Wir schlittern durch mittlere Jahre des Scheiterns,
Der Trott schlägt die Pläne des Fahrspurerweiterns.
Ja, wenn wir so wandel- und lernfähig wären –
Hätt’s nicht längst Beweise gegeben?
Das Immergleich prägt unsrer Spielräume Sphären,
Wir bleiben derweil in den Startblöcken kleben.
Was wünschen wir folglich uns fürs neue Jahr?
Möglichst viel von dem Zustand, der früher mal war.
Mit zehn hat sich für dich ’ne neue Schulform einentschieden –
Sie schert dich aus dem Kreuz und Quer. Wärst du doch neun geblieben
Und hätt’st ’nen Einser weniger fürs Zeugnisblatt geschrieben!
Dann hätt’st du einen Abschied von der alten Gang vermieden.
Von jetzt ab geht es nur bergauf – und immer gleichgesinnter!
Beinah‘ hätt’st du das Parallele in der Welt vergessen
Und alles an dem Allen gleichen Kammerton gemessen!
Doch bahnt sich dein Kulissenblick ins Ahnen vom Dahinter …
Wie oft habe ich Ungewisses
In wartende Mikros gesprochen!
Gedacht: Für die Premiere isses
’n Tag zu früh, vielleicht Wochen …
Ich kenne dieses Gefühl viel besser –
Ich fühle mich sich’rer in Unsicherheit.
Ich stürme beständig in offene Messer –
Nur mein müdes Ich flüstert: Ich bin’s langsam leid!
Du Erkältungssymptom in der herbstlichen Sonne,
Bist verknittertes Elend, entblätterte Wonne,
Mit schwerem Atem und erleichtertem Sinn.
Auch wenn’s anstrengend scheint – heut bekomm ich was hin!
Ich weiß, diese Krankheit ist nicht überwunden,
Doch ich zerr aus dem Würgegriff fröhliche Stunden –
Ja, Herbst und Erkältung, ihr kriegt mich nicht klein!
Denn die Sonne scheint auf meiner Seite zu sein.
Disziplin ist eine ewige Lehre,
Die Tag um Tag neue Nuancen erklimmt,
Dass niemand der Anderen Störung begehre,
Sich im Schwinden der eigenen Sichtbarkeit trimmt.
Disziplin ist ein ewiger Kriegsschauplatz
In der Negation eigenen Willens,
Killt Exzess, Dekadenz, tillt Radau und Rabatz
Für den Herdentrieb sicheren Drillens.