Frank Klötgen – Post Poetry Slam – immer frische Gedichte & Fotos

Seit 2016. Auf Globetrotter-Slam-Tour durch bislang 36 Länder auf 5 Kontinenten

Einakter

Alles, was zwölf Zeilen überschreitet.


  • Gem. Schneeball & das zweitausendfünfhundertvierundfünfzigste Gedicht

    Aussicht vom Ammerwanderweg zwischen Unter- und Oberammergau

    September 2024 (Rückblick 9)

    In Springfield essen sie Katzen und Hunde
    Und in Thüringen wählen sie Höcke.
    Kaum hegt man die Hoffnung, die Menschheit gesunde,
    Schießt diese gleich rudelweis‘ Böcke.

    Da servieren die ersten zwei Landtagswahl’n Ost
    Demokraten zum Monatsstart arg harte Kost.
    AFD, BSW erlang’n – vorerst getrennt –
    Zusammen fast beides Mal 50 Prozent.
    Der FDP-Vorkommazahlen verschwinden –
    Da möchte man beinahe Mitleid empfinden!?
    Die Redlichen stimmt übel-bang
    Der AFD’ler Überschwang:
    In Sachsen erringen die Platz Nr. 2,
    In Thüringen sind sie die stärkste Partei –
    Ja, droht in drei Wochen als letzte von allen
    Die Feste von Potsdam auch an sie zu fallen?
    Doch es ruft: „Getreue, haltet durch!“
    Graf Woidke von der Brandenburg.
    „Sieg oder Ende! – dies sei unser Eid,
    Macht für die Schlacht gegen Rechts euch bereit!
    Mit Stolz den Prognosen entgegengestellt –
    Noch 12.000 Stimmen und Brandenburg hält!“

    Von Sondierungsirrfahrten erfährt man aus Sachsen:
    Die Brandmauer hält, doch die Brombeeren wachsen!
    Und von Brombeeren weiß man: Pflanzen die sich erst ein,
    Wird kein Teil des Gartens mehr brombeerlos sein.
    Das sind so Debatten, die uns erst noch drohen –
    Alles besser, als unter den Rechten verrohen!
    Selbst CDU-Kretschmer rät, Woidke zu wählen,
    Da die Stimm’n für die CDU eh nicht mehr zählen,
    Seitdem alle Hoffnung auf einen nur fällt –
    Es fehl’n zehntausend Stimmen und Brandenburg hält!

    All der Sturm und Drang der Weltnachrichten
    Will sich zu null Belang gewichten:
    Zweiter Anschlag auf Trump, letzter Boxkampf von Raab
    Und ein Champions League Modus, der früh Stimmung verdarb.
    Macron trickst Barnier als Premier an die Spitzen,
    Selensky kriegt zwölf deutsche Panzerhaubitzen,
    Caterina Valente verlässt diese Welt
    Und noch achttausend Stimmen bis Brandenburg fällt!

    Das Schengenabkommen lässt sich überrollen
    Von grenzenlos ollen EU-Grenzkontrollen,
    Osteuropa und Österreich werd’n überschwemmt
    Und der Merz ist seit Söder-Verödung enthemmt –
    Er lässt Migrationsgipfel merzdirnix platzen
    Und die AFD martert ’nen Song von Die Atzen,
    Englands Labour-Chef dealt Banker-mäßig mit Geld –
    Und noch viertausend Stimmen bis Brandenburg fällt!

    Skandalprozess in Avignon,
    Hisbollah Pager-Explosion,
    In Dresden stürzt ’ne Brücke ein,
    Die Chipfabrik kassiert ein Nein
    Und Magdeburg bleibt unbeschenkt –
    Milliardensubvention versenkt -,
    Der Wolfsschutz wird ein’n Status tiefer gestellt
    Nur noch zweitausend Stimmen bis Brandenburg fällt!

