Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 37 Länder auf 5 Kontinenten

Allgemein


  • Fledermausfisch & das eintausendvierhundertsechste Gedicht

    Fledermausfisch am Anse Source d'Argent auf La Digue

    Gerridae

    Ich seh den See und drinnen die Fische –
    Mich freut, dass ich ’nen Reim erwische
    In schnell erfasster Szenerie.
    Nur frag ich mich: Versteh ich sie?

    Die Eleganz vom Flossenschwingen
    Verhöhnt doch dieses ganze Ringen,
    Dem Puren auf den Grund zu gehen,
    Die Spur zu fassen und zu sehen.

    Und wehrt die abgeklärte Ruhe
    Nicht alles ab, was ich hier tue?

    Frisch gespitzten Stifts durchsteche
    Ich des Wassers Oberfläche.


  • Anse Intendance & das eintausendvierhundertfünfte Gedicht

    Blick auf den Anse Intendance auf Mahé

    Die poetische Naturbeschreibung in Zeiten von Google Maps

    Lieber Dichter, halt die Fresse –
    Gib uns lieber die Adresse!


  • Straßenbarriere & das eintausendvierhundertvierte Gedicht

    Hindernis auf der Straße zwischen Anse Fourmis und Anse Patates auf La Digue

    Idylle am Strand

    Mit der frischen Entkräftung des Schwimmgangs aus der Wellen sprühzischelndem Schaum ans Land
    Sich am Strand
    Auf ein Hand-
    Tuch zu werfen, das im pudrigen Sand
    Sonnenstrahlbetankt ausliegt –
    Das ist dem Ideal
    So nah, dass selbst dein Wanst egal
    Oder wie viel die neben dir seufzende Maus wiegt.


  • Félicité & das eintausendvierhundertdritte Gedicht

    Blick auf Félicité

    Puderzucker

    Ich bin ein Was-mit-Puderzucker
    Mäßig guter Schluderschlucker.
    Äß ich alles ohne jenen,
    Säh’s hier jedenfalls nich‘ nach een
    Von schneeigen Teint bestäubten Haupt aus,
    Überhaupt, Maus: wären Stirn und Kinn, die Bäckchen,
    Ebenso mein Anoräkchen
    Nicht gleich herbstlaubbedeckten Alleen,
    Durch die weiche Häuche die Schneeflocken weh’n.

    Insbesondere bei Waffeln
    Ist’s kaum bis zum Mund zu schaffeln,
    Dass nichts von der Waffel fällt –
    Schafft’s dann mal ein Waffelheld,
    Wird sein „Puh!“ das Pu bepusten
    Und der Zuck erzwingt ein Husten.

    Schon ist nach ’nem kurzen Flug er
    Ganz bedeckt von Puderzucker.


  • Takamaka & das eintausendvierhundertzweite Gedicht

    Am Anse Takamaka auf Mahe

    Das Geisterschiff

    Im Hafen liegt ein schweres Boot,
    Das pferchte sich ein dort mit Macht.
    Das schweigt sich aus, womit es eigentlich droht,
    Löscht die Definition seiner Macht.

    Für die Gezeiten ist’s zu spät –
    Was hier fraglich blieb, ist unterschrieben.

    Man starrt auf des Geisterschiffs Monströsität,
    Ist längste Zeit furchtlos geblieben.


  • Siedlerfriedhof & das eintausendvierhunderterste Gedicht

    Friedhof der ersten Siedler auf La Digue

    Die Corona der Schöpfung ist in Selfielaune!

    Das Virus drillt das Wirr ins Us (engl.)
    Und schrillt: In viro wahnitas!


  • Flughafen Riem & das eintausendvierhundertste Gedicht

    Flughafen München Riem Abflughalle heute

    Reingefallen!

    Du wusstest es, oder? Die Welt galt der Planung
    Einer Großüberraschung für dich!
    Du verneinst das zu schnell, als wär da keine Ahnung,
    Durch die ein Gewissheitshauch strich.
    Du trichtertest dir doch am Tresen oft ein:
    Das kann’s noch nicht gewesen sein!

