Verse für die Melancholiker, denen man Erde, Herbst, Abend, Erwachsenenalter zuordnet.
Die besinnlichen und leisen Gedichte.
Von Aphorismen bis zur Vanitasdichtung.
Sollte Ihnen ein hier eingereihtes Gedicht eher den anderen Kategorien Erde, Luft oder Feuer entsprechen, bitte ich, mir eine Nachricht über www.hirnpoma.de zukommen zu lassen!
Den Hausstand unendlich vergrößern,
Die Manufakturwahl verbessern?
Mein Ziel sollte sein, die Pokale zu mehren,
Die vielgestalt horten die royalen Herren.
Auch die Spannhaken-Ösen, Vokale zu dehnen
Sollte ein Größenwahn-Nahender kennen.
Ich falle auf, ich falle ab
Beim Was-ich-kauf und Was-ich-hab.
Vielleicht, einst wendet sich das Los?
Hab ich gehofft vor manchem Schloss.
Von den arrivierten Abfahrtsgleisen
In Richtung neuer Ziele zu reisen …
Nicht dort und nicht mehr hier vertaut,
An Orientierung abgebaut,
Verlier ich mich in Worten,
Verirre mich an Orten,
Bin einfach nirgends-überall
Steig mehrfach rauf zum Gleis. Und fall.
Ich grub gestern Abend erinnerungswach
Mich durch ein verlorenes Schubladenfach,
Wo achtsam gehortete Wertlosigkeiten
Den Duft längst verschwundener Menschen verbreiten.
Und alles hat, so wie einst sie, seinen Platz,
Bewahrt sich als kryptisch verschlüsselter Schatz –
Ein das Meer des Gedächtnisses bettender Grund.
Für Entrümpler nicht mehr als ein plastiksack Schund.
Vielleicht einfach mal sich auf ’nen Rhythmus einlassen,
Der nicht deinem Anspruch an Takten entspricht?
Es gibt so viel, damit könnt’st du dich befassen –
Doch vielleicht tust du’s einfach mal nicht!
Dass augenblicklang gar nichts drängt
Zur Schnellerledigung,
Legt Chancen frei zu neuem Schwung –
Auch wenn sich was verrenkt.
Vielleicht einmal ’nen neuen Beat als frischen Sinn verspüren?
Du weißt zwar nicht wohin, womit – doch spürst: Er kann dich führen.
Zu einsam für ein wirklich schönes Lokal,
Sitze ich froh nun im Stilkompromiss.
Ich bin mir für jeden Genuss zu egal –
So ohne Company der Miss.
Die halbschönen Sachen sind dann mein Verwöhnen,
Das „da schau her, na immerhin!“ –
Für die Spitze und ihr heit’res Heiteitei löhnen,
Macht ohne dich so gar kein’n Sinn!
Mag nicht die Höhen des Geschmacks
Im Einzelgang erklimmen.
Und so genieß‘ ich etwas lax –
Und lass es preislich stimmen.