    Aus Berlin ruft’s: „Graf Woidke, wir stehen dir bei –
    Der Kanzler persönlich, die ganze Partei!“
    „Dass mir bloß keiner öffnet, wenn Olaf hier schellt –
    Uns fehl’n eintausend Stimmen, dass Brandenburg hält!“

    Dann ist Wahltag und wahrlich: Die Brandenburg hielt!
    Unter größten Müh’n das Minimalziel erzielt,
    Der AFD-Sturm abgewehrt,
    Was Brandenburgherr Woidke ehrt,
    Ein letztes Unbehagen sät
    Das Wörtchen „Sperrminorität“.
    Und die Grünen betrübt ihr Herausgefliege –
    Die Lang und der Nouripour machen die Biege,
    Die Jugend verlässt gleich komplett die Partei.
    Äh, jetzt einmal kurz durchzähl’n, wer ist noch dabei?
    Denn trotz des Zwangs, nun mit dem BSW rumzueiern,
    Gebührt es, den Wahlsieg der Mitte zu feiern!
    Oh, ein Begeisterungssturm rauscht heran mit dem Wind!
    – Weil Floridas Hurricane-Season beginnt.
    Horcht: Freudenschussfeuerwerksböllergeknalle!
    – Die machen Hisbollahs Nasrallah grad alle.
    Aber das ist ein Siegesfanfaren-Toröööh!
    – Ja, da feiert Herr Kickl vom der FPÖ,
    Der erntet jetzt Schlick für den Rechtsrutsch der Welt,
    In der – beinah einsam – die Brandenburg hält.


  • Prinzregentenstage & das zweitausendfünfhundertneunundvierzigste Gedicht

    Bühnenaufbauten im Prinzregententheater München

    August 2024 (Rückblick 8)

    Ein Rollfeld im Sommer. Dort landet: das Glück.
    Es erhält „Free Hugs!“-Putin seinen Mörder zurück.
    „Sag, wie ist’s dir ergangen im Tierpark Berlin?
    Dass du dich dort erwischen ließt – längst schon verzieh’n!“
    Zwei verlorene Söhne im Rausch ihrer Küsse
    Nach so schwerer Zeit. Ihre Tränenflüsse
    Stehl’n glatt den Oasis die Verbrüderungsshow,
    Denn das hier ist Liebe auf mörder Niveau.
    Andren wird der August die Erfolge verwehren:
    Dem Anti-Gender-Volksbegehren,
    Auch Olympiatriumphe beweg’n sich in Grenzen,
    Man versagt Islamisten mit Swifties zu dancen
    Und es verbittet sich Celine Dion,
    Dass Trump ihre Lieder in all sein Gedröh’n reiht.
    Es verbittert: Mit Alain Delon
    Stirbt wieder ein Stückchen verbindlicher Schönheit.
    Was es zurück ins Leben schafft,
    Wirkt ofmals etwas zombiehaft:
    Der slowakische Präsident holt für Medien, Justiz und Kultur
    Die russische Zensur retour.
    Die „Compact“ darf vorerst doch wieder erscheinen –
    Zeigt sich Pressefreiheit auch im eig’nen Verneinen?
    Die Ampel schafft ein Déjà-vu
    Mit Haushaltsstreit als Hauptmenu.
    80-Stunden-Verhandlung’n war man schon gewöhnt,
    Bis nach weiteren Runden Herr Habeck bestöhnt,
    Unter ihm wär der Lindner nicht Wirtschaftsminister.
    Gelinde gesagt, das wär fein – doch noch ist er!?
    Mal in Kursk, mal in Charkiw und anderen Stellen
    Verzeichnen die Frontlinien zeitweise Dellen,
    Eh dass sie sich wieder zum Urzustand glätten.
    Und der Bund soll mal wieder die Meyer-Werft retten.
    Am Strand Mogadishus zählt man fast vierzig Leichen –
    Obacht, die Shabab-Miliz setzt wieder Zeichen.
    Und Solingen, der Klingenhort,
    Gibt sein Comeback als Anschlagsort –
    Der zweite Stich in diesem Jahr,
    Nachdem schon Mannheim tödlich war.
    Ab jetzt wird stracks zurückgeführt,
    Ein Sicherheitspaket geschnürt
    Und 28 düstre Mannen
    Ziehen gen Kabul von dannen.
    Der afghanische Knast droht als Alptraum hoch zwei –
    Doch die Taliban lassen vor Ort alle frei.
    Und mit geschicktem Schleusertrick
    Schafft man’s vielleicht erneut zurück.
    Das „Aus den Augen, aus dem Sinn“
    Bescheinigt sich ein „Immerhin!“,
    Auf dass die ew’gen Wiederseh’n
    Auch nach August hier niedergeh’n!


