Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Feuer

Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.

Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!


  • Mauerpark & das eintausendeinundvierzigste Gedicht

    Mauerpark Prenzlauer Berg

    Im Mauerpark

    Die Mauer ist weg
    Und ein Park war’s noch nie
    Als „Ditt is’ma typisch Balin!“-Utopie
    Dient dies Hier nur dem Zweck
    Eurer Eifer-Verklappung
    In zichtenverstummelter Karstüberlappung
    Des Kronenkorkenwonderlands
    Und manchmal spielen hier auch Bands!

    Man ist der Frage vom „Warum?“
    Ein gut gelauntes Publikum
    Und zeigt per Selfie seinen Will’n
    Im Restgras mächtig abzuchill’n
    ‚was später kommen noch some friends
    Und manchmal spielen hier auch Bands!

    Ganz schocklos wird da abgekifft
    Sehr locker hier, was das betrifft!
    Oft hockt hier DJ-Prominenz!
    Und manchmal legt von denen noch wer sein Set auf …


  • Ruhrauen & das eintausendvierzigste Gedicht

    Essen Steele Ruhrauen

    Ein weiterer Song vom kommenden dreizehnten Marilyn’s Army Album „Zeit zu schrei’n“.

    The End of the World as we know it

    Das Ende der ganzen Geschichte
    Ist jetzt schon verdorb’n
    Erst stehen wir knietief im Hoffen
    Und dann wird gestorb’n
    Der Mut strahlt dir aus dem Gesichte
    Dass alles sich fügt
    Und er lügt, das Ergebnis sei offen
    Na, weil er halt lügt

    Und ist auch noch gar nicht gescheh’n
    Is the End of the World as we know it…..
    Von hier aus zu seh’n

    Und können wir’s auch noch nicht versteh’n
    Is the End of the World as we know it…..
    Von hier aus zu seh’n

    Das Ende der ganzen Geschichte
    Stand immer schon fest
    Das drunter und drüber Ermuntern
    War nur so ein Test
    Du säuselst dein „Gut, ich verzichte!“
    Als hätt’st du die Wahl
    Magst dich dafür selbst zwar bewundern
    Doch bleibt es egal

    Und ist auch noch gar nicht gescheh’n
    Is the End of the World as we know it…..
    Von hier aus zu seh’n

    Und das Ende der ganzen Geschichte
    Ist war immer verdorb’n
    Wir standen fast knietief im Hoffen
    Doch dann wurd‘ gestorb’n
    Der Mut strahlt dir aus dem Gerippe
    Dass alles sich fügt
    Als Teil dieser lügenden Sippe
    Na, weil er halt lügt

    Und ist auch noch gar nicht gescheh’n
    Is the End of the World as we know it…..
    Von hier aus zu seh’n


  • Steele-West & das eintausendneununddreißigste Gedicht

    Am S-Bahnhof Steele-West

    Temperament/tur

    An dem wackligen Punkt zwischen Simmern und Sieden
    Ist schon so viel verheizt und noch gar nichts entschieden

    Doch alles rüstet sich zum Kampf
    Drängt auch dich zur Position:
    Wo beziehst du die Bastion?
    Willst du Eis sein? Oder Dampf?


  • Grenswerk & das eintausenddreiunddreißigste Gedicht

    Venlo Grenswerk in der Peperstraat

    Sonnenkrieger

    Und wieder rinnt die Wirklichkeit
    Durch meine tauben Finger
    Als sei ihre Zeit nun endgültig vorbei
    Als gäb‘ es längst heißere Dinger

    Doch schwör‘ ich nicht der Frischluft ab
    Für eigene vier Wände
    Reich‘ unberechenbarer Kraft
    Die frisch geleerten Hände

    Wo Wurzelwerk mein Salz aussaugt
    Und mich Sturzbäche Regen begießen
    Werd‘ ich, wenn sich die Welt abschafft
    Die Restspur des Sommers genießen


  • Gipfelnähe & das eintausendzwanzigste Gedicht

    Schafe auf dem Weg zur Hochjoch-Hospiz

    Drang & Sturm

    Ja, das ist die Höhe!
    Die wollt’st du besingen!
    Dann kam eine Böe
    Und kurz darauf hingen
    Vier blutende Glieder
    An Felsenvorsprüngen

    Ich sag’s immer wieder:
    Man darf’s nicht erzwingen!


