Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Model & das zweitausendzweihundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Nicole Eisenman. What Happened im Museum Brandhorst

    Crossover-Ripostegedicht zu Tucholskys „Das Ideal“ und den Heidi-Klum-Rant von Roger Willemsen.

    Der Ich-Handel (The I-deal/Dimunitiv von „selten“)

    Ja, das möchste:
    Du willst bei der Challenge heut voll überzeugen,
    Dass all jene andren dich neidisch beäugen
    Und Heidi kreischt fleischig vor Scheineuphorie,
    Du hätt’st krass Personality
    Und die Fashionwelt wird sich schon bald darum reißen,
    Dich auf ihren Kampagnen willkommen zu heißen.

    Du schwebst vom Walk auf Wolke Sieben,
    Bist dabei ganz du selbst geblieben,
    Gibst dich dem Netz in Gänze hin
    Als mega! Influencerin,
    Bekommst von dort so viel zurück:
    Ein tausendfach geteiltes Glück.
    Ja, das möchste.
    Aber,
    in Wahrheit wirst du voll verheizt
    Im Tollhaus, das mit Chancen geizt,
    Verkackst im Kreis beknackter Grazien,
    Verlacht als Wackelkandidatin,
    Die beständig, unbändig und flehentlich flennt
    Vor gemeinen Designern, die eh keiner kennt.

    Letztlich fehlt dir das Foto zum Model-Champ,
    Du hoffst noch auf das Dschungelcamp
    Und hangelst fesch von „Au!“ zu „Au!“
    Durchs Dickicht dich vom Trash-TV.

    Doch wie sehr man sich auch engagiert,
    Dass man sich dann noch etabliert
    Vorm bösen Ansturm erster Fältchen
    Das
    Ist seltchen.


  • Party Room & das zweitausendzweihundertzweiundfünfzigste Gedicht

    „Party Room“ – Installation von Pope.L im Museum Brandhorst

    Fraternidad (freie Übersetzung des Gedichts von Luz de Cuba)

    Achtung, hier spricht die Poesie!
    Achtung, hier spricht die Poesie!
    Poetisieren Sie sich bitte,
    Poetisieren Sie sich,
    Dass die Verse rauschen wie Zugvögelschwingen,
    Erhaben wie erhebend
    Mit Schwung in das Himmelreich über den Dingen –
    Wir überqueren schwebend
    Die Weiten von Meeren und Ozeanen,
    Weil Wasser uns nie trennt!
    Wir müssen den Weg zueinander nicht bahnen –
    Wir sind 1 Firmament.

    Tik-tak schlägt die Stunde der Poesie
    Tik-tak – die Minute aus Reim
    Tik-tak – die Flamme der Melodie
    Wir weben aus Farben ein Heim.


  • Eisenmans Mann & das zweitausendzweihunderteinundfünfzigste Gedicht

    Nicole Eisenman. What Happened im Museum Brandhorst

    Weisheit, vergebens

    „Nun, da ich es verstanden hab,
    Bin ich so knapp vorm Gehen!“,
    Ruf ich hinauf aus meinem Grab.

    Du wirst es nicht verstehen.


  • Westendstraße & das zweitausendzweihundertfünfzigste Gedicht

    Gebäude der alten Augustinerbrauerei in der Westendstraße

    Ermüdungsbrüche

    Ich suhle und besudel mich in Ungewöhnlichkeit,
    Stöhn immer etwas langgeweilt und falle aus der Zeit.

    Ach, könnte ich für irgendwas
    Mich zweimal interessieren!
    Ach, fänd ich mal an etwas Spaß
    Nach lebenslangem Gieren!

    Kenn keinen Unterscheidungsgrad
    Von Lebensqualitäten.
    Mir ist egal, worauf ich wart –
    Es kann sich nur verspäten.

    In mir verschwendet, ohne Not, sich unaufhörlich Leben.
    Doch wird’s mich bis zu meinem Tod, sehr unbeeindruckt, geben.


  • Wiedererwachen & das zweitausendzweihundertsechsundvierzigste Gedicht

    Frühlingserwachen am Alten Nordfriedhof München

    Glam der Flucht

    Nach einer Saison unterm Mullbindenhimmel
    Schrei’n meine Augen nach Strand –
    Verödetes Licht kriecht durch Grauen und Schimmel,
    Die Lichtung heißt: anderes Land.

    Oh, seliges Dösen mit Sand an den Füßen
    (die eben noch Socken verpackten)!
    Ich streich aus erröteten Postkartengrüßen
    Die allzu genüsslichen Fakten.