  • Kennedyplatz & das zweitausendfünfhundertsechsunddreißigste Gedicht

    Essen Light Festival 2024 - der Kennedyplatz mit "Big Picture" als Gesamtkunstwerk vom ungarischen Künstler Peter Kozma

    Juni 2024 (Rückblick 6)

    Viel ist vorbei-bye, Junimond –
    Dabei war’n wir so viel Zementiertes gewohnt!
    Doch Mandelas ANC verflacht,
    Selbst Modi koaliert,
    Derweil die Russ’sche Übermacht
    Grad eignes Land verliert,
    Und Volksparteien, einst aus Stahl,
    Zerreißt’s bei der Europawahl …
    Erstmals Wahl schon ab 16 – dann zeigt sich, oh je:
    Je jünger die Stimme, je mehr AFD!
    Und einen Hauch vorm Vollalarm
    Befindet man, zum Gotterbarm,
    Dass EVP und Von der Leyen
    Ein annehmbares Übel seien.
    Nur Macron zeigt Argwohn und beschließt: Wenn schon fallen,
    Dann soll es auch richtig knallen –
    Löst Le Grand Parlement auf, erzwingt neue Wahlen …
    Man sorgt sich: Wie hoch wird er dafür wohl zahlen?
    Doch lobt man ja Europas Krone
    Im Juni auch im Fußball aus –
    Da berührt uns die Restwelt mal echt nicht die Bohne
    (hffntlchfliegnwa nichgleich inder Vorrunde raus …)!
    So direkte Duelle erzeugen oft Leiden –
    Das merkte recht schnell Mr. Tatter-Joe Biden.
    „Ach, das Politisier’n ist doch albärn, mein Gottchen!“,
    Meint Albärt das EM-Maskottchen,
    „Klar, man besang Großalbaniens Nazistaatdichtung –
    Im Strafraum gab’s ’ne Wolfgrußsichtung
    Un den sintflutartigen Regen, ja gut!“
    Im Süden herrscht Jahrhunderflut.
    Schon wieder Jahrhun…?! Wie die Zeit doch vergeht,
    Wenn’n Globus erst auf Highspeed dreht!
    Wie lang ist der wohl noch bewohnt?
    Wann ist’s vorbei-bye, Junimond?


  • Würm & das zweitausendfünfhundertvierunddreißigste Gedicht

    Die Würm bei Feldmoching

    Mai 2024 (Rückblick 5)

