Von den arrivierten Abfahrtsgleisen
In Richtung neuer Ziele zu reisen …
Nicht dort und nicht mehr hier vertaut,
An Orientierung abgebaut,
Verlier ich mich in Worten,
Verirre mich an Orten,
Bin einfach nirgends-überall
Steig mehrfach rauf zum Gleis. Und fall.
Ich grub gestern Abend erinnerungswach
Mich durch ein verlorenes Schubladenfach,
Wo achtsam gehortete Wertlosigkeiten
Den Duft längst verschwundener Menschen verbreiten.
Und alles hat, so wie einst sie, seinen Platz,
Bewahrt sich als kryptisch verschlüsselter Schatz –
Ein das Meer des Gedächtnisses bettender Grund.
Für Entrümpler nicht mehr als ein plastiksack Schund.
Wenn alle Dämme brechen,
Weil Lämmer sich erfrechen,
Sie tief und massiv abzugrasen –
Dabei auch Lehm und Steine frasen
(und schließlich gar noch das Eszett),
Macht solch vermess’nes Essen fett.
Sie – ich dachte, das erwähn‘ ich –
Sind darin dem Menschen ähnlich.
Einem alten Seebär’n mit Paypal zu zahlen –
Ich hätt‘ mich ja nicht mal zu fragen gewagt!
Doch vielleicht gewann Paypal längst Zahlungsart-Wahlen
Und gilt, dass man Seebär’n mit Barzahlung plagt.
Denn wer wär am Ende wohl zielgruppig runder
Für jeden Schritt Richtung Kontaktlosigkeit
Als just so ein Seebär? So ist es kein Wunder,
Dass jener zur Paypal-Bezahlung bereit.
Dein Aufruhrbegehren war stets etwas weird,
Nun hab’n manche Lehren dich pazifiziert,
Bist immer noch Insel, doch fügst dich dem Meer,
Warst hartes Gerinnsel, nun rügst du meist fair.
Den Frieden zu finden, heißt ihn zu erzwingen –
Es kann das Sich-Winden nicht ewig gelingen.
Erwies rüder Stolz nicht beizeiten als falsch sich?
Fast müd zuckt die Klinge – und irrt sich gewaltig.
Alle Rechte bei Markus Berg, der das Gedicht im Rahmen der Rio-Spendenaktion 2023 erstanden hat.
Meine alte Hood untergrundbähnlich zu queren
Und ihr irgendwie schändlich den Rücken zu kehren,
Zeigt, wie sehrstens entleert meine Seele schon ist
Und wie wehrlos sich manch eine Ära vergisst.
Da all ihr Wert nährt ein gemeines Verrinnen
Im Zärteln der Mär, es tät Neues beginnen.
Schoch tauch ich hier ab mit der Zeit, die ich habe –
Auch leidlich bereit für den Ausblick im Grabe.
Und wieder fällt ’ne Tür ins Schloss
Und öffnet sich nicht mehr.
So stürmt die Zeit, die ich genoss,
Ins „Auch schon sehr lang her!“
Und wird dann als Gedichtbericht
Hier niemand‘ interessieren.
Ach, Gegenwart, ach, stör mich nicht
Beim Rekapitulieren!