  • Vent & das eintausendachtzehnte Gedicht

    Ewiger Schneerest in der Rofenschlucht

    Ripostegedicht auf „Ein alter Tibetteppich“ von Else Lasker-Schüler

    Der neue Balkanlaminat

    Die Paneel’n, auf den’n wir liebend uns bahren,
    Sind wilde Laminatbulgaren,

    Die polnische Schwarzarbeit emsig verband
    Mit der räudigen Note vom Billiglohnland.

    Unsre fugenversunkenen Körper saugt auf
    Jener holzimitatige Maserverlauf.

    Süßer Lamisohn auf Sockelleistenklammerthron,
    Ob nun Kunststoff uns federt oder Holz – hey, was soll’s?!
    Wenn Plank‘ an Planke ein Bund uns verknüpft?
    (Und auch versiegelt ist er schon!)


  • Blutmonderinnerung & das eintausendsechzehnte Gedicht

    Blundmondnacht auf dem Olympiaberg

    Dir & denen

    Gerade den Nächsten enthältst du
    Die Rücksicht, Geduld und auch Lob?
    Was denkst du, wer dich in der Welt hier
    Zu dem, was du sein willst, erhob?
    Schon seh ich dich grübeln – Kerl, sag, was erwägst denn?!
    Erspar dir das Rechnen – und auch deinen Nächsten!


  • Straßenfest & das eintausendfünfzehnte Gedicht

    Straßenfest Georgenstraße

    Zum Geburtstag

    Schon xx Jahre kein Gestorb’ner geworden,
    Vom Frust verdorben, an der Brust keene Orden –
    So wird’s dich wirklos weiter geben!

    Schon xx Jahre als „Geschafft!“ Abzuhaken,
    Erspart jeden Kraftakt zum Wiedererstarken!
    Man treibt in weit’re Zeit zu leben …

    Schon xx Jahre als Vergangenes feiern,
    Das Sang- wie Belanglose lohnreich zu leiern –
    Kann nicht jedes Schicksal enttrüben!

    Schon xx Jahre in die Umlaufbahn schießen,
    Um auch ein paar Stufen hinauf zu genießen –
    Das solltest du fortan mal üben!

    Mehr Gedichte für Geburtstage und Hochzeiten


  • Isarschnellen & das eintausendvierzehnte Gedicht

    Isarschnellen bei Unterföhring

    Im Unterschied

    An meinem ersten
    Geburtstag in sauberer
    Unterwäsche fraß ich die
    Sparkasse auf. „DIE
    Sparkasse oder EINE
    Sparkasse?“, fragte ein in
    Reinster Angriffslust badendes Gegenüber. Das
    mache einen Unterscheid! – zur Erklärung ergänzend.

    „Für mich nicht!“, überwand
    Ich meine oft wehrlose Antworterei. Zusätzlich mit:
    „Saubere Unterwäsche – DAS macht einen Unterschied!“


  • Castello Scaligero & das eintausendneunte Gedicht

    Skaligerburg in Malcesine am Gardasse

    In der Fledermauskolonie

    Ja, öl‘ dir die Flughaut, mein Pappenheimwicht!
    Nein, ein Schwarm muss nicht intelligent sein!
    Allein die Geflogenheit ist unsre Pflicht
    Und das ultraschallhell In-die-Luft-Schrei’n

    Ich kann dir beim Kopfüberhängen berichten
    Von Ausschwärmerei, dass die Sinne sich lichten –
    Im Klammheimcode, den niemands Echolot knackt!
    Wie du weißt, ruht der Schlafverband nie …
    Und der Höhlenguano, der sich aus ihm kackt
    Bleibt zwingende Philosophie!

    Als ein Säugetier, dem man die Flugkunst geschenkt
    Überlege dir stets, wessen Gunst dich bedrängt
    Und öle die Flughaut vor deinem Anheimfall!
    Enge darf nur der Aufwärmung gelten!
    Misstrau‘ auch dem Platz, unter dem ich mich festkrall‘!
    Denn selbstloser Ratschlag ist selten


Die 266 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)


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