    Den Mai gebar der Tag der Arbeit und er schließt im Katholikentag
    Ein Labora-et-ora mit Missbrauchsanklagen, die kaum wer überblicken mag.
    Ja, Scheinheiligkeiten sind weithin verbreitet,
    Weil sich dadurch ja der Aktionsspielraum weitet …
    Mallorca ist urplötzlich gegen Touristen,
    Die Le Pens und Melonis find’n die AFD Mist, denn
    Von eig’nem Mist liegt die Krah-Krater entfernt –
    Interessant, was man da an Nuancen erlernt!
    Spanien, Norwegen, Irland sind erste beim Rennen
    Im Jetzt-Palästina-als-Staat-Anerkennen.
    Nur – je mehr man auf Bibi-zu-ärgern sich einigt,
    Je wahlloser wird Rafah Hamas-bereinigt.
    Doch trägt jedes Pro-Palästina Anti-Israel-Viren?
    Da Studierende stur auf dem Campus campieren?
    Von Kampen geht „L’amour toujours“
    Mit andrem Text auf Deutschland-Tour.
    Hamburg durchstampfen im Mai harte Burschen
    Nach Nazi-Art, nur mit mehr Bart und zorngerecktem Kampfplakat:
    „Kalifat ist die Antwort“ konnt‘ man da lesen.
    Nun gut. Aber was ist die Frage gewesen?
    War ’ne stark retardierende Herrschaft gesucht?
    Da wär „Kalifat“ wohl als Antwort gebucht!
    Es gärt im Schlick der Gockel-Narrheit
    Manch selbstgestrickte TicToc-Wahrheit.
    AFD-Glucke Alice is‘ notorisch beleidigt
    Und verlangt den Verfassungsschutz auszubuh’n.
    Beim ESC hat „uns Greta“ Palästina verteidigt,
    Als gäb’s nicht beim Klima ’n Berg noch zu tun.
    Ein aufrechter Kampf muss anscheinend auch flexibel genug für Themenwechsel sein:
    „Wein nicht um mich, krankes Klima!
    Ich hab jetzt ein schlankeres Thema.
    Du wurd’st verleugnet, beschrie’n: ‚Is‘ nich‘ wahr!‘
    Beim Terrorismus – da leugne ich ma‘!“
    Es stehen Prinz Reuß und auch Trump vor Gericht,
    Bereu’n ihr Taten – ja, hätt’ste gern! – nicht.
    Weil es gilt nun verstärkt: Zweite Meinung? Die gibt’s nich‘!
    Das firmiert jetzt als brandneues Grundgesetz.
    Das alte wird am 8. Mai fünfundsiebzig
    Mit Staatsakt und Infostand, festlich Let’s fetz!
    Und wir feiern und seiern
    Die üblichen Leiern,
    Derweil sich Attacken
    Plakatkleber packen.
    Plötzlich läuft ein Straßenkrieg
    Gegen Wahlhelferinn’n der Lokalpolitik.
    Hasskommentare gibt’s jetzt auch analog!
    Von Messergestoch’re bis Nasenbein-Broke.
    And’re Meinung – und das ist dein Job, Bruder – gibt’s nich‘!
    Und das Grundgesetz wird heuer fünfenundsiebzig –
    Oder anders gesprochen: als Macht mächtig alt.
    Und ohnehin ohnmächtig gegen Gewalt.
    Und ist Demokratie noch gewollt und reell
    Oder mehr so ’n altkluges Auslaufmodell?
    Das BSW grüßt Parteimitglied Nr. 47.
    Das wird sich schon geben – ein Spoiler: Njet, wird’s nich!
    Schon bald setzt sich durch, dass die Start-Up-Parteien
    Dank Russland-Empfehlungen wählbarer seien.
    Von der’n Trollen durchseucht, deucht uns nicht ohne Qualen:
    Es folgen dies‘ Jahr ja noch einige Wahlen …


  • Wiesnwellenflug & das zweitausendfünfhundertsechsundzwanzigste Gedicht

    Das Wellenflug-Kettenkarussell auf der Wiesn

    April 2024 (Rückblick 4)

    Der April, der April, der sagt: „Brudi, chill!
    Es gibt das Weed, den Shit ab jetz
    Ganz ohne Stress mit dem Gesetz!“
    Nun, was die Welt betrifft, erwacht
    Jetzt mancher „Wohl bekifft?!“-Verdacht.
    Da reist Babo Steinmeier in die Türkei,
    Als Gastgeschenk einen Spieß Döner dabei,
    Die AFD bückt sich vor Russland und China
    Und ist so gefügiger Doppelverdiener.
    Vom Bystron kraht es auf dem Mist,
    Auch Höcke heckt sich aus als List:
    „Gilt hier Cannabis-Amnestie,
    Dann auch SA-Spruch-Amnesie.
    Echt ma easy, Landgericht,
    War wohl damals mächtig dicht!“
    THC bringt auch Briten enorm durcheinander –
    Die exportier’n Flüchtlinge jetzt nach Ruanda!
    Das UN-Gericht spricht uns vom Völkermord frei
    Und ein Teil unsrer Wirtschaft performt richtig high!
    So früh schon im Jahr gibt es ’nen neuen Rekord
    Für die treuen Getreuen vom Waffenexport!
    Ja, der Gazakrieg wird immer zäher,
    Raketentests in Nordkorea,
    Das Drohnengedroppe toppt jetzt der Iran
    Und China droht so wie gewohnt gen Taiwan –
    Bro, die brauchen da Waffen und zwar ohne Ende!
    Und wir reib’n uns jointdrehend räudig die Hände …
    Da müssen wir Volkswagen gar nicht groß retten –
    Der wahre VW aus D, der läuft auf Ketten
    Mit April-Chillum-chilligen, willigen Drift!
    Dem folgen wir fortan gern vollends be… -herzt.


