Besser wird’s nicht!
Du musst das Unerträgliche
Als Status Quo begrüßen!
So wird dir das Beklägliche
Den Morgenschiss versüßen!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Choleriker, denen man Feuer, Sommer, Mittag und die Adoleszenz zuordnet.
Die appellativen und derben Gedichte.
Vom Schmägedicht bis zur Gossenlyrik. Auch mit einem Gedicht von Julia Engelmann, von mir selbst geschrieben.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Wasser entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Besser wird’s nicht!
Du musst das Unerträgliche
Als Status Quo begrüßen!
So wird dir das Beklägliche
Den Morgenschiss versüßen!

Den Gefallenen zum Aufstand gereichend
Man redet von Gefallenen –
Doch die vom Tod Verschluckten
Werd’n drauf die Fäuste ballen, denn
Die von solch Wort verspuckten
Annahmen sind pure Lügen.
Wir woll’n der Wahrheit nun genügen:
Hier ruhen die Verratenen –
Gestoßen, nicht gefallen.
Es starb’n die hier Verbratenen
Den dümmsten Tod von allen.
Ihr letzter Gott war ein Befehl
Nebst Zwang, an ihn zu glauben.
Ne uniform-umhüllte Seel
Darf höh’rer Dienstgrad rauben.
Euch mordeten die Feinde nicht –
Nur die, die euch entmündigt!
Mit Schmu von Tapferkeit und Pflicht …
Im höchsten Grad: versündigt.

Land of the Free
Irrlichternd im Ultimatenrausch.
Vernichtungsschläge-Aufgebausch
Gart wortverrohtes Drohen.
Die Freiheit frisst sich selber auf
Mit größtbuchstäblichem Haudrauf …
Der Anstand ist entflohen.

Den Nachrückenden
Jeder Änderungswunsch wird mich nicht mehr betreffen.
Du schreist: Es wird Zeit für die Jungen!
Ich bin für dein Scheitern, mich nachzuäffen,
Doch zeitig zur Seite gesprungen?!
Wollte alles mit Unaufgeregtheit beseh’n –
In Hoffnung auf halbwegs vererbtes Versteh’n.
Nun ist der neue Abstand dir noch nicht genug.
Du schreist: Es braucht Platz für die Jungen!
Man schießt längst gestrandeten Schiffen vors Bug –
Das alles wirkt sehr sehr gezwungen.
Willst du’s nicht mal weniger aufgeregt seh’n
Auf ein Stündchen Lektüre Geerbtes Verstehn?
Ich wünsch nach dem Nachäffen weitere Schritte:
Zeit wird’s für’s Erschaffen von eigenem Platz!
Ja, einen der mich wirklich altfühl’n lässt, bitte –
Ich warte auf originären Rabatz!
Deine Kühnheit bewahr fürs Kreieren statt Erben!
Für solch einen Move, hey, da könnt ich glatt sterben!

Rotwandwanderung, Mitte April
Wieso ist bei dir eig’ntlich immer noch Winter?
Ich komm dir jetzt hoch und dann komm ich dahinter!
Nun bis zur Hüfte einzusacken,
Kann inn’rer Frühling kaum verpacken …
Heut werde ich in nassen Schuhen
Voll Winterhass den Berg ausbuhen.

Es brüllt der Frühling:
„Wachstum schaffen, raus die Säfte –
Ungebremst und unbeschränkt!“
Selten geht’s um Wirtschaftskräfte,
Wenn man an die Lenz-Zeit denkt.
Doch hat Dichterei-Romantik
Mit ihr einen Promotiondeal
Und das Image quer durchs Land zig
Samenlose mit zum Ziel.
Dass selbst linke Hänger werd’n des
Kapitalismuses Anhängerschaft.
Und man brüllt ein selbst entleer’ndes:
„Wachstum, Wachstum – volle Kraft!“

Die Miete
Mein viertes – und letztes – Ripostegedicht auf „Die Made“
Hinterrücks trifft dich die Kunde
Einer Mieterhöhungsrunde.
Nun, steigt die Miete übern Lohn, da
Wird’s Zeit für ’nen Mitbewohner!
Ein winziges möbliertes Zimmer
Zieht in Cityvierteln immer.
Im Prinzip nicht diffizil, irgendwen zu finden –
Impliziert nur inklusiv, sich an ihn zu binden.
Richtigliegen ist schier Pflicht!
Hier bewirbt sich im Gedicht:
Dimitri aus Merkantilien,
Macht in Imbiss-Immobilien –
Was vom Spirit irritiert,
Doch dir sichtlich imponiert.
Denn Liquidität und Business-Stil
Sind mithin wichtig – easy Deal!
Schwindlig fix ist man sich quitt,
Dimitri wohnt fortan mit,
Verspricht dir gar Beginner-Tipps
Fürs Mitspiel’n bei den Winner-VIPs!
Doch was hier blindlings eingestielt,
Ad infinitum abgezielt
Mit finanziell’m Win-Win-Motiv
Lief zwischenzeitlich kritisch schief.
Denn schien’s dir irgndwie, Dimitri
Investiert in Miete nie.
Und im dritten Monat auf Kredit
Ziert’s dich nicht mehr vor der Bitt‘,
Weil’s dir ziemlich dringlich ist –
Schließlich gilt die Mietzinsfrist,
Und irre misslich ist sein Zieren,
Hierin sich zu involvieren.
Doch dein triftig Insistieren
Wird er giftig kommentieren:
„Bitte wie – wat soll denn ditte?
Nix mit Investier’n in Miete!
Linkische No-Limit-Ritte
Und von Gier gezielte Tritte
Sind in meinem Business Sitte!“ Schitte.
Dies ist nur witzig und fiktiv,
Doch denk im Still’n ich instinktiv:
Gib Parteien nur dein Like, wenn
Diese Miethaie enteignen!
Bislang zieht man nur kleinen Fischen die Gräten,
Und das nimmt weiter zu – trotz mehr Diäten!
Kein Wunder, dass Mieter, Model, Marder und Erhardts Made mit Kind
Der Weltenmakel müde sind

Selfie in Monte Carlo
Bitte alle mal kurz Halt! Grace Kelly will ein Selfie schießen.
Es muss ’ne Instagram-Gestalt stets ihr Profil profund begießen.
Man könnt‘ generös-gnädig überplanieren,
Jede Zeit habe ihre „Beachtet mich!“-Tricks –
Oder Stilmangel einfach in Grace definieren
Als Abstandsmaß zur Influencerin X.

Seealpen
Niedersachsen fragen Seealpenleute:
„Ciao, sachtma, wie war denn dat Wetter so heute?“
„Schön zum Skifahren war’s und auch zum Baden!
Ja, wir war’n noch am Strand nach’m Sessellift –
Und vergaßen glatt, Euch einzuladen …
Sowas merkt man ja erst, wenn man sich später trifft,
Auch, wie schnell man gewöhnt sich ans Hochgefühl,
Dass man nicht täglich stöhnt: ‚Heute wird’s wieder kühl‘.“
Nun, dafür können Niedersachsen
Weil am Tiefpunkt, nur noch wachsen.

Spontan begeistert (aber Minderheitsmeinung)
Es gilt, über die Brüstung mein Glück rauszuposten,
Und chillig des Shitstorms Entrüstung zu hosten.
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