Berlin, Kunsthalle. Große Bilder, kleines Gedicht:
Mural (6,039 x 2,429 m)
Jackson Pollock packt seen Zollstock
Streckt sich stolz von Eck zu Eck
Sacht: „Zwofuffzich mal sechs Meter!“
Steckt den Zollstock wieder weg
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Berlin, Kunsthalle. Große Bilder, kleines Gedicht:
Mural (6,039 x 2,429 m)
Jackson Pollock packt seen Zollstock
Streckt sich stolz von Eck zu Eck
Sacht: „Zwofuffzich mal sechs Meter!“
Steckt den Zollstock wieder weg

Göttingen. Nicht mehr im Anatomiesaal, sondern im Jungen Theater, dafür mit formschön geschnittenen Lichtspielen hinterm Vorhang.
Gen Göttingen
Gen Göttingen dringen die Finger der Götter
Und wringen den Larynx der Götterverspötter

Puh. Augsburg war großartig. Aber heute geht es nach 12 Stunden daheim auch schon weiter, brechtwärts nach Berlin. Und so langsam schleicht sich Müdigkeit ein… Da muss man jetzt die Fäden in der Hand behalten. Wie Augsburg, wo ich gestern ein Mörike-Cover zu hören bekam, das ein wenig im Spontangedicht mitflattert:
Augsburg lässt sein Außenband wieder …
Fuggerfädenstrippenziehkind
Puppenkistenpappenheim
Nabelschnurstracks brechtberechtigt
Pendlerstromverbindungskeim
Wie es augst und burgt und lecht
Augsburgs Außenbandgeflecht

So Unmittelbar war noch nie. In der Backstage geschrieben, in der Backstage online gestellt. Vom 17sten Geburtstag des Wilde Worte Slams in Wiesbaden.
17 Jahre Wilde Worte und keinen passenden Text dabei, daher …
Ich willden Ort der Wilden Worte
Nicht bloß ob des Stückchens Torte
Heut in Frankfurt-Höchsten Tönen
Hurtig mit ’nem „Danke“ krönen

Vor Abfahrt gen Wiesbaden bleibt noch Zeit für einen königlichen Spaziergang und entsprechende Gedanken:
Le roi, c’est moi
Als ich heut in den Tuilerien
Gehüllt in Taft und Tüll erschien
Da sagte dein Blick: „Nu, wieso nicht was wagen?
Doch sollte nicht ich anstatt du sowas tragen?“

Pardon, Stuttgart. Da warst du gestern Abend einfach nur Zwischenstation auf dem Weg Zürich-Paris. Aber im Sommer gibt es auch für dich ein Gedicht. Und gegen Paris darf man schon mal verlieren. Oder?
Solo in Paris
Statt der Liebe Paris
Riet die Szeine doch immer
Statt als Paar is
Man hier nun aleen aufm Zimmer.
Im Regen angekommen, im Frühlingssonnenschein raus. Zürich versöhnt.
Zur Ich und zum Du
So, als sei es ganz natürlich
Führte eine fremde Spur mich
Schnurgeraden Weges zur Ich
Dem feminin wurzelnden Kern meines Lebens
Da sprach zur Ich ich
„Komm, verführ mich
Scheint’s auch etwas ungebührlich
Hier, in der Kannschonstadt Zürich!“
„Kann schon sein, dass ich das mache
Doch das bleibt ganz meine Sache
Zum Du drängst du mich vergebens!“
Zu dumm, zu dumm, zu dumm, zu dumm
So seufzend kehrt‘ ich wieder um

Und dann trotz Kratzen im Hals losgedonnert. Elf Auftritte in der Reihe. Aber was unter bösen Voraussetzungen startet, entwickelt sich mittlerweile bestens. Auch meteorologisch. Wie in Heidelberg zu sehen, in Mannheim (15 Minuten S-Bahnfahrt) nur zu ahnen war. Doch:
Ja, auch Mannheim! Auch Mannheim.
Die Romantik Mannheims ist
Ganz anders als die Heidelbergs
Derart subtil, dass du Purist
Sie quasi nicht einmal bemerks‘
Aus Mannheims Gassen grölt es: „Tja,
Romantik is umfassenda!“
Als wenn sich der Körper mit aller Macht gegen meine Abschiedstour stemmen wollte, schleicht sich pünktlich zum Start einer längeren Terminrutsche eine störrische Erkältung in den Vordergrund. Doch vorm Verzagen gilt es sich an gute Momente der tour zu erinnern, die ja – s.o. – noch keine Woche zurückliegen.
Für die Gnad der Strahlen
Für solche Wintersonnenstrahlen
Würd‘ ich fraglos auch was zahlen
Das sag‘ ich, wo ich jetzt grad
Sechzig Franken angespart
Du lachst, da könnt‘ ich lange warten
Echte Wintersonnenstrahlen
Kösten sicher zwölf Milliarten
Und die wär’n in bar zu zahlen
Zwölf Milliarden – wirklich wahr?
Wie lang‘ ich wohl daran spar‘?
Das müsst ich erst kalkulieren …
Bis dahin in Kühle frieren

Die Tour hoppelte in diesen Tagen weiter durchs Frankenland. Wo ich gestern im Kaspar Hauser und Bach Stützpunkt Ansbach Station machte.
Ansbach und -tand
Ansbach bin ich mit ihr gegangen
Doch sie hat damit angefangen
Insbach ist sie mit mir gesprungen
Und hat so sehr darauf gedrungen
Un(s)zucht war Straf‘ dann wie Vergeh’n
Weil wir uns so nach Anstand seh’n
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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