  • Bernried Landesteg & das zweitausendfünfhundertvierundzwanzigste Gedicht

    Wasseroberfläche vom Starnberger See bei Bernried

    Hochgefühl, tiefergelegt

    Vom See her weht der Wind und sagt:
    „Das Gute hat gewonnen.“
    Und in die alten Ufer ragt
    Ein Neues, das begonnen.

    Ich spür die Brisen, seh die Wellen –
    Doch in mir weilt die Skepsis.
    Sich auf mehr Hoffnung einzustellen,
    Besänftigt nicht die Sepsis.

    Es wiegen Halme, Blätter schwingen –
    Erobert scheint der Steg,
    Erzählbereit von bess’ren Dingen.
    Zu guter Letzt: ein Weg.

    Man trug den Eifer, unverzagt –
    Längst trag ich meine Schwächen,
    Werd, da ein frischer Aufblick tagt,
    Versinken ins Gebrechen.

    Das bisschen angefaulter Mut
    Schafft’s nicht mehr zum Triumph.
    Zu oft verwässert ward das Blut,
    Der Adern Haut zu stumpf.

    Das Abgekämpfte stört das Bild
    Und schmälert den Gewinn.
    Wer jetzt nicht feiert, jetzt nicht wild,
    Gehört dort nicht mehr hin.


  • Übertritt & das zweitausendfünfhundertdreiundzwanzigste Gedicht

    Hochwasser am Tegernseeufer

    März 2024 (Rückblick 3)

    Der M(a)erz, er folgt dem Februar
    (wohl auch dem Scholz im nächsten Jahr) –
    Ja, vor eig’ner Dummheit kann man nicht laut genug warnen!
    Und Unmut zieht ungut im Land seine Bahnen …
    Was zum ersten März die Militärs sehr empört:
    Der Russe hat uns abgehört!
    Ein dämlicher Infos-aus-höchstem-Geschoss-Klau
    Grüßt arg beschämend uns aus Moskau.
    Ja, vor eigener Dummheit … – gut, kennen wir ja
    Doch nur drei Wochen drauf wurde schlagartig klar:
    Nichts ahnte man derweil vom Anschlagsplan
    Des IS-Outlets Tadschikistan:
    Ein Konzertsaal, 130 Tote – wie bringt man’s ins Reine?
    „Naja, das war halt die Ukraine –
    Das war die Ukraine mit Hilfe vom Westen!“ –
    Gut, die einfachsten Lösungen sind oft die Besten.
    Und kurz drauf krönt solch Propagandaerlebnis
    Noch Putins Wahl-Rekordergebnis!
    Was gab’s noch neben Sieger- und Siegerreichpose?
    Kate Middleton outet ’ne Krebsdiagnose (und das, wo King Charles‘ Prostata Im Vormonat schon Thema war),
    Vorm Tesla-Werk fallen die Strommasten um (tja, halt Berliner Publikum),
    Der NATO tritt Schweden bei – Staat 32.
    Ist das Grund zu feiern? Ej, Leute, was weiß ich …
    Der Papst plädiert plötzlich für mehr weiße Fahnen,
    In Haiti kann niemand vor gar nichts mehr warnen,
    Das Rote Meer ist endlich Huthi-bereinigt
    Und die GDL hat mit der Bahn sich geeinigt.
    Entwickelt sich alles in bessere(n) Bahnen?
    Man kann, wie gesagt, gar nicht laut genug warnen!


  • Schlossparkkanal & das zweitausendfünfhundertzweiundzwanzigste Gedicht

    Gondel im Schlosspark Nymphenburg

    Eine Busfahrt bei Regen

    Der Bus, er durchrädert ein Pfützengespritze,
    Feuchtneblig erblinden die Scheiben.
    Die vom Sommer noch kürzlich beschienenen Sitze
    Erklammt neues Kühl, um zu bleiben.