    Ja, vertaut die Vertrautheit verdunkelter Welten
    Gern felsenfest in meinen Häfen –
    Es dämmert der Glam von dem emsigen Selten
    Mir fernschönstes Licht in die Schläfen!


  • Lenbachhausfassade & das zweitausendzweihundertfünfundvierzigste Gedicht

    Die Fassade vom Lenbachhaus

    Frische Nächte

    So vieles ist schon im Verschwinden
    Und für dich ist’s gerade erst da.

    Einer Euphorie fehlt es an Sinn, denn
    Vorm Toast und Trost spricht ein Babar.

    Dein Erfinden wär höchstens Bewahren
    Und der Zweifel nimmt ganz vorne Platz –
    Den juckt’s nur so vor Kommentaren.

    Und nach reiflicher Abwägung hat’s
    Schon genug an erneuertem Anlauf gegeben
    Für unüberblickbare Massen an Leben.

    Schüttert’s trotzdem durch dich,
    Rotz und Trotz hält nichts auf?

    So wart nicht auf mich –
    Stemm die Eisen und lauf!


  • Krapfen & das zweitausendzweihundertsiebenundzwanzigste Gedicht

    Münchner Faschingskrapfen

    Loss in Translation

    Man sagt, ersetzt‘ man I durch We,
    Würd‘ aus der Illness Wellness.
    Ich antworte (aus Empathie
    Hier englisch): „Light to tell, yes!
    But what we annoys, when
    I do it im Deutschen:

    Zuweder oder Iter –
    Bring’n beide uns nicht weiter.“


  • Flowers forever & das zweitausendzweihundertfünfundzwanzigste Gedicht

    Trockenblumeninstallation in der Ausstellung "Flowers Forever" in der Kunsthalle München

    Rückenschmerz

    Hab Autschn! in mei’m Rücken,
    Schau sauzerknautscht beim Bücken,
    Die Mimik blitzelt zerrig,
    Ein Blitz wird meiner herrig.

    Hab Autschn! in mei’m Rücken.
    Es keift beim Schwerterzücken
    Ins einstige Beweglich
    Der Schmerz: „Kerl, ich zersäg dich!“

    Ein Stich, der meinen Körper brät,
    Schreit, er sei nun Normalität!

    Doch dann winkt zaghaft Besserung,
    Die nach und nach bestimmt,
    Dass rabiater Messerschwung
    In Fuchtelei verdimmt …


  • Zweitgarderobe & das zweitausendzweihundertdreiundzwanzigste Gedicht

    Umrankter Baum im Botanischen Garten München

    Ripostegedicht zum Text „Natur“ von Robert Gernhardt

    Korrektur der Schieflage (Mensch-Baum-Gefälle)

    Es legt beim Menschen-Baum-Gefälle,
    Steht man vorm Fall an fal(l)scher Stelle,
    Der fall’nde Baum den Fäller um
    (klar, das gefällt dem Publikum …).

    Jetzt, da sich beide nicht mehr regen,
    Beschließen Sägen, letzte Segen
    Die Daseins unter freier Luft –
    Es geht gemeinsam in die Gruft:

    Ein Schreiner flext das Baumgebein
    Zum bettgerechten Bretterschrein,
    Und was vom Mensch man zsammgeharkt,
    Wird dann in jenem eingesargt.

    War einst dem Mensch der Baum ein Gast,
    Gibt jener jenem nun ein Heim.

    Fällt euch was auf? – Das klingt doch fast
    Wie’n gefällig
    Sich schließender,
    Astreiner Reim.


  • Sudetenmuseum & das zweitausendzweihundertsechzehnte Gedicht

    Die Fassade vom Sudetendeutschen Museum München

    Weltweiten

    Ein Vormittag vorm Monitor
    Kommt mir erheblich kürzer vor

    Als, sagen wir, am Strand
    Von einem fernen Land.

    Es gilt, man kann sich schadlos aalen
    In Bildschirm- oder WLAN-Strahlen,
    Derweil das treue Sonnenlicht
    Zu tief in unsre Häute sticht.

    Mein Körper widerspricht
    So vehement wie schlicht.

    Gewiss gereicht es ihm zum Test,
    Was man an Spuren hinterlässt:
    Dort von zig Cookies angezapft,
    Dort barfuß in den Sand gestapft.
    So lässt sich für ein Wohlbefinden
    Kein besseres Symbol wohl finden

    Als, sagen wir, der Strand
    Von einem fernen Land.


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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