Frühmorgens im Strandbad ist gar niemand da,
Für den man den Daseinstyp wechselt.
Man schwemmt sich ins allenfalls eigne Blabla,
Wo keiner mal ungehemmt sächselt.
Man ist ganz gewiss grad der Schönste im Hier,
Der sportlichste Schwimmer im Wasser.
Ich setze mir selber das Ziel und parier‘,
Doch werde mit jedem Gast blasser.
Später bin ich komplett in der Menge verschwunden
Und bemühe mich, richtig zu schwimmen.
Ein Akzent lenkt die Sonne von früheren Stunden,
Die nostalgisch im Seewasser glimmen.
Und weil man langgediente Lesebühnengefährten nicht ohne gehen lässt, ein …
Abschiedsgedicht für Felix Lobrecht
Lob bekommen, Recht behalten,
Gucci-Kollektion verwalten –
Was Lateinisch felix heißt,
Ahnt jetzt auch wer, dem sich sonst gar nix enthüllt.
Egal, wie low der Brecht nun scheißt:
Bildungsauftrag ist erfüllt!
Und weil man langgediente Lesebühnengefährten nicht ohne gehen lässt, ein …
Abschiedsgedicht für Till Reiners
Till ist im Grunde kein richtiger Name –
Nur ’ne Silbe, die lieblos in Pässe geschissen.
Doch wenn im halb gefillten Darme
Dich drillt einer MILFs Fist,
Du stillschweigend Dill frisst,
’ne Pill‘ keine Hilf‘ ist,
Ein Will‘ Einweg-Mill ist –
Was gäb‘ man nicht her für ein Reiners Gewissen!?
Immer muss ich mein Heimatdorf hinter mir lassen.
Niemand stürmt auf das Gleis um zu winken.
Immer muss ich mich mit nächstem Nestbau befassen
Und mich einsam wie sinnlos betrinken.
Ich zähle tagtäglich die schwereren Fehler
(hab mich und mein Elend da niemals geschont),
Verkauf meinen Hausstand an erstbeste Hehler
Und jeder Ort sagt: Du hast nirgends gewohnt!
Nun, das hat die Zeit einfach verschwinden lassen
Unter den Mantel des Schweigens.
Den Eindruck könn’n Nachrücker nur noch verpassen
Im Kanon des neuen Vergeigens.
Doch wie vielem gebührt es, Vermisstes zu sein
Und was kürt man als Beifang nur mit?
Das Unwerte deiner Vergangenheit ist ein
Dich mit Gegenwart prügelnder Tritt.
Keine Nachrichten mehr aus der Verbannung
Und das Grübeln im Felde stirbt aus.
Für den Lohn einer falschen Entspannung
Loopt ums Weltbild ein scharfer Applaus.
Das entwaffnende Bild einer Klarheit
Übertönt, was per se überhört.
Darin tollt ein Versprechen von Wahrheit
Und tilgt aus, was man hierfür zerstört.