Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Ausgeflogen & das zweitausenddreihundertunddreizehnte Gedicht

    Unsere an die Gentrifizierung verlorene Wohnung in der Tengstraße 4.

    Schönen Gruß an den Nachmieter

    Normalerweis‘ bin ich zu Amei-
    Sen doch eher gräuslich –
    Heut scheiß ich drauf, weil raus. Ja, mei,
    Dann macht’s euch hier fei häuslich
    Und seid dem neuen Herrn am Herd
    Sehr gerne eine Plage!

    Lang fand ich euch bekämpfenswert –
    Nun wünsch ich schöne Tage!


  • Abflugbereitschaft & das zweitausenddreihundertundzwölfte Gedicht

    Unsere an die Gentrifizierung verlorene Wohnung in der Tengstraße 4.

    Die Nachmieter

    Schon sitzt die Waffenindustrie
    Bei mir auf dem Balkon
    Ich war so sehr „Mich trifft es nie!“ –
    Das hat man nun davon!

    Die wringt jetzt bald ihr Pimmilein
    In den verwaisten Bottich
    Und etabliert das Unverzeih’n,
    Malt alle Zukunft grottig.

    Schon sitzt die Rüstungsindustrie
    In meiner schnieken Wanne –
    Zwar abgetaucht, doch sicher nie-
    Mals eingeschäumt vom Funne,
    Denn wir einst lieblich ausgekost‘.

    Jetzt bürstet sich der Rüstungsrost
    An Herrn von Zu’stens Pimmilein.

    Ich wärm mich an mein‘ ärmlich‘ „Nein!“.

    Wenn brünftig Euch auch Segen narrt,
    Ihr Günstlinge der Gegenwart:
    Das, was ihr mir genommen,
    Berangt ihr nicht,
    Verzwangt ihr nicht –
    Ihr werdet’s nie bekommen!


  • Neueinstieg & das zweitausenddreihundertundelfte Gedicht

    Die noch jungfräuliche neue Wohnung

    Die erste Heimfahrt

    Das erste Mal Heimfahrt zum neuen Daheim –
    Und die Frage im Ohr, ob der Weg mich schon kennt.
    Ich fäd’le ja stets jede Zeile zum Reim,
    Meine Eilfertigkeit spornt die Leeren an: „Rennt!“

    Ja, es ist noch zu früh, um ein Mehr zu erahnen –
    Werd vorerst kleine Schritte geh’n
    Auf um Baugruben weiters zu ziehenden Bahnen
    Im Glauben, mich hinauszuleh’n.


  • Isarente & das zweitausendzweihundertsiebenundneunzigste Gedicht

    Ente am Isarufer bei Oberföhring

    Intro zu „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“
    Weitere Teile des Großgedichts: Der Anblick, Die Ansprache, Die Anmaßung

    Dass ich nach einem müden Leben
    Nun hier vor Ihrem Grabstein steh –
    Oh, Cosima! Oh, Dorothee! –
    Lost mich zu den Gewinnern.
    Doch lost bin ich im Innern, ja –
    Oh, Dorothee! Oh, Cosima! –
    Verdammt mich zu erinnern,
    Dass einstmals sich Götter und Engel erbarmten,
    Mich einzugruppier’n mit der Doppelbenamten –
    Die Begegnung mit Dorothee-Cosima
    Kam meiner Einfalt Segnung nah!


  • Isarlibelle & das zweitausendzweihundertsechsundneunzigste Gedicht

    Libelle am Isarufer bei Oberföhring

    AG Hochzeit, versilbert

    Dem, der über den Rücken blickt,
    Bedrückt oft, dass das Ührchen tickt –
    Ihr deklamiert aus toller Brust:
    „Das Wandeln ist des Knüllers Lust!“
    Und steht Modell für’n Bronzeguss
    Vom „Ende nicht in Sicht!“-Entschluss,

    Pflegt silberne Haare für goldene Jahre –
    Was euch eure Hochzeit als Bestzeit bewahre!
    Denn Heirat und -tat heißt: Man entspannt sich
    Und sagt Ja zum Jahr als das Paar Fünfundzwanzig!

    Alle Rechte bei C. von Schelling, die das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 – eigentlich für den 8. Juni, pardon! – von mir für A & G gekauft hat.


  • Paketposthalle & das zweitausendzweihundertfünfundneunzigste Gedicht

    Die ehemalige Paketposthalle nordöstlich der Friedenheimer Brücke

    Die Ansprache (Etappe 2: Unausgesprochenes)
    Teil des Großgedichts „Hier ruht unsre viel zu früh von uns geschiedene Dorothee-Cosima“)

    Ein Balsam von Wörtern ergießt sich in Worte
    Und hinter uns schließt sich Elysiums Pforte.
    Oh, könnte ich sie bloß versteh’n –
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Jedoch die Wucht der Sehnsucht raubt
    Mir alle Sprache aus dem Haupt –
    Und den Versuch, sich auszutauschen
    Umwuchert rasch ein Sinnesrauschen.

