Meine Heimatstadt, obschon 1998 gen Hamburg verlassen, ist immer noch jedes Jahr für mindestens sechs Auftritte und unzählige Zwischenstopps gut.
Jede Menge Essen-Gedichte finden sich in meinem Buch „Büdchenzauber und Zechenverse“ (http://www.conbook-verlag.de/buecher/ruhrgebiet/)
Ich kannte mal eine Routine
(wir grüßen uns lang schon nicht mehr),
Ich nannte sie damals Sabine –
Wir hatten fast täglich Verkehr.
Sie war für mich Ein-, Um- und Ausstieg
Und Morgen- wie Abendgebet.
Ich war wie’n „Ach, werft mich nicht raus!“-Freak,
Der auf ’ner Gehaltsliste steht.
Heut meistere ich das Vergessen
(mich speist unlängst andre Routine),
Doch seufzte ich grad vor dem Essen:
Sabine, Sabine, Sabine …
Ja nu, a Jahr is rasch vorüber –
Im Januar war so viel über!
Doch manchem ward – so fern vom Ziel,
Dies Jahr bereits zum Start zuviel!
Wir flatterten anfangs schon hin zum Fatalen –
Mal ganz ohne Wahl, mal grad wegen der Wahlen …
Überall herrscht ein Steil-Hang zum Autoritären –
Und fast scheint’s naiv, sich dagegen zu wehren!
Vergessen Sie alles, was sie ob politischen Stils zu wissen glaubten!
Denn gleich, was Despoten sich früher erlaubten –
Da wurd ’25 doch viel mehr geboten!
Grenzüberschreitende Poltergeist-Zoten …
Na, da wollte sich wohl jemand seinen Job ganz einfach machen!?
Ich kenne jemanden, der den kennt,
Der weiß, wie beim Vla man das Braun vom Gelb trennt –
Ich werd‘ allerdings nie verraten, wer’s ist!
(Ein kurz sieggewisser Agent seufzt hier: „Mist …!“)
Die Schwerfälligkeit und die Unendlichkeit –
Sie verzahnen sich in ’ner Umarmung.
Sie schlürfen die Pfützchen verbliebener Zeit
Und die Ungeduld winkt zur Besamung.
Ach, schwerfällig zieht sich die Längstfälligkeit
Um den Euter von jeder Entscheidung.
Eh die mich behelligt, bin ich sie schon leid –
Ob der Zähigkeit ihrer Vermeidung …
Die Verspätung erleidet Bezugspunktverlust
Und verstetigt sich ohne Gewissen.
Es entblößt die Verödung ’ne tranige Brust –
Und aller Elan ist verschlissen!