Das Wirrwarr und wir
Deine Rätselhaftigkeit
Schmeichelt meinen Lösungswegen.
Jäh entfernt, ist’s nicht mehr weit –
Ständig komm’n wir uns entgegen.
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Klassische und sehr unklassische Liebesgedichte.

Das Wirrwarr und wir
Deine Rätselhaftigkeit
Schmeichelt meinen Lösungswegen.
Jäh entfernt, ist’s nicht mehr weit –
Ständig komm’n wir uns entgegen.

Erster Frühlingshauch
Endlich kommt die Sonne raus
Und ein Hauch von Wonne saus-
…ssst in Glied und Glieder.
Knospend schmiegt sich Lipp an Lipp
Und des Frühlings Wiege wipp-
…pppt ins Vida wieder.
Und ein erster Wärmeknuff
Walkt uns Körper – endlich Luf-
…ffft im Wulst der Vulven!
Alles neckt sich nackt und keck,
Wenn die Scham den Charme entdeck-
…kkkt als Felix-Krull-Fan.

10/12 – ein blasphemischer Huftierdiss
Neulich bekehrte mich nächtens:
Keine zehn Pferde verbrächten’s
Von meiner Treu mich zu zerren!
Denn, meine Damen und Herren,
(trotz fehlbarer Entschiedenheit)
Dank stählerner Zufriedenheit
Trennt kein Mährchen
Ein Pärchen
Zurück in zwei Hälften –
Und sei’n auch die Gäule bemüht und zu elft, denn
Gott ist ein Schwächling! Und als solch einer schuf er
Die Dutzendware Unpaarhufer.
Verschmelzungen
Für irgendwen ist jeder Schnee der erste Schnee im Leben
Und den wird es naturgemäß für ihn nie wieder geben.
Und doch birgt jeder Folgeschnee die selbe Sensation
Und weckt beinahe deckungsgleich ’ne Schnee-Re-Reaktion.
Solch Technik möchte ich erlern’n (ich denke schon, ich muss)
Für’s neu entfachte „Hab dich gern, du achtmillionster Kuss!“
Warum ich mich dir ungern geschlagen gebe
Ich hab so viel an Artigkeit
In deiner Art erkannt –
Doch, ach, vergebens wart ich seit
Dies Bild in mir entstand
Auf diesbezüglichen Beleg!
(Denn Prügel sind der falsche Weg.)
Allein vorm Bistro
Die Muße zum Mut zu Gemütlichkeiten
Muss ohne dein Zutun ich müd unterschreiten,
Denn ohne dein Zutun komm ich nicht dazu:
Der Gütigkeit Gründe bist immerzu du!
Fernverbindung
Zunächst dröhnt uns der Schwall einer Rettungssirene
In meinen empfindsamen Handyempfang –
Da ich doch allein deine Stimme ersehne
In alle Gerätschaft verleugnendem Klang!
Später donnert es in einer Bahnunterführung
Im Takt vom geschürten Verkehrsflussgebell.
Das desavouiert jeden Ton meiner Rührung –
Und alles, was ist, ist es nicht mehr reell.
Letztlich haken nur hässliche Netzartefakte –
Jede Funklocherrettung scheint gleich überbucht!
Tief in deinem Herzen bin ich der Benackte,
Der armselig dich zu erreichen versucht.
Eine lyrische Transformation als kuba-schwabinger Übersetzung der Texte der Dichterin Luz de Cuba
Alle Lieben in einem Leib (Todo en un solo cuerpo)
Denk ich an Liebe in der Nacht,
Fragt mich meine Muse, ob ich je bedacht,
Welche der Lieben – soweit mir bekannt,
Sei die bekrönenswert schönste im Land.
Nun, alle sind die Schönsten hier. Und überall!
Bei mancher sind männliche Mienen der Fall,
Der sie antreibt zum Himmelsritt über die Sterne,
And’re seh’n den Poem einer Weiblichkeit gerne,
Mal ist’s Heftigkeit, wonach die Hüften begehren,
Mal sind’s Scham, Brüste, Straffheit, die alles verzehren.
Und doch ist es nicht mehr als ’ne Wahl, die man traf,
Einer Vorliebe, die keiner Wertung bedarf.
Um im gleichen Recht auf Liebe zu koexistieren,
Lasst uns nun gemeinsam zum Kreuzzug marschieren,
Die patriarchalen Strukturen planieren,
Die Mauern der sturen Zensur ruinieren!
Wir sind Feministen, Dissidenten, ein Heer –
Und die Zügel der Zeit sollen brennen!
Lesben, schwarz, Prostituierte und mehr –
In aller Verschiedenheit nicht mehr zu trennen:
Ein Leib einer Zukunft auf wertem Niveau!
Go women, go! Go women, go!

Dilettantisches Wünschen
Hätt an Wunsch i frei, wär klar, i
Wünscht‘ sogleich mir an Ferrari!
Hätt i gar der Wünsche drei,
Wünscht‘, ja mei, i nomal zwei:
Ein‘n für mi (so als Ersatz),
Nummer drei für meinen Schatz!
… wär bloß solch a Frau die meine!
Leider hab i da no keine.
Ripostegedicht zu den dödeldominanten Gedichten, die ich am 4. Juli 2022 zu rezitieren hatte.
Annabelle und Barbara (und viele andere mehr)
Oh Annabelle, oh Barbara,
Ihr lasst euch schnell und wunderbar
Als Sinnbilder inniger Milde vergöttern!
Eure hotshitten Tophits – sie spotten den Spöttern!
Ihr seid 360 Grad begabt,
Voll vollendeter Talente –
Ich hätte gern derer nur eines gehabt
Vor Beginn meiner mentalen Rente.
Ach Annabelle, ach Barbara,
Ich selbst ward so schnell unbrauchbar,
Wie Kaltmamsell und Wonderbra!
Doch ihr beglückt so glockenklar
Und flockiglocker noch die bigotteste Welt,
Seid dies Planeten Sternenzelt!
Es würd‘n, um in euren Zonen zu wohnen,
Sich neue Religionen lohnen!
Ihr würdet kruder Wahrheit Memen
Mit Grazie, Anmut, Charme beschämen
Als Raum und Zeit Bereicherung!
Wir scheitern am Vergleich, mein Jung!
Zur Erlösung gilt‘s, jene pompös anzuhimmeln –
Doch wir spiel‘n noch dösenddrög an unsern Pimmeln …
Wir woll‘n untertanwürfigst an jene uns kletten –
Sie ehrend den Rest unsrer Ehre noch retten.
Denn des aufrechten Ganges Rollatorgestell
Sind Barbara und Annabell.
– Die 272 Städte/Länder der Fotos (2016-2026)
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