Vierzeiler

40 Rübenheldgepurzel & das achthundertfünfundachtzigste Gedicht

Weinberge Kaltern am See

Die Rübler

Wir melken jetzt Süße aus eigenem Grund! Herr Rübezahl pfeift auf Importe!
(Man könnte auch meinen, er schiss darauf - doch man braucht allen Dung nun vor Orte)

Und so kam's, dass das Zuckerrohr
Mit einem Ruck an Macht verlor ...

38 Nebelzeitdichte & das achthundertdreiundachtzigste Gedicht

Bozen

Am Leck

Der Nebel verwehrt nun den kundigen Griff
Mit dem sich einst Setzkästen füllten
Die Winkel verlassen das sinkende Schiff
Nachdem sie sich selber zerknüllten

35 Kuppelgucken & das achthundertachtzigste Gedicht

Kaltern am See

Sachverstand

Der Zauber der Rückkehr nach unfreiem Reisen
Bringt geschickt die Begriffe ins Licht
Als müsse das Später dem Früher beweisen
Einen Leerstand im alten Gesicht

34 Stichlingsverwesung & das achthundertneunundsiebzigste Gedicht

Kaltern am See

Gib auf, kleiner Bruder!

Der Hort deiner Pläne ist eine Hospiz
Ein Defekt kann vom Sterben sich gut unterscheiden
Der Sonnenaufgang ist ein schwaches Indiz
Er erwärmt nur den Mut, in der Unnot zu leiden

26 Netzgesicht & das achthunderteinundsiebzigste Gedicht

Hofgarten München

Nie mehr daheim

Das ist alles - nur ein Daheim nie mehr
Verloren der Sinn für das Feine
Der letzte Keim zur Gegenwehr
Begleitet des Hausherrns Gebeine

22 Stängelabzählen & das achthundertsechsundsechzigste Gedicht

Am Max-Eyth-See Stuttgart

Erste Konfrontation

Es streckt sich alles Neuentdeckte
In nie mehr zu tilgende Sichtbarkeit

So ehre das vor dir Versteckte
Als letzten Garanten der sorglosen Zeit!

20 Wandgewürm & das achthundertvierundsechzigste Gedicht

Stuttgart Schlosspark

Natürliche Hauslese

Es lesen die Maden in meinen Wänden
Ein Rezeptbuch für tödliche Wunden
Verwesendes steht erst in späteren Bänden
Selbst Mädchen zähl'n da zu den Kunden

19 Glastiefenschleim & das achthundertdreiundsechzigste Gedicht

Ruhpolding

Streifzug, Fensterplatz

Die Entdeckung einer neuen Welt
Wird sich auf Gewöhnliches stützen

Wie hoch auch die Flut alles Untreuen wellt
In ihr wird stets Öhnliches blützen

8 Kerbchenkalender & das achthundertzweiundfünfzigste Gedicht

In den Isarauen

Von Kerben

Stärke trägt stets die Option von Gewalt
Wie 'ne nicht ausgefahrene Klinge

Doch in meinem Sparbuch steht, dass ich noch kalt
Von Schwäche als Luxusgut singe

7 Zahlenzirkel & das achthunderteinundfünfzigste Gedicht

Josephsplatz München

Nächtlicher Aufbruch

Nimm die Feindseligkeit deines Bettes
Um sie als Alarm zu gebrauchen
Um in neuen Armen zu rauchen
Für im Anderen anders Komplettes

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