Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten

Ski & Sport

Skifahren und andere Sportarten/sportliche Bewegungen in Reimform.


  • Höhepunkte & das eintausendsechshundertdreiundsechzigste Gedicht

    Am Starnberger See bei Schloss Possenhofen

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Schulsport, Schwerpunktwahl: Gymnastik/Tanz

    Hab die Anmut mehrfach gebeten zum Tanz –
    Dass sie nicht lauthals lachte, war pure Kulanz.

    Mit Keulen, Ball, erst recht mit Band
    War ich so minderelegant!
    Und was ich überwand, war bloß
    Mein Stolz – „Was soll’s?!“ – und hemmungslos
    Gymnastikte ich jede Kür.
    Mein Selbstbild seufzte: „Kerl, wofür?!“

    Nur weil die Grazie grad nicht will,
    Halt ich nicht einfach artig still!
    Eh wir vom Schulstress uns entfernen,
    Lass uns noch etwas Coolness lernen:
    Man kann sich im Dreikampf mit Anstand platzieren
    Oder beim Freitanz mit Abstand verlieren.
    Mein ungelenker Loser-Ritt
    Wär heut geschenkter YouTube-Hit!

    Die Anmut und ich hab’n nach schmerzhaften Stunden
    Uns dann über anderen Wege gefunden.


  • Kalvarienberg & das eintausendsechshundertneunundfünfzigste Gedicht

    Der Gipfel vom Füssener Kalvarienberg

    Dritte Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Steuererklärung, die Abstammung vom Affen, Wim Thoelke, das Grend Kulturzentrum, Rot-Weiss Essen, Bierbrauen, Steingärten, Mütter und Tanz/Gymnastik.

    Rot-Weiss Essen

    Sie kämpfen nicht um Meisterschalen –
    Die kann ja eh kein Mensch mehr zahlen! –
    Und viele Vereine sah man schon versumpfen
    Im Loop von den dauernden Titeltriumphen!

    Man ist gewöhnt, aus leeren Händen
    Mit Dönekes und auch Legenden
    Den Fanschal zu verzieren –

    Und dann kann’s mal passieren,
    Dass sich der Fußballgott besinnt,
    Ein weitres Anekdötchen spinnt,
    Und Jubelschreiweihe das Fanherz durchbebt
    Zum hollywoodreifen Beweise Es lebt!

    Den Ungeübten reicht ja schon
    Ein Schnüffeln an der Sensation –
    Und das verfüllt per „Weisste noch?!“
    Den Schlund vom nächsten Leistungsloch.


  • Romanshöhe & das eintausendsechshundertzweiundvierzigste Gedicht

    Auf dem Wanderweg von Unterammergau nach Oberammergau

    Zweite Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Heinzelmännchen, Zustand zwischen Schlaf und Wachsein, Carmina Burana, Glückspilze, Vampire, Energetische Gebäudesanierung, Gewissheit des Todes, Gutes Reimen, Frischluft, Griechenland und Vernichtung der Menschheit.

    Frischluft

    Legt mir ein Döschen Wanderluft
    Beizeiten in den Sarg!
    Mich dünkt, in der Familiengruft
    Bereu ich’s jeden Tag,
    Nicht öfter in der Jahre Lauf
    Gefolgt zu sein dem „Wandrer auf!“

    Das Atmen sonnenklarer Luft,
    Von Helligkeit durchfrischt,
    Wie selig es die Lungen knufft!
    Bis dass die Welt erlischt.

    Legt sie auf meine stille Brust,
    Auf dass mein Herz gesunde!
    Vielleicht bekomm ich bald schon Lust
    Auf eine letzte Runde.


  • Platzhirsch & das eintausendsechshundertneunzehnte Gedicht

    Weihnachtshirsch in der Maxvorstadt

    Erste Auftragsversewoche 2021: Gewünscht wurden Gedichte zu den Themen Yoga, Serienbingen, Netflix, Geschwurbele, E-Mobilität, Marilyn’s Army, Hochzeitsfotografen und Fanfiction.

    Meister Yoga (auf dem Weg zum Sonnengruß)

    Mein Herabschauender Hund
    Schielt klammheimlich nicht gen Grund,
    Sondern in den vor
    Ihm grad steil empor-
    Gereckten Po.

    Ein echter Hund tät’s ebenso,
    Um Neuigkeiten abzugleichen
    (statt Handy-Displays zu bestreichen)
    Per Schnüffel-Scan der Backenrille
    Samt Nose-Rosette-Killekille.

