Angekommen. Und jetzt: Vier Auftritte auf Sardinien.
Statt Stadt
Die haben hier Kakteen und Palmen
Wir kauern auf bekackten Halmen …
Ob ich eher auf Mäher oder mehr so auf Meer steh‘?
Ob ich scharf werde, wenn ich ’ne Schafherde anseh‘?
Mann, bis spät in die Nacht lacht hier Sonnenlichtzauber
Da mach‘ ich mich sonst für die Frühschicht schon sauber!
Ach, wär’s so, dass ich Firma nenn‘
Der Insel Sternenfirmament
Wenn die Linie der Küste sich sichtbar erstreckt
Und das Meer türkisgrünend den Gelbrand beleckt
Querst du erstmal das Füllhorn an landiger Masse
(Sofern du nicht falschseitig ohne Gewähr bist
Nur siehst, dass das Meer halt noch immer ein Meer ist)
Was hieraufhin folgt, ist ’ne bauchmulmig krasse
Kurve, durch die Meer und Himmel verschwimmen
Im taumelnden Glauben, dies möge so stimmen
Fliegt man schiefer und schiefer
Und taucht immer tiefer
Dann macht die Maschine recht fremde Geräusche
Ist das noch in Ordnung? Klingt nicht so – ich täusche
Mich da hoffentlich … und: ja!
Hier ist der Boden, wir sind da.
Auch auf dem Rückweg: Fähre bevorzugt. Scheiß auf Umwege & Fahrtkosten.
Auf See
Das Bugwellenmantra zum Wummern
Der Dieselmotoren – wir schlummern
Wie tief auf dem Grund der beschifften Kanäle
Im Tiefdruck der Walgesang covernden Stähle
Und dämmern und dämmern und dämmern dahin
Grüß mir die Genossen vom Sonnendeck
Erklär ihn’n den Haken am Kreuzfahrtgewinn
Und sag ihn’n: Beschwerden hab’n eh keinen Zweck!
Das Bugwellenmantra pfropft in unsre Ohren
Begleitet vom Wummern der Dieselmotoren
Jena war mal ICE-Paradies. Doch die Stadt wurde abgekoppelt zugunsten der stets gerne in allem bevorzugten Landeshauptstadt Erfurt. Nun ist es still geworden am Haltepunkt Jena-Paradies. Schlecht, wenn man dort hin will. Ein Umstieg mehr, der zudem via Verspätung auf eine Stunde Wartezeit gestreckt wurde. Zeit genug, um auf Erfurts Festungsanlage zu klettern und dieses Gedicht zu schreiben:
Vom Paradies zum Jenseits
Ja, nach Erfurt fuhr ich und erfuhr
Dass seit der letzten Fahrplan-Kur
Jeder Zug via Erfurt das Land durchquert
Und keena mehr nach Jena fährt
Is man eh’r in Erfurt, naja, nur mir bangt:
Ob nu‘ jemals noch jemand nach Jena gelangt?
Wenn man es eilig hat, stellt sich bald die leicht dahingefluchte Frage: Wer hat sich diesen Wegewirrwarr beim Umstieg zwischen den Metrolinien eigentlich ausgedacht – und ist das wirklich der kürzeste Weg? Oder so:
Gängelei
Ich hab mich im Innern der Metro verlaufen
Ein Gängegemenge wie im Ameisenhaufen
Doch nachdem ich gut zweieinhalb Städte durchquert
Bemerk ich: Ach, guck mal – bist gar nicht verkehrt
Da steht schon am Gleis meine Bahn, welch ein Glück!
Die fährt mich vermutlich ein Stückchen zurück …
Bis zu meinem Hotelzimmer sind es 110 Stufen (und es gibt auch keinen Aufzug). Daheim habe ich 96 Stufen zu bezwingen (und es gibt auch keinen Aufzug). Da erscheinen die 669 Stufen zur zweiten Etage des Eiffelturms beinahe etwas wenig. Und es gibt durchaus einen Aufzug. Aber:
669 Stufen
Ob als
„Papa, ich will Pommes!“-Nöhler
Städteausflug-Bustourist
Preissensibler Interrailer
Oder Birthday-Amourist –
Auch auf meiner Lesetour
Nahm ich stets die Stufen nur
Sollte ich einst, schon erlahmt
Mich noch hin zum Turme schleppen
Tragt mich hoch zum letzten Mal
Was für ein Slam, was für ein Umfeld! Der vorerst letzte Davoser Slam hat gestern den fulminanten Abschluss für drei Tage Sonne, Ski und Schnee gebildet. Nun geht’s wieder heim. Für einen Tag.
Wie jetzt hier – wie’s da war!?
Wie’s so war da, in Davos …?
Ich dacht‘: Ach, wat sachste bloß?
„In Davos? Wie’s da so war?
Allet so wie letztet Jahr!“
Wenn die letzte Wäsche gewaschen und neubeduftet im Kleiderschrank verstaut ist, bleibt sich nur einzugestehen: Ist durch, die Nummer. Um so lakonischer stimmend fällt der Anblick der gesammelten Fotodokumente aus.
Urlaubsreprise
Hotels, Hotels, Ressorts und mores
Der stete Nachhall eines „Woahs!“s
Im Labsalluxus-Wiegeschwung