Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

München

Fotos aus München, seit 2014 Stammsitz der Reimerei Klötgen. Unzählige Auftritte während der Tour 2016. Und danach quasi alleinige Dienststelle in Sachen meiner Poesie.


  • Milde Krähen & das siebenhunderteinundsechzigste Gedicht

    Krähen im Englischen Garten

    Der Kosmopolit

    Immer muss ich tanzen
    Mit den alten Schranzen
    Und beherrsch‘ die Schritte
    Nur noch bis zur Mitte!

    Geb‘ dann vor, mein Hampeln wär‘
    Das Know-how vom Laissez-faire


  • MUC-Skyline & das siebenhundertsechzigste Gedicht

    Skyline München

    Eine Vorschau auf ein weiteres 2018er-Projekt von mir – ein Liedtext zu Henry Purcells „But ere we this perform“

    Streitarie

    Du enervierst enorm
    Hast jedes Maß verlor’n
    Dein überheblich‘ Selbstgefall’n
    Dein egomanes Fäusteball’n
    Du hast mein Glück verdorb’n
    Als Dank gilt dir mein Zorn


  • Elisabethmarkt & das siebenhundertneunundfünfzigste Gedicht

    Elisabethmarkt Schwabing

    Melancholie

    Draußen behupt sich der Abendverkehr,
    Und ich pups am Schreibtisch, gedankenschwer.
    „Bist Du beschwipst?“, fragt mein plappernder Muli –
    Und reimt sich geschmeidig auf Lapislazuli.


  • Isarkaskaden & das siebenhundertachtundfünfzigste Gedicht

    Isarkaskaden

    Schnurrgeradeaus

    Ich schnurr‘ gerade
    Um ’ne Wade
    Tipp’se an, klag‘ zwei Miaus
    Fühl‘ mich so viel anspruchsvoller
    Als die Sippe der Wauwaus

    Ich bin so sophisticated
    Das chatmante Biest im Haus

    Shhh – erspar’n Se sich Ihr Murren!
    Denn ich schnurr‘ gerade

    Aus


  • Abschüssig II & das siebenhundertsiebenundfünfzigste Gedicht

    Olympiaberg München

    Mein Tag

    Die Beklommenheit am Frühstückstisch
    Bürst‘ ich noch mit einem Wisch
    Weg
    Aber schon zur Mittagszeit
    Kontert mich die Bitterkeit
    Aus
    Geht es dann aufs Abendbrot
    Lächelt mich der Chancen Tod
    An
    Frisch zurück gekommen schreit
    Dann noch die Beklommenheit:
    Da
    Wärichwiedermal


  • Abschüssig & das siebenhundertsechsundfünfzigste Gedicht

    Olympiaberg München

    Mietz too

    Me au
    Bedeutet:
    Habe Schmerzen!
    Deshalb geht’s uns so zu Herzen …


  • Verewigter Stenz & das siebenhunderteinundfünfzigste Gedicht

    Monaco Franze an der Münchner Freiheit

    Hochzeitsgedicht

    Ja,

    ich will mit dir welken
    immer langsamer werden
    statt Pferde nur noch Esel stehl’n
    Auf Wellnessfarm’n mit 66
    die uns verblieb’ne Knete zähl’n

    Würd‘ sogar mit dir walken
    an Nordischen Sticks
    und sorgen dich Falten
    ich seh‘ da doch nix!
    Denn eh wir gänzlich gräulich sind
    sind wir – zwar heuchelnd – farbenblind

    Ich weiß zwar nicht, wie du das siehst
    du rattenscharfes Bräutebiest
    Doch dein Dekolleté ist mir ewig heilig
    und wenn du mir erlaubst, verweil‘ ich
    das mir verblieb’ne Ewigkeitchen
    Wang‘ an Wang‘ an deinem Seitchen
    bis ich tattergreisig im Rollator tapper‘
    mit innerlich fester, nur äußerlich schlapper
    starrsinnsnaher Stetigkeit
    Wir hab’n’s ja eh nicht mehr so weit

    Denn den besten Teil meiner Zeit gab ich dir schon
    nun folgt noch die Treuepunkt-Paybackaktion
    Doch gäb‘ man mir noch mal so’n Leb’n zu verschwenden
    so schenkt‘ ich es dir mit fast gleichvollen Händen
    und
    würd‘ mit dir welken von heute bis morgen
    für jeden Romantisch zwei Stühle besorgen
    würd‘ Wellness und Willkür und Wolken ertragen
    und tät’s selbst in Kirche und Standesamt sagen:

