Die Panik hat sich an dein Ruder gesetzt –
Schon hat’s dein Genick, tauber Bruder, gefetzt!
Dem Vorsatz, aller Fensterscheiben-
Betouchung fern- und fortzublieben,
Hast du, als eben jener Sperber
Mit jedem Flügelschlag dir näh’r war,
Jäh blindlings aufgegeben.
Die Begabung meines Deutschlandtickets
Bewahrt mich beharrlich in der Illusion,
Ich wäre ein tief in den Kosmos geschicktes
Versprechen. Dass nur Zufall ist, dass ich hier wohn‘,
Wo ich Tag für Tag allzusehr stoisch verweile –
Denn ich strotze vor Ausweg (an dem ich noch feile)!
Ich bin für die Welt – und die Welt für mich – offen.
Aber heut in der Enge des Gleichklangs ersoffen …
Wie sich entscheiden, was man will?
Bist du ein Chamcha, ein Gibril?
Wie weit reicht dein Radius, Dinge zu fassen?
Wie schwer fällt’s dem Schicksal, dich fallen zu lassen?
Wie sehr bist du fähig, dies zu akzeptieren
Und was darf als mildernder Umstand passieren,
Der als Alibi taugt, sonst an allem gebricht?
Und wie lang darfst du sagen: „Ich weiß es noch nicht“?
… wandelst als trostloses Etwas durch Straßen –
Das Alter hat dir zugesetzt.
Es sind längst verschieden, die’s eh schon vergaßen:
Es gab eine Zeit, da hast du echt gefetzt!
Heut potenzierst du nur der Straße
Trostleergewischte Einsamkeit.
Du zahlst viel für dein Haar, doch bleibst fern aller Maße
Der Mindestnochumworbenheit.
Und wieder bemüh ich mich mehr Wer zu sein,
Als mein Selbst eigentlich ist.
Und wieder reck ich mich aus meinem Kleinklein
Und ich hoff, dass man nicht zu streng misst.
Und wieder werd pampig ich unglücklich sein,
Wenn jemand mir nicht wirklich traut.
Und wieder lädt man andre überall ein …
Fuhr um den See mich umzuseh’n –
Den See entlang ’ne Runde dreh’n,
Dann umzudreh’n und einzuseh’n:
Fast überall galt Einzuseen
An diesen Seen als ein Vergeh’n.
Da musste mir die Lust vergeh’n –
Das war am See mir anzuseh’n.
Zumindest säte aus Verseh’n
Der See die Verse, die hier steh’n.