    Es wird Herbst, schreit die tropfnasse Kondensation.
    Es bleibt sommerlich, kontert mein Hoffen.
    Doch die Busfahrerdurchsagen ändert ein Ton,
    Der macht mich bedenklich betroffen.

    Ich bestelle dem Sommer zehn Comebackabsichten,
    Mit Lieferzeit zwei bis drei Wochen.
    Bis dahin mag Regen sein Unheil verrichten,
    Den Sommer zur Abheftung lochen.

    Es wird Herbst, hört man’s Frühchen der Dunkelheit plärren.
    Es bleibt sommerlich, schnauz‘ ich zurück.
    Werd‘ mich mit viel Beharr gegen’s Aufgeben sperren,
    Bewahr‘ meine Rolle im Stück
    „Eine Busfahrt bei Regen“.

    Ich mag mich deswegen ja gar nicht beklagen,
    Werd‘ weiter vom Hof der Gewissheit verjagen,
    Was Schlusspunktesetzer in Hetze platzieren.

    Noch geht die Fahrt weiter, kann so viel passieren …


  • Artemis & das zweitausendfünfhundertzwanzigste Gedicht

    Artemis-Statue im Schloßpark Glienicke

    Februar 2024 (Rückblick 2)

    Sodann beschloss der Februar,
    Dass dieses Jahr ein Schaltjahr war.
    Und man schalt einander bis zur Spaltung,
    Verdammte stets die Ampelschaltung:
    „Leuchten Rot, Gelb und Grün – heißt das Fahr‘n oder Halten?!“
    Ist ein Schaltjahr die Chance, einmal schneller zu schalten?
    Die Fregatte „Hessen“ kriegt ihr Go!,
    Den „Taurus“ bremst das Kanzler-“No!“
    Der Ukrainekrieg feiert den zweiten Geburtstag,
    Macron denkt ob Bodentruppeinsätze kurz nach,
    Es lässt die Wut im Gazastreifen
    Die nächste Brut der Hamas reifen,
    Zum Berlinale-Finale lärmen Antisemiten
    Und die Bild fragt: „Frau Roth, lassen Sie sich das bieten?“
    Ja, die Welt scheint in Entscheidungsnot:
    Wie, wann und wo intervenieren?
    Plötzlich heißt es, pardauz!, „Der Nawalny ist tot!“
    Ja, wie konnte denn sowas passieren?
    Die Konflikte, die Krisen, die Kriege – sie drängeln,
    Dringen uns ins Gemüt wie Saharasand –
    Vielleicht gräbt das Bezahlkarten-Flüchtlinge-Gängeln
    Einen dichteren Ruhewall um unser Land!?
    Drinnen jagen wir emsig RAF-Pensionäre –
    Auf dass die Welt bald sich‘rer wäre.
    Was sie am letzten Februar
    Dann leider Gottes doch nicht war.


  • Neuer Garten Blüte & das zweitausendfünfhundertachtzehnte Gedicht

    Im Garten vom Schloss Cecilienhof im Neuen Garten in Potsdam

    Januar 2024 (Rückblick 1)

    Was gab’s, was war und was geschah
    Im damals ja noch neuen Jahr
    Im ersten Monat Januar?
    Ja nu, a-nfangs sah man da,
    Dass Japan erbebte
    An Neujahr, Margrethe
    Von Dänemark hat abgedankt,
    Ecuador
    Erfasst Furor –
    Vom Drogenhandel vollgetankt,
    Treckerbauern und Beckenbauer
    Belegen die Zitzen der Titelblattspalten.
    Wo erstere sich auf Berlin-Fahrt erhitzen,
    Muss jener nach Abpfiff in Salzburg erkalten.
    Es enthüllt und entmüllt uns das Correctiv
    Den Potsdam-Kotzkram-Vorjahrsmief –
    Da erlern’n wir das Mordswörtchen Remigration
    Und zu Pfingsten auf Sylt, da beherrscht man es schon.
    Doch rekordzahl’nverdächtig formiert sich Protest
    Zum Quod-erat-demonstrandum-Fest.
    War ganz schön was los, da in unseren Straßen –
    ’ne Werteunion (so ganz ohne Herrn Maaßen).


Die 254 Städte/Länder der Fotos (2016-2025)


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