Einem alten Seebär’n mit Paypal zu zahlen –
Ich hätt‘ mich ja nicht mal zu fragen gewagt!
Doch vielleicht gewann Paypal längst Zahlungsart-Wahlen
Und gilt, dass man Seebär’n mit Barzahlung plagt.
Denn wer wär am Ende wohl zielgruppig runder
Für jeden Schritt Richtung Kontaktlosigkeit
Als just so ein Seebär? So ist es kein Wunder,
Dass jener zur Paypal-Bezahlung bereit.
Crossover-Ripostegedicht zu R. Gernhardts „Vom Fuchs und der Gans“ und „Sie war ein Blümlein“ von W. Busch.
Vom Fuchs und der Gans und dem Blümlein und Esel (Die Heuschrecken)
Gewöhnlich nennt man Fuchs und Esel
Je störrisch und gewitzt.
Was die zu zweit sich einverleiben,
Gilt vorab als geritzt.
Denn
Beharrlichkeit und Raffinesse
Verehrt man als Erfolgsfaktoren.
Was deren Beißerchen zerreiben,
Das ist als Entität verloren
Und wird vom Subjekt zum Projekt,
Das all den Investoren schmeckt.
Nach satter Übernahmewut,
Ner reichlich ungestüm’chen,
Werd’n Gans und Blume neues Gut,
Beworb’n als Gänseblümchen.
Ein verheißungsvolles Top-Produkt:
Die Softness der Daunen, von Blüten der Duft …
Doch
Was vom großen Maul geschluckt,
Gedeiht in dessen Magengruft,
Zum Einheitsbrei – und is
Am Ende bloß Beschiss.
Im Zwischengeschoss war’n die Dienstangestellten
Und teilten sich leicht übersehbare Welten
Samt dem Los der Überschaubarkeit,
Sehr groß im Kompensier’n von Leid.
Gefüllt mit nie erfüllten Träumen,
Zerknüllt von solchen Zwischenräumen,
Leckt diese „Längst Geschichte!“-Schicht –
Fast scheint’s, sie existierte nicht.
Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba
Yemoja
Eri rere san san san
Eri rere
Da Olueri sich bei allen Mächten beklagt,
Dass er keinerlei Reichtum hat, wurde gesagt,
Es sei‘n für den Zuspruch, den er sich erbat,
Mehr Opfer zu bringen. Was er sodann tat.
Und deshalb – eri rere san san
Geb ich als Adresse mein Elternhaus an,
Wo mählich die heilenden Kräuter gedeihen,
Die Fron uns mit wachsender Blüte zu weihen.
Eri rere san san san
Vom Wenigsten sprießt unsre Hoffnung auf mehr,
Denn nie fließt ein Strom einmal hin, einmal her.
Sobald ich das Geld für ’nen Reifensatz hab,
Werd ich meinen Wagen behufen.
Sobald mich die Sehnsucht aufs Dachgeschoss packt,
Spar ich alles Geld für die Stufen.
Doch
So lange kein Gott die Bilanz überprüft,
Werd ich mich aufs Planen beschränken.
Vielleicht wird das Rad vom bedächtigen TÜV
Mich nicht ob der Zauderei kränken.
So viel Platz für Skigebiete,
Quell der Liftbetreibermiete!
So viel Pistenpotentiale
Wie für Straßen, hoch vom Tale!
So viel Stille, Rückzugsorte –
Die man opfern will dem Sporte,
So viel Zu-mehr-auserkoren!
Doch was fehlt, sind Investoren.