Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Entschuld’jen Se bitte ma, wat soll hier datt ’n?
Se steh’n da jrad feistfüßig uff meenen Schatten!
Mag sein, ditt is da, wo Se herkomm so üblich –
Vom Punkt Kultiviertheit fänd ick’s ja betrüblich –
In Kenia, je’nfallz, jilt: Respekt vor die andern!
Bedeutet: Person nebst Silwette umwandern!
Hier bremsen vom Anstand errichtete Ampeln
Den Frevel, auf andrerleuts Seele zu trampeln!
So, lernt ditt jefällichst ma, Fehltrittchaoten:
Im Schatten steht imma „Betreten vaboten“!
In der Fremde XL seinen Namen zu finden –
Das musst du als Eindringling erst einmal schaffen!
Es gilt, sowohl Stolz wie auch Spott zu verwinden –
Schließlich nannte man dich einen Affen!
Um zu zeigen: Da ist jemand rabiat anders –
Doch wenn er sich etwas enthaart, na, dann kann das
Noch was werden mit der hässlichen Rand-Existenz –
Dem Legenden entwendenden Kinderschreck
Mit der Adern entblößenden Hauttransparenz –
Der durch Fettnäpfchen zappende Hektik-Geck!
Du pauktest beharrlich die Sprache und Sitten –
Trotz Gelächter vorm Schlupfloch zur Integration,
Hast dir als Chronist schließlich Geltung erstritten –
Etwas Geld nachgeschoben, doch war’s dir zum Lohn:
So gelang unsern Affen nach den Müh’n des Beharrens
Der Aufstieg zum Ding, mit dem Status des Narrens!
Ich geb zu, ich bin kein Freund von Flugzeugabstürzen!
Nun hab ich’s zwar nie selbst probiert,
Aber Dingen, die derart ein Leben verkürzen,
Begegne ich prinzipiell sehr reserviert!
Schon allein das Geschrei, wenn die Nase sich senkt!
Da soll mir doch keiner behaupten,
Dass irgendwer dann „Boah, isch lieb das voll!“ denkt
Von den bald ihres Lebens Beraubten!
Für mich ist das nichts – ich find, Flugzeugabstürze
Sind dämliche, neumodisch-haltlose Fürze!
Da soll niemand entgegnen, mir fehle der Mut –
Ich find diesen Hype schon als solchen nicht gut!
Oh Eshu, treuer Gott der Schelme,
Es häufen sich Gründe für Interventionen!
Die Spießer tragen wieder Helme,
Die Scheinheiligkeit fragt nach scharfen Patronen.
Man rüstet sich mit klaren Bildern,
Hat den Widerspruch eindeutig kanalisiert –
Dies eitle Wissen zu durchwildern
Scheint erlösend, da Einwandsnot langsam pressiert!
Ach Eshu, setze deine Fragen,
Bügle grautönend Wahrheit in Koexistenz,
Polter Zwang aus frisch zu wagen
Und dräng Engstirnigkeit in die Weite, sonst brennt’s!
Haushaltsunfall ist ein Wort –
Strotzend vor Ergiebigkeit,
Abschussorgien, Massenmord –
Effektiv beim Faktor Zeit,
Gegenknall und Aufprallschäden,
Kopfstoßwucht und Klippenstürze
Reißen an den seidnen Fäden,
Spritzen auf die Schlachterschürze.
Sport spornt an zu viel zu wagen,
Sich Verschätzen – reicher Quell,
Ziel Verfehlen – grad beim Jagen,
Stromschlag, Sturzflug, Kampfduell –
Der Tod ist wie eine Schachtel Pralinen:
Du fürchtest den Fehlgriff – doch alles schmeckt gleich.
Greifst du zu einer der Grellen von ihnen,
Wird man vor Schrecken fast ebenso bleich.