Augenkontakt
Nicht bloß einen Augenblick –
Willst du mir was taugen – schick‘!
Weite deine Schau gern aus
Angedickt zum Augenschmaus!
Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos
Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 38 Länder auf 5 Kontinenten
Jedem Körperteil sein Gedicht …

Augenkontakt
Nicht bloß einen Augenblick –
Willst du mir was taugen – schick‘!
Weite deine Schau gern aus
Angedickt zum Augenschmaus!

Bei meiner Lesebühne P&P wünschten sich die Zuschauer mit großer Mehrheit ein Ripostegedicht auf Jan Böhmermanns Erdogan-Schmähgedicht. Ich nahm mich der Aufgabe an, unter besonderem Fokus darauf, das Gedicht in einer einem Staatsmann angemessenen Qualität zu verfassen – nicht wie die eher dahingerotzten Böhmermann-Verse, die vermutlich vor allem auch wegen mangelnder lyrischer Qualität beanstandet wurden.
Ich bin bei der bereits etablierten Unterleibsthematik geblieben – weswegen hier im Netz auch nur die „entschärfte“ Version veröffentlicht wird. Vielleicht ja ein Beitrag zur Befriedung des aufgekommen Streits.
Die Eichel Recep Erdogans (Ein respektvolles Schmähgedicht)
Altersfleckgrindig, vom Speckglanz gefettet
Zuckt nach ’nem Spuckkrampf, nun ölig gebettet
Im spermaverkrusteten Schamhaargewölle
Gleich einer Verwesungsmief hortenden Hölle:
Die Eichel Recep Erdogans
Ein Teich gekippten Pferdeharns
Vermochte nicht an ihr Aroma zu reichen
Kein Dom voll weichgekochter Leichen
Könnte jene versengende Fäulnis entsenden
Wie ’ne Eichel, gestreichelt von Erdogans Händen
Schon als ein In-die-Hosen-Kacker
War er ein echter Motherfucker
Beim Drang auf Mamas Schoß zu rutschen
Ging’s bloß um: „Los hier – Pimmel lutschen!“
„Denn Frauen,“ lehrt sich Erdogan
„Sind Herdtier und mir Untertan!“
So war Recep Ätztyp Erdogan
Im Pre-K-Alter schon erfahr’n
Und seine ädrig durchknorpelte Schwellkörperpracht
War ihm immer zur Hand bei dem Weg an die Macht
Fast göttlich verstand Erdogan
Auch der Mullah Puller hochzufahr’n
Mit religiös verbrämter Kraft
Ging’s jetzt um den Alleinherr-Schaft
Und ganz oben, da keimt die Recep-Eichel
Umschleimt von Alte-Männer-Speichel
Und buttergelb verkästem Samen / Ja, fußgeruchgetauft sind alle
Ergüsse, die aus Erdi kamen / Und fermentiert in Retro-Galle
Und jeder, der von diesem Gestank noch nicht blind
Lehrt jetzt sein türkisch verwurzeltes Kind:
„Fass lieber Herd und Ofen an
Als irgendwas vom Erdogan!“
Wie könn’n wir Mutter Erd erspar’n
‚Nen weit’ren Tag mit Erdogan?
Bevor da wer ’nen Würgreiz kriegt
Sobald von der Türkei man spricht –
Eins der schönsten und spannendsten Länder Europas!
… in der Hand des der Steinzeit verpflichteten Opas!?
Entledigt euch seiner, oh, ihr freundlichen Leute
Tut’s mit Wut, notfalls Blut, aber tut es – noch heute!

Brüste
Der zarte Schwung nebulös zielforschen Willens
Formt die rosig ins Licht stier’nde Jungfrauenbrust
Noch zärtelt die Trainingselevin des Stillens
Mit der allseitig plump auf sie strömenden Lust
Doch Säuglingsdurst wird nach den Sprösslingen schnappen
In den Zwangsruhepausen des Liebhaberwahns
Und Irdisches fängt sich im schmutzscheuen Wappen
Und versprengt die Zerbrechlichkeit des Porzellans
Schon maßt’s mich an, hier einzugreifen
Als Ranger für das, was des Schutzes bedarf
Nur bin ich für Gerechtigkeiten
Auf all die Zerstörung ja selbst viel zu scharf

Mein Lächeln
Nur weil dein Mund die volle Berechnung behaust
Werd‘ ich nicht mit den Lächelnden brechen
Nur weil du mit dem Zahngold die Süchtigen laust
Löse ich nicht die alten Versprechen
Ich werd‘ das Mimetische kritisch studieren
Und ich weiß ja durch dich, was nicht echt ist
Werd‘ andere Falschheiten falsch eruieren
Beteuern, dass mir es so recht ist
Ich werde unsre Parkkulissen
Nicht irr wie ein Jagdhund durchhecheln
Ich werde manch Trug im Grün einsehen müssen
Kopfschüttelnd seufzen – und lächeln

Ohne Worte
Derweil meiner Fresse die Zähne zerfielen
Und ein Pilz aus dem Lippenriss spross
Schälten sich von meiner Zunge die Schwielen
So kam’s, dass ich schweigend genoss
Und nach und nach Loch um Loch wiederbefüllte
Und Essensrestnester mit Wundfleisch umhüllte
Weil aber den Zerfall eine Zähheit befraß
Die jeden Sporn Hoffnung vermüllte
Kam’s, dass ich um Hilfe zu schreien vergaß

Kakao
Ihre Lippen sind wie Schokolade
Deren Schmelz sich nie verzehrt
Von dem ich mich ab einst bis grade
Unersättlichstens ernährt

Hastig
Du hast die Seuche an den Hacken
Sie zwingt dich, bäuchlings abzukacken
Und alles ist Malheur
Du hasst die Seuche an den Hacken?
Dann zwing dich, beide abzuzwacken
Es bessert sich, ich schwör‘!

Der Winterspaziergang
Die Kälte kommt über den Kragen gekrochen
Beknabbert meine Wangenknochen
Und klatscht sich patschig an die Stirn
Eisig betäubt sie mein sträubsames Hirn
Jeder Atemzug gleist in die Lungen hinein
Die schein’n um ein Vielfaches tiefer zu sein
Der Restkörper spendet der Kleidung Applaus
Nur die Nasenspitz‘ quengelt: „Wann geht’s denn nach Haus?“

Den Hintern in Saunen
Der Backen Schwung, der Backen Schwung
Der Backen Schwung von alt auf jung
Verändert den Verlauf
Mein Blick hausiert, mein Blick hausiert
Mein Blick hausiert, gefriert, pausiert
Und hält dann schamlos drauf
Der Symmetrie, der Symmetrie
Entsprechen sie bei Phantasie
Im Dunst der kühlen Schauer
Das Ideal, das Ideal
Sinnt Berg und Tal und singt „Egal!“
Kein Alter ist von Dauer
Doch das Geschlecht ruft selbstgerecht
Und massig echt zum Blickgefecht
Es blökt aus kahlen Lenden
Allein der Po summt freundlichfroh
Hat auch vom Show-Wert mehr Niveau
Im Dunst steht „Bitte wenden!“

Die da werden von der Wintersonne
Die Schatten werden nicht nur länger, sondern int’ressanter
Wer vermisste schon das Quengeln Sonnenbadverbrannter?
Der letzten Tage Sonnenschein
Birgt das Wissen von einem zerschlissenen Jahr
All das Brüllende, Brennende dringt nicht mehr ein
Und er stellt dich Gestalt gnädig riesenhaft dar
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