    Lasst den Mond doch mal Mond sein!
    Wat will ick mit Sterne?
    Ich mein‘ das ganz irdisch:
    Ja, hab‘ ditt Girl gerne!
    Sprech‘ den ZugeneigtseinsEid an sich:
    Ick liebe dir /(Strich) liebe dich

    Ich weiß zwar nicht, wie du das siehst
    du rattenscharfes Bräutebiest
    Nur, dass du jetzt vor Scham erglühst
    nicht rot zu werden dich bemühst

    Doch rot ist die Liebe, wie sich nun wieder zeigt
    Auf dass ihre Röte um kein’n Deut erbleicht!

    Mehr Gedichte für Hochzeiten und Geburtstage


  • Siegestor & das siebenhundertfünfzigste Gedicht

    Siegestor München

    Teddys Erkenntnis

    In all den fernen hehren Hallen
    Lauern doch nur Bärenfallen
    Wer denkt, Gefallen wär‘ ein Orden
    Vergisst zu leicht das Bärenmorden

    Die räumen ihre Spitzenplätze
    Für unlängst aufgeschlitzte Petze
    Und krönen ihren Bärentadel
    Per Dolchstoß mit der Ehrennadel


  • Virtualiösität & das siebenhundertneunundvierzigste Gedicht

    U-Bahnhof Giselastraße

    Der Jüngling und das Mädchen am Fenster

    Heute bin ich displaytrunken
    Tief in ihr Profil versunken
    Spürt‘ ihr sternenklares Schimmern
    Über meine Netzhaut flimmern

    Über Netz und Netz verbunden
    Schwelgte ich für fast zwei Stunden

    Oh nähr‘, treuer Akku, du weiter dies Märchen
    Und still‘ die im Stillen behausten Begehrchen

    Wohin die Geschicke uns fortan auch treiben
    Sie wird ewig
    In der Chronik
    Meines ersten Browsers bleiben


  • Frisiertisch & das siebenhundertachtundvierzigste Gedicht

    Bewohner vom Nachbargarten in der Tengstraße

    Ein kurzer Ausblick auf Kommendes – meine vordergründig unziemliche Betextung der Schlusssequenz von Rossinis Ouvertüre zum „Der Barbier von Sevilla“. Einfach frei heraus mitrappen!

    Frisierte Ouvertüre

    Es naht dünnbeinig und fadenscheinig …
    Dann rumpelt’s rüpelhaft gnadenlos steinig an
    Bis man es irgendwann
    Nicht mehr verleugnen kann
    Und sich per Sensation den Komfortzonen Ungewohntes angewöhnen lässt

    Noch nachvollziehbar
    Dass der Barbar da an der Bar dereinst Barbier war
    Und ganz Sevilla
    Für ihn vibriert wie zu’nem Tanzschritt von Godzilla

    Schablonisiert wirkt das hier Servierte
    Wie verziert für schiere Schmierenlarmoyanz

    Ihr insistiert zwar
    Der Komponisten Zierde sei nicht kompostierbar
    Und ganz Sevilla
    Schien wie frisiert von ’ner verirrten VoKuHiLa

    Ironisiert stiehlt das Irritier’nde
    Nicht der Grundprinzipien Linientreue Glanz

    Es flutet unvermutet gut durchblutet gegenströmig
    Und belebend widerstrebend in das Haar Verlockung webend:
    Eine der Ekstatik abgerung’ne Akrobatik
    Die die Ex-Barbier-Barbatik mit Vokabel-Kokolores koloriert (3x)
    Und mit Chaos kokettiert
    Uns mit Tobak torpediert
    Ziemlich ungewohnt toupiert
    Von dem Frondienst desertiert

    Mit infantiler VoKuHiLa
    Geht Godzilla nach Sevilla
    Zu dem Dealer in der Ex-Barbiere Bar:
    „Machst Du mir mein Haar?
    Diesmal aber ma‘
    Statt dezent und eh’r verstohlen
    Bitte zentnerschwer und unverhohlen
    Wild verkämmt ungehemmt
    Maßlos onduliert
    Spaßig koloriert
    Ich bin da gänzlich ungeniert
    Sofern nur jemand applaudiert
    Und sein beziehungsweise ihr
    Hochwohlgefallen konstatiert
    Jawoll


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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