    Was bloßer Anblick noch entbehrt,
    Wird tiefen Einblicks dann gewährt –
    Durchströmt von der glimmerndsten Innerlichkeit,
    Die immerzu „Ja, ich erinner‘ mich!“ schreit:
    Vor der Topnews-Inflation
    Gab uns Kommunikation
    Das instinktiv-intuitive Erkennen,
    Gesäße wie Hintern von Ärschen zu trennen –
    Eh dass in zu viel Wort verschwimmt,
    Ein Urteil, das oft nicht mal stimmt.

    Wir dehn’n uns als solcher Erkenntnis‘ Rudel,
    Bestätigt vom Sakral-Gedudel –
    Sind Hunde, die die Welt versteh’n,
    Doch demütig nach unten seh’n.

    Und kurz entfacht Hoffnung auf bessere Zeiten –
    Eh wir in die – ach! – Schiefe Ebene gleiten.


  • Kottbuss & das eintausendfünfhundertfünfzigste Gedicht

    Berliner Reichstag mit Fernsehturm

    Kottbusser Tor vs. Cottbuser Tor

    Umsteigen oder absteigen, das ist hier die Frage
    So’n Cottbuser Tor fällt ja nicht alle Tage
    Auf’m Platz gibt so’n Tor Auftrieb und „Energie!“
    Nur am Kottbusser Tor, da verspürt man dies nie
    Hier bleiben Welt und Bahnen steh’n
    Hier stärkt kein Fußballfahnenweh’n

    Ein Cottbuser Tor hilft noch anzuspor’n
    Mit ’nem K statt ’nem C hast du eh schon verlor’n


  • Ankunft Tegernsee & das eintausendfünfhundertfünfunddreißigste Gedicht

    Blick auf den abendlichen Tegernsee

    Zum Ende (der ersten Etappe)

    Der meilenschwere Schuh am Fuß
    Latscht meilenschwer zum Abschiedsgruß
    Vom schmiegsamen Gehorsam.
    Und biegarm härtet sich der Rist,
    Beschwerdlich schwärt ein Schmerzensmist –
    Wo wir noch so viel vorhab’n!


  • Wildbad Kreuth & das eintausendfünfhundertvierunddreißigste Gedicht

    Das Gebäude der früheren CSU-Klausurtagungen in Wildbad Kreuth

    Adeles Nichte (Wadl verpflichtet)

    Adel verpflichtet.
    Tadel vernichtet.

    Aufs Radeln im Tschad hat das Madl verzichtet.
    Was schad war – es ward ja im Stadl berichtet,
    Dass Karl mal beim Bade ihr Wadl gesichtet.


  • Den Bogen raus & das eintausendvierhundertdreiundfünfzigste Gedicht

    Regenbogen über der Maxvorstadt

    Sich regen bei Regen

    Regen
    Macht mich
    Augenblicklich
    Regen Missmuts
    Leichte Beute.

    ‚Regen,‘
    Dacht‘ ich
    (träg & dicklich),
    ‚Tät gewiss gut –
    Nur nicht heute!‘


  • Maxvorstädter Vögel & das eintausendvierhundertzweiunddreißigste Gedicht

    Wandbemalung am Nachbarhaus in der Maxvorstadt

    Zum Sport im öffentlichen Raum

    Zu viel Sport in den Kanälen,
    Zu viel Sport auf allen Pfaden,
    Zu viel Ort darf Sport sich wählen,
    Überall nimmt Optik Schaden.

    Ständig schnauft und japst und schwitzt es,
    Ständig schaut’s nach Camping aus,
    Ständig blökt ein überhitztes
    Blödgesicht aus Körpern raus,

    Die in eine Form sich bringen,
    Die vorab jed Stil vermisst.
    Ehrgeiz gärt im zähen Ringen,
    Das die treue Smartwatch misst.

    Zu viel Sport in meinem Sichtfeld,
    So viel Sport – und immer hässlich!
    Was der Plebs für seine Pflicht hält,
    Ächtet der Flaneur als grässlich.


  • Wasservögel & das eintausenddreihundertdreiundachtzigste Gedicht

    Blick auf Giudecca

    Fit in Grammatik

    Wie heißt’et richtig, gottverdammich:
    Ich war schwimmen – Ich bin schwammig?!


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