnöde berauben –
    Wir schröpfen die Blöden, indem sie uns glauben!
    Wir geb’n ihnen Peanuts und schönste Versprechen,
    Für die sie im Gegenzug bald darauf blechen!
    Erst ’n Lager, – Elon: ’n Werk, – Mark: ’ne Umsonst-App – Hauptmann: errichten,
    Durch die unsre Opfer zu Dank sich verpflichten,
    Und kurz drauf erlassen die Deppen uns Flegeln
    Die Steuern – Mark: den Datenschutz, – Elon: Arbeitszeitregeln.
    Hauptmann:Wenn die erst verstrickt sind im Netz unsrer Gaben,
    Zahl’n sie an uns Geld, das sie nicht einmal haben.
    Wo ist Mark? – Mark: Hier, Herr Hauptmann?! – Hauptmann: Mein treuester Scherge!
    Du Facebuckel-Schurke vom zuckrigen Berge –
    Ja, du weißt, wieviel Tonnen ein Instagramm wiegt
    Hast alle mit ein’m Meta Vorsprung besiegt –
    Und jetzt unsre Opfer im Bad ausgespäht?
    Mark: Sehr wohl, jede Seele und jedes Gerät!
    Ich kenn ihre Konten, Gewohnheiten, Schwächen,
    Den Schwellenbetrag, ihren Willen zu brechen.
    So können für künftige Abhängigkeiten
    Wir gnadenlos zünftigen Druck aufbereiten!
    Elon: Ich verkauf den’n ein „X“ für ein „E“-Autowerk!
    Und flieg auf den Mars! – Mark: Sicher. –Elon: Rauf auf den Berg!
    Hauptmann: Ach, Freunde! Was war’n doch Die Räuber bei Schiller
    Noch ein beuteloser Stimmungskiller!
    Heut wird ein sicker Übeltäter
    Zum Überflieger dank Big Data!
    Bald gehört uns Bad Guttkopp – wie längst schon die Welt
    Per: „Dies ist ein Überfall – hier ist das Geld!“


  • Itaipu & das zweitausenddreihundertzweiundvierzigste Gedicht

    Der Itaipu-Staudamm bei Foz de Iguazú

    Lämmer & Dämme

    Wenn alle Dämme brechen,
    Weil Lämmer sich erfrechen,
    Sie tief und massiv abzugrasen –
    Dabei auch Lehm und Stein frasen
    (und schließlich gar noch das Eszett),
    Macht solch vermess’nes Essen fett.

    Sie – ich dachte, das erwähn‘ ich –
    Sind darin dem Menschen ähnlich.


  • Favela-Spiegelung & das zweitausenddreihundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Die Favela Gamboa im Spiegel der Neubauten

    Befriedet

    Dein Aufruhrbegehren war stets etwas weird,
    Nun hab’n manche Lehren dich pazifiziert,
    Bist immer noch Insel, doch fügst dich dem Meer,
    Warst hartes Gerinnsel, nun rügst du meist fair.

    Den Frieden zu finden, heißt ihn zu erzwingen –
    Es kann das Sich-Winden nicht ewig gelingen.
    Erwies rüder Stolz nicht beizeiten als falsch sich?

    Fast müd zuckt die Klinge – und irrt sich gewaltig.

    Alle Rechte bei Markus Berg, der das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 erstanden hat.


  • Bodenschneidalm & das zweitausenddreihunderteinundzwanzigste Gedicht

    Schaf auf der Bodenschneidalm bei Fischhausen-Neuhaus

    Schneeflöckchen

    Zwischen Besamung und Begattung
    Behagt es aber meiner Gattung
    Sich hastig fortzupflanzen,
    Zu morden und zu tanzen,
    Zu lernen oder erben
    (dies gerne lang vorm Sterben!) –
    Mal sehr erfolgreich und mal minder,
    Mal mit Muße, mal mit Tinder.
    Doch immer mit einigem Mitteilungsdrang
    Und quasi per stets auf Publikumsfang.

