Der Kater
Ich habe grad sehr viel sehr Totes im Mund
(es lässt sich nicht runder beschreiben).
Es schmeckt nicht gemütlich, es schmeckt nicht gesund,
Doch verkündet: „Hier werd ich heut bleiben!“
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten
Genussmittel in der Lyrik: Zigaretten, Alkohol und andere Drogen. Verse übers Saufen, Qualmen und Wegdriften.

Der Kater
Ich habe grad sehr viel sehr Totes im Mund
(es lässt sich nicht runder beschreiben).
Es schmeckt nicht gemütlich, es schmeckt nicht gesund,
Doch verkündet: „Hier werd ich heut bleiben!“

Die Nämlichen (eine Beschwerde)
Ich bin überfordert in den Gassen von Städten, Den megalomanen, den altstädtisch-netten – Ich bin überfordert von Gassen.
Ich suche die Tür der Cafés in den Gassen Und finde sie nur, wenn sie andre verlassen – Mich irritieren Cafés.
Mein Blick irrt durch Karten von diesen Cafés, Es wankt meine Wahl, bis mein Blick schreit: „Ich seh’s!“ – Ich stürze ab in Karten.
Mich durchspül’n die Getränke aus all diesen Karten (ich würde mehr Ruhe von ihnen erwarten) – Mich stören fortwährend Getränke.
Mich quäl’n der Getränke unzählige Tropfen, Die immerzu an jene Stadttore klopfen!
Diese Stadtgassencafékartengetränktropfen.

Spätabendspaziergang
Noch ein kurzer Gang durch verlassene Gassen – Auf ein Gedicht und ein passendes Bier! Kann die Zwanghaftigkeit meines Ausritts kaum fassen … Doch irgendein Kurzrausch gehört noch ins Hier.
Dieser Tag könnte jetzt schon vorüber sein – Und er ist es, bei Lichte beseh’n! Da erhellt eines Dosenbiers trübender Schein Seiner letzten Minuten Vergeh’n,
Untergehakt von verhaltenen Zeilen –
Die später mit mir diesen Aufenthalt teilen.

Glockenspiel
Ich tauche Langsam Unter Eine Glocke Alkohol.
Ich grinse und frohlocke Und ich proste Auf mein Wohl.
Gleich kippelt es im Willen, Gleich wird er breiig sein. Gleich läuft es aus den Rillen, Und vielleicht spei ich mich ein.
Und ob ich auch beim Alkohol
Mich spielend leicht verzocke –
Wann hätt ich mich so wohl gefühlt
Wie unter
Dieser
Glocke?
Vorabendtreffenerinnerung
Ein. Die Biergespräche war’n lang,
Nun nötigt mich mein Harndrang
Spätnächtens aus dem Bett raus.
Ich denke: „Das war nett!“ Aus.
Höchste Eisenbahn
Wir war’n schon doof ob des Befeierns
Jener Bahnhofshoheit Bayerns …
Doch Hochmut währt nur kurz – wie wahr!
Stets gefährlich absturznah …
Vielleicht, dass Schmetterl …
Kaum, dass der Sommer dir versprach,
Du würdest nie mehr frieren,
Verfinstert sich der Rest vom Tag
In längst geleerten Bieren.
Die Brunnen sind noch in Betrieb –
Dann hab’n wir’s noch nicht Winter!
Du schwörst, es hätt‘ dich jemand lieb
und kommst auch noch dahinter …
Die Würfel sind im freien Fall –
Da ist noch nichts entschieden
Und alles ist jetzt überall.
Der Schlusspunkt ward vermieden.
Noch laufen vor allem die Brunnen vorm Tore –
Doch die schönen Geschichten sind alle erzählt.
Ich schwitze den Alkohol aus jeder Pore –
Vielleicht, dass aus mir sich ein Schmetterling schält …?
The Merry Pranksters
Futhur heißt der Bus und Ken Kesey der Lenker,
Wir sind Merry Pranksters und buspassagiert.
Die Tour schult die Crew um in lässigste Denker,
Wir jubeln „Que pasa?“, auch wenn nichts passiert.
Delete-Tastentänzelnd sind unsre Essenzen –
Wer nicht mit im Bus sitzt, ist nicht mit im Bus –
Und maximal schnell fährt man seine Grenzen.
Die Anbeginn-Ahnung berührt schon den Schluss.

Theoretisch abstürzen
Wie viele juveniler Räusche
Hab ich nach Dammbruch ausgekotzt?
Achtzig (wenn ich mich nicht täusche) –
Wild aus Aug und Maul gerotzt.
Nicht brutal oft, auch nicht wenig,
Und höchst selten gilt: Ich sehn mich
Nach der Zeit zurück – der Non-Stops,
Jägermeisterrunden, Headshots,
Einspritzer im Trinkspielwahn,
Konterbier im Mittagstran … –
Da ich mich der Sechzig näh’re
und mir gruselt jetzt, ich wäre
Nochmals so vom Rausch gepfählt.
Hab drum vieles abgewählt.
Doch ich spür nun, auch ohne ins Tun zu versinken:
Heute ist so ein Tag, hey, zum richtig Betrinken!
Alle Rechte bei Ute Kratzer, die das Gedicht im Rahmen der Kuba-Spendenaktion 2024 erstanden hat.

Mehrerträge
Was türmt sich da im Mailfach auf
Und schreit: „Bin unerledigt!“?
Wer schaufelt da jetzt weiter drauf,
Wie bleib ich unbeschädigt?
Wann senkt ein wenig Frieden sich
In mein Organisieren?
Wie find‘ zur Linde wieder ich
Aus der Orkane Gieren?
Die Lage scheint wie festgefahr’n,
Die Tage eint ein Nichts-Erspar’n,
In das ich tief gesunken,
Das mich wie ein Waran umschleicht –
Ich denk‘ jetzt oft daran: Vielleicht
Ertrag‘ ich mehr betrunken?
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