Vor Abfahrt gen Wiesbaden bleibt noch Zeit für einen königlichen Spaziergang und entsprechende Gedanken:
Le roi, c’est moi
Als ich heut in den Tuilerien
Gehüllt in Taft und Tüll erschien
Da sagte dein Blick: „Nu, wieso nicht was wagen?
Doch sollte nicht ich anstatt du sowas tragen?“
Nasser Empfang zum Doppelgig. Eine Straße, zwei Läden – der Transit durch Plädderregen.
Die Verlierer sind ausgemacht
Paris im Regen ist noch immer Paris
Keine Stadt kann als Stadt jeden Tropfen verneinen
Gerade deswegen gilt unerregt dies:
Sehr wenig wird ähnlich auf Ewig erscheinen
Pardon, Stuttgart. Da warst du gestern Abend einfach nur Zwischenstation auf dem Weg Zürich-Paris. Aber im Sommer gibt es auch für dich ein Gedicht. Und gegen Paris darf man schon mal verlieren. Oder?
Solo in Paris
Statt der Liebe Paris
Riet die Szeine doch immer
Statt als Paar is
Man hier nun aleen aufm Zimmer.
Was für ein Slam, was für ein Umfeld! Der vorerst letzte Davoser Slam hat gestern den fulminanten Abschluss für drei Tage Sonne, Ski und Schnee gebildet. Nun geht’s wieder heim. Für einen Tag.
Wie jetzt hier – wie’s da war!?
Wie’s so war da, in Davos …?
Ich dacht‘: Ach, wat sachste bloß?
„In Davos? Wie’s da so war?
Allet so wie letztet Jahr!“
In der Schweiz können sich auch die autonomen Zentren des liebreizenden Gesamteindrucks nicht erwehren … Bern war 2002 meine National-Slam-Wiege – als Starter für den Molotow-Slam HH. Gestern durfte ich dort fulminant Slam-Abschied feiern. Obschon ja so ein Featured Poet-Slot eben genau das ist, was ich auch 2017 noch gerne übernehmen werde.
Das A und Ä der Bären
Man sagt zwar, dass in Bern Bär’n
Schon ob des Namens gern wär’n
Doch klagte mir ’ne Brummbraut
Karg wär’s hier ohne Umlaut
Bermuda3eck, Freibeuter, Riff – wer über die letzten Jahre beim Club der Lebenden Dichter auftrat, ist zwar nur in Bochum gewesen, hat gefühlt aber trotzdem ein wenig Seemannsblut in den Adern und vermutlich einige der Original (!?) Currywürste im Magen. Und weil jene nicht zu Essen wie bei Muttern gehören, dieses Gedicht:
Baby (Die Grenzen der Erziehung)
Im Spätsommernachmittag-samtigen Wind
Hab ich dich daheim einst gebettet, mein Kind!
Doch wurdest du, ganz ungestüm
Ein asoziales Ungetüm …
This is the day. Vor genau zwei Jahren parkten zwei riesige Zapf-Umzugslaster mit Berliner Kennzeichen vor unserer Münchner Wohnung. Wir hoffen lange Zeit nicht darüber nachdenken zu müssen, wie viele Laster für einen erneuten Umzug nötig wären. Trotzdem ist es schön zu wissen, dass unsere Clouds frei von Daten sind. Schleppen lohnt.
Meine Wohnorte
Jede Stadt, wo ich wohnte, kriegt’s auch ohne mich hin
Essen, Hamburg, selbst Berlin
Trotzdem glaub‘ ich, es flüsterte München zu mir
„Schön, dass du da bist – wir brauchen dich hier!“
Auch wenn sich in diesem Jahr der Luxus zweier auftrittsfreier Tage zu etwas Lebensnotwendigen entwickeln wird, liebäugele ich mit einem Spontanauftritt heute Abend bei Blickpunkt Spot. Im stets beliebäugelungswerten Vereinsheim Schwabing. Wie das wohl ausgeht?
Zumündest
Du, München, wärst so gern wie Mün
Weil der so groß und mächtig ist?
Vergiss nicht, dass du ümmerhün
Zumindest schon mal mündig bist!