Postkoitales aus Italien
(In der älteren Verwandten einer jüngeren Bekannten)
Oh, am Lago di Como lag i im Koma …
Komm nie in das Laken von Kim ihrer Oma!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Verse für die Sanguiniker, denen man Luft, Frühling, Morgen, Kindheit zuordnet.
Die unbeschwert lustigen, formverliebt selbstgenügsamen Gedichte.
Hort der Sprachspiele und Massenalliterationen.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Wasser oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!

Postkoitales aus Italien
(In der älteren Verwandten einer jüngeren Bekannten)
Oh, am Lago di Como lag i im Koma …
Komm nie in das Laken von Kim ihrer Oma!

What to do
Garten – Spaten!
Weg – feg!
Wiese – gieß’se!
Beete – bete!

Mag yes/no
Ich werde die Magnolie ab jetzt Magyeslie nennen
Und mit dieser Bejahung ihre Schönheit anerkennen.

Ein naives Gedichtgedicht
Beim Weltuntergang sich mit Gedichten befassen?
Als gäb’s keine weit’ren Probleme …!
Ich weiß – doch ich kann halt von Versen nicht lassen,
Denk immerzu nur an Poeme!
Im Todeskampf fortwährend Reime zu suchen?
Als zählten alleine Gedichte!
Der Krebs will all meine Gedärme verfluchen –
Da ich ihm von Goethen berichte …
Mit Zahnschmerzen sich durch Metaphernrausch träumen?
Als schwiege des Eiterherds Pochen
Dank Zutrittsverbotes von lyrischen Räumen
Und Karies säh ab vom Durchlochen!
Nun, habe ich Verse – vor was wär mir bang?
Was könnte Euterpes Glück schrecken?
Nicht Zahnschmerzen, Krebs oder Weltuntergang
Sind fähig, Gefühle zu wecken.

Das Schlössl Salonlied
Einstiegssong zur neuen Show im Pelkovenschlössl
Hast Du von dieser Show in Moosach schon gehört?
(sofern dich nicht bereits der Stadtteilname stört …)
Die hol’n da Leute ran, die sind scheinbar bekannt
In München-City und im Rest vom Bayernland.
Natürlich bleibt dennoch die Frage: Lohnt es sich?
Die Pichler sagt mir was – der Klötgen eher nich‘.
Unter der Woche fahr ich nicht so gern weit raus.
Ich kenn‘ kein’n, der dort wohnt, wie seh’n die da aus?
Hallo – Willkomm’n – hier im Schlössl Salon!
Ist hier irgendjemand adlig?
Naja, irg’ndwie schon.
Da Ihn’n fürstlich serviert wird
Ein feudale Freuden befeuerndes Abendprogramm.

Das Lesezeichen eines Toten
Das Lesezeichen eines Toten
Steckt noch in diesem Buch.
Gilt an dieser Stelle ein „Durchgang verboten“,
Wer hebt des Schlafgemaches Tuch?
Ich jungfräute durchs letzte Auslesedrittel –
Notiz an das Jenseits: Es war eher mittel …

Endlich Erfolg
Meine slawische Smartphoneoma
Schraubt jetzt mit K.I.
Alle Komik kommt ins Koma –
Schau, jetzt lachen sie!

Zweimal bis Sex zählen
Eine Ententantenautoantenne,
Zwei behende behindernde Hände der Henne,
Drei Saucieren von Sudresten säubernde Busen,
Vier von flennenden Felltieren fällige Flusen,
Fünf Gags der gehäckselten Ex-Heckenhex
Und Sechs, denk besessen vom Sex ich, Sex, Sex.

Vor Traunstein mau dreinschau’n
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein
Stellt sich bei mir stetig das Grau’n ein.
Denn hinter den Hecken- und Zaunreih’n,
Da keltern sie Biere und brau’n Wein –
Die Kerle eh’r grob, ihre Frau’n fein
(die trotzdem bestaunen der Pfau’n Schein!).
Ich mag dir den Trip nicht versau’n, nein,
Da Städter, sobald sie sich stau’n, schrei’n:
„Ihr Dörfler spielt gerne die schlau’n Lai’n,
Doch fallt im Akkord auf die Blau’n rein!“
Da kann man nur vor dem Verdau’n spei’n …
Da sollten die von solchen Klau’n Frei’n
Die sowas bewow!en verhau’n! Kein
Zweifel, du darfst, bist du down, cry’n!
Es mag nur ’ne Show deiner Laun’n sein,
Doch muss man nach Sorgendurchkau’n wein’n!
Da leisten sich die zu Genau’n ein’n
Fauxpas, weil sie voreilig raun’n, dein
Problem wär nach näh’rem Beschau’n klein –
Du hätt’st doch trotz Zeitenverrau’n Schwein!
Das kannst du den Bauern der Gau’n leih’n –
Ein paar Haltepunkte vor Traunstein!

Die geheime Armut der Wohlausgewogenheit
Venedig hat nun leider mal
Zu wenige Touristen,
Vieldenig ist das voll egal –
Lässt alle in sich nisten.
Optdenigs Armut liegt im Stil –
Hat nicht zu wenig, nicht zu viel.
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