    Nun hör der durchs Bühnenbild Huschenden Tuscheln,
    Die selig sich in ihrer Vorfreude kuscheln –
    Was gab’s da nicht Blödes, an dem du genagt,
    Wie schön, wenn da gleich wer mit Löschtaste sagt:
    „Überraschung, Junge! Schau mal da:
    Hinterm Sarg – die Kamera!“

    Du hast dich wirklich gut geschlagen
    Und bist bei allem cool geblieben,
    Noch bis zuletzt fern vom Verzagen!

    Wir hab’n’s ja manchmal übertrieben –
    Doch wussten auch: Der kann was ab!

    Und jetzt erhol dich gut im Grab.


  • Löwenspinne & das eintausenddreihundertneunundneunzigste Gedicht

    Skulptur Pusteblume im Riemer Park

    In der Pflicht: Writing Poems like Tonya Harding

    Du musst hier noch so viele Kniescheiben brechen,
    Noch so viele bleibende Schmähungen rächen,
    Du musst dir noch so oft das Arschloch aufreißen,
    In all deren satte Bequemlichkeit scheißen,
    Du musst ohne Gunst an der Inbrunst dich wärmen
    Und flehentlich grell von dem Wirklichsein schwärmen.

    Du kannst hier nicht mehr auf mehr Wohlwollen warten,
    Musst stur Dinge tun, die nur dir gut geraten,
    Du darfst ihre Ablehnung fortan genießen,
    Du musst hier mit niemanden Frieden noch schließen,
    Bleib einfach alleine – das steht dir so gut!
    Bewahr dir nur eine Begleiterin: Wut.


  • Messe München & das eintausenddreihundertachtundneunzigste Gedicht

    Berggipfelskulptur an der Messe München

    Ein weiterer Songtext von dem in Herbst 2020 erscheinenden neuen Marilyn‘s Army Album „Zeit zu schreien“.

    Nicht mal unverzichtbar (nicht dieses Mal)

    Was dir noch bleibt
    Ist all das nie Verlangte – langt schon so, aha
    Was dich noch treibt
    Ist all das Ungesagte aufzuschreib’n – sowie ein …

    Ein nicht mal unverzichtbarer Verlust von Zeit – und ein
    Ein sichtbar ungeschickter Fehlversuch aus Neid

    Du sagst Dir:
    Nicht dieses Mal
    Nicht dieses Mal
    Es ist wie
    Wie jedes Mal
    Nicht dieses Mal

    Was dich noch treibt
    Ist dieser Nachgeschmack der frühen Euphorien
    Was dir noch bleibt
    Ist nur der Schwur dich noch mal reinzuknien – sowie ein …

    Ein nicht mal unverzichtbarer Verlust von Zeit – und ein
    Ein sichtbar ungeschickter Fehlversuch aus Neid


  • Messestadt West & das eintausenddreihundertsiebenundneunzigste Gedicht

    U-Bahnhof Messestadt West

    Ein weiterer Songtext von dem in Herbst 2020 erscheinenden neuen Marilyn‘s Army Album „Zeit zu schreien“.

    Restlos

    Du hast ’s schon aus Distanz geblickt:
    Dort haust das Glück,
    Dort hausen Worte, die es beschreiben

    Du hattest ungeahntes Glück,
    Du warst geschickt,
    Du hast errechnet: So wird es bleiben.

    Refr.: Wenn wir das löschen, muss es restlos sein –
    In dem, was uns gescheh’n, lässt sich zu leicht was überseh’n.
    Wenn wir erst löschen, woll’n wir rastlos sein –
    Denn sonst ist das machbar, acht‘ ma‘ – (da) drauf!

    Du hast schon aus Reflex geahnt
    Du hast gemahnt,
    Du hast gewarnt, das rächt sich zum Schluss

    Dein Sorgen hat sich nicht bewährt,
    Es blieb verzerrt
    Als blind ins Morgen zielender Stuss

    Refr.

    Du hast schon aus Prinzip gewankt,
    Warst vom Gedanken,
    Wie umtrunken nicht so ganz bei

    Dir ist die andre Meinung klar,
    Doch offenbar
    Schielt die Gewissheit immer nach Freibier.

    Refr.

    Du hast errechnet: So wird es bleiben.
    Du hast errechnet: So wird es bleiben.


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