    Jener warme Wind Ihrer Wortproduktion
    Ist All wie -gegenwärtig –
    Er strahlt auf mich Vasallenlohn -,
    Dies Adressat-Sein ehrt mich!

    Doch nun, da Ihr mich angesprochen,
    Hab‘ ich doch nicht grundlos hier Lunte gerochen?!
    Schon kann mein Begehr’n alten Träumen nicht gleichen –
    Vordem Unerreichbares will nicht mehr reichen!
    Der Traum muss Exzess sein – er koste, was wolle!

    Im steten Erheben beim Streben nach mehr
    Entreißt’s alle Rösslein vom Zaum der Kontrolle –
    Was stillt ihren Willen und wo nehm‘ ich’s her?!
    Ermächtigt sich Unflat des weit’ren Betragens? –
    Das ist im Behagen die Frage des Fragens!

    Die Räudigkeit solcher Gedanken bereuend,
    Doch weitere Hürden und Schranken nicht scheuend,
    Kann ich nach Geneigtheit verheißenden Zeichen
    Nicht unversuchend von Euch weichen!

    Will nicht ein schaurig-schwüler Duft
    Grad Eurem Kleid entsteigen?!
    Ist’s nicht, dass süß das Schößlein ruft,
    In Blöße sich zu zeigen?!

    Vielleicht lenkt mich ein Missversteh’n –
    Ganz sicher ist’s mir anzuseh’n,
    Oh, Cosima! Oh, Dorotheen!
    Der Bindestrich entwindet sich
    Und nennt sich fortan Trennungsstrich.
    Er bricht unser Gesprächlein ab,
    Stößt jäh mich Elenden ins Grab!

    Zwei edlen Namen galt mein Sehnen –
    Und jeder wähnt mich abzulehnen!
    So endet alles offenbar,
    Oh, Dorothee! Oh, Cosima!
    Ein Mehr an Verkehr werdet Ihr mir nicht schenken –
    So bleibt nur, dies selbst mir zusammenzudenken!


  • Lothstraße & das zweitausendzweihunderteinundneunzigste Gedicht

    Ikonische Häuserreihe in der Lothstraße in der Maxvorstadt

    Skeptiker’s Diary

    Weil ich Dinge nicht will, die wohl möglich sein könnten,
    Steh ich mancher Bewegung im Weg.

    Doch im Sumpf triumpht das, was wir anderen gönnten,
    Als still uns erwartender Steg.


  • Sieben & das zweitausendzweihundertneunzigste Gedicht

    Gebäude Nr. 7 vom Olympischen Dorf

    Der Blick auf die Monatsbestenliste

    Der Sommer im Juni ist luftig und frisch
    Wie’n neubezog’nes Bett,
    Vom Licht gespreizt legt er sich auf meinen Tisch
    Und macht es sich dort nett.

    Er lässt als Sonnenstrandersatz
    Vom Wannenrand sich fallen,
    Ist trotz des Wonnemonats Mai
    Der wonnigste von allen.

    Und all das jüngst begrüßte Sprießen –
    Es grünt sich nachgewürzt ins Schießen!

    Den Docht der Natur entfacht Juni/(Strich)Juno
    Als unangefochtene Numero Uno.


  • Münchener Leben & das zweitausendzweihundertsechsundachtzigste Gedicht

    Hausfassade in Untergiesing

    Gewusst wo

    Such‘ ich ’nen Reim auf Menschen,
    Besuch‘ ich heimlich Ranchen.


  • Heimernte & das zweitausendzweihundertvierundfünfzigste Gedicht

    Ein Wurf meiner Schwabinger Kaffeepflanze

    Poesie & Nährwert

    Dieses Gedicht fabuliert einen Startpunkt,
    Von dem sich noch Linien verzweigen,
    Markiert Grazie, mit der es schon vor jeder Tat prunkt,
    Proklamiert Immanenz als sein Eigen.

    Doch letztlich dient dieses Gedicht der Ernährung,
    Schafft Eier, Kartoffeln und Brot,
    Von Versen gestrickt ist es wahrhafte Währung,
    Verbleibt in Punkt Anspruch devot.

    Dieses Gedicht schreiben andre Poeten
    Und -*innen nun vielfältig fort.

    Dieses Gedicht besorgt nur die Moneten –
    Ein Anfang fürs werdende Wort.

    Und entgegnet mir nicht, dies sei nur ein Gedicht!

    Denn es sorgt andernorts – auf ein Wort – für: Gewicht.

    Alle Rechte bei Frauke Gnadl, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2023 von mir gekauft hat.


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