    Es brüstet meine Gattung sich
    Mit potenziertem Wissen.
    Verkürzt sich hier kein Wartestrich –
    So muss er sich verpissen.

    Schon eine ganze Ewigkeit
    Hat meine Gattung keine Zeit.


  • Fundbüro Wuppertal & das zweitausenddreihundertundachtzehnte Gedicht

    DB-Fundbüro in Wuppertal, von neuen Bewohnern gefunden

    Zu lang geschwiegen

    Zu lange schweigen
    Heißt: Rhythmus vergeigen,
    Abseits zu landen vom einstigen Reigen

    Zu lang zu schweigen
    Bedingt abzusteigen,
    Heißt: Weißheit verbeigen,
    Zertretene Zehchen,
    Heißt: irgendwie sich ohne Nirgends verlier’n,
    Dringt letztlich gesetzlich als Leerstand ins Hirn
    Und kommt zum Ende nicht zur Ruh.

    Trotz Likes zeigt sich dann Blut im Schuh.


  • Abflugbereitschaft & das zweitausenddreihundertundzwölfte Gedicht

    Unsere an die Gentrifizierung verlorene Wohnung in der Tengstraße 4.

    Die Nachmieter

    Schon sitzt die Waffenindustrie
    Bei mir auf dem Balkon
    Ich war so sehr „Mich trifft es nie!“ –
    Das hat man nun davon!

    Die wringt jetzt bald ihr Pimmilein
    In den verwaisten Bottich
    Und etabliert das Unverzeih’n,
    Malt alle Zukunft grottig.

    Schon sitzt die Rüstungsindustrie
    In meiner schnieken Wanne –
    Zwar abgetaucht, doch sicher nie-
    Mals eingeschäumt vom Funne,
    Denn wir einst lieblich ausgekost‘.

    Jetzt bürstet sich der Rüstungsrost
    An Herrn von Zu’stens Pimmilein.

    Ich wärm mich an mein‘ ärmlich‘ „Nein!“.

    Wenn brünftig Euch auch Segen narrt,
    Ihr Günstlinge der Gegenwart:
    Das, was ihr mir genommen,
    Berangt ihr nicht,
    Verzwangt ihr nicht –
    Ihr werdet’s nie bekommen!


  • Schlossbetrachtung & das zweitausenddreihundertundzehnte Gedicht

    Zugang zum Schloss Karlsruhe

    Gleichlautendes

    Es warnen hellste Umweltzungen
    Im Ahnen grellster Umwälzungen.


  • Zwinger & das zweitausenddreihundertundfünfte Gedicht

    Der Zwinger in Dresden während der Baumaßnahmen 2023

    Verfallflanier

    So mancher Schlosspark schreit recht laut: „Die Monarchie ist abgeschafft!“,
    Und jeder schlecht geharkte Weg erinnert an abrupte Kraft.

    Was wir vom Park erobert, ist allein das Recht zu Parken.

    Man frisst, verdaut – hinweggefegt, als hätt‘ es keinen Haken.


  • Görlitzer Alienbesuch & das zweitausenddreihundertste Gedicht

    Weidende Tiere vorm Görlitzer Hauptmann Theater

    Boca Chica

    „Bewahr mich“, scheint’s, flüstert der Mars grad zu mir,
    „vor Elon Musks Besuch!“
    Beim drögen Gilb zaubernden Mainstream-Genie
    Wird’s Triebwerk zum Eunuch.

    Verharrt der Planet von uns derart entfernt,
    Weil wir uns stets muskier’n?
    Vielleicht hat alleine der Mars es gelernt,
    Die Schwerkraft zu kapier’n.

    Der Entfesselungswahn blödem Start-Up-Gelds
    Düngt uns mit Space und X.

    Als stillende Brust eines strahlenden Helds
    Gebähr’n